Kann man so Bürgermeister werden?
Der umstrittene Aufstieg des Brian Baatzsch in Springe
- Kerstin Liebelt, eine Frau mit Werten! Foto: © Wolfgang Decius
- hochgeladen von Wolfgang Decius
Brian Baatzsch, der SPD-Kandidat für die nächste Bürgermeisterwahl in Springe, steht unter heftiger Kritik. Sein Weg an die Spitze ist gepflastert mit Vorwürfen von Verrat und politischer Hinterhältigkeit – Taktiken, die ihm bereits bei seiner Landtagskandidatur zum Erfolg verhalfen? Doch die Frage bleibt: Kann ein Kandidat, der seine engsten Weggefährten brüskiert, das Vertrauen der Wählerschaft gewinnen?
Im Jahr 2022 sorgte Baatzsch für Aufsehen, als er überraschend gegen seine damalige Chefin, Kerstin Liebelt, um die Landtagswahl-Kandidatur der SPD antrat. Obwohl er die Anstellung in ihrem Abgeordnetenbüro bereits vor seiner Kandidatur beendet hatte, fühlte sich Liebelt hintergangen und schamlos verraten. Baatzsch gewann die Abstimmung und zog im Oktober 2022 in den Landtag ein.
Wiederholung der Geschichte?
Kürzlich, Ende September, setzte sich Baatzsch auch bei der Bürgermeisterkandidatur seiner Partei durch. Die Vorgehensweise sorgte erneut für erhebliche Kritik. Sein langjähriger Weggefährte und Mitbewerber Bastian Reinhardt fühlte sich von Baatzschs Vorgehen nicht nur überrascht, sondern ebenfalls hintergangen und schamlos verraten.
Der Fall Bastian Reinhardt
Im Fall der Bürgermeisterkandidatur war die Überraschung besonders groß, da Baatzsch die Kandidatur Monate zuvor öffentlich ausgeschlossen hatte. In der SPD-Mitgliederversammlung erhob Bastian Reinhardt eine „schonungslose Anklage“. Er beschuldigte Baatzsch, als Ratsherr, Landtags- und Regionsabgeordneter „über Leichen“ zu gehen und ihn „instrumentalisiert und manipuliert“ zu haben. Reinhardt zeigte sich „unfassbar schockiert“, wie jemand, mit dem er jahrelang vertrauensvoll zusammengearbeitet hatte, ihn so verraten konnte.
Baatzsch selbst stellt sich der Kritik und gibt an, dass er seine Gegenkandidaten und die Parteimitglieder vorab über seine Pläne informiert habe, um eine Überraschung durch die Presse zu vermeiden. Obwohl Baatzsch Kritik einräumt, könnte seine Rechtfertigung von vielen als durchsichtige Ausrede verstanden werden.
Fazit: „Brian Baatzsch hat die Abstimmungen gewonnen. Doch der bittere Nachgeschmack bleibt: Ist politischer Erfolg wichtiger als Loyalität? Und wird Springe einen Bürgermeister wählen, der nachweislich bereit ist, seine engsten Verbündeten für seine eigene Karriere zu opfern?“
Bürgerreporter:in:Wolfgang Decius aus Springe |
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