Unterwegs in Schwabmünchen
Die "Hexentürmchen" hinter dem Rathaus
- hochgeladen von Alfred Vogler
Die beiden Rundtürme waren im 16. Jahrhundert ehemals die Toreinfahrt zum Pflegamt des Hochstifts Augsburg. Die Dächer wurden 2012 renoviert und seit jeher sind sie ein beliebtes Fotomotiv und Wahrzeichen der Stadt. Doch wo sind die Hexen, etwa drinnen eingesperrt? Zugang ist mittlerweile nur von außen möglich: über eine Leiter steigt man auf die Verbindungsbrücke und der freundliche Hausmeister (vielen Dank!) öffnet den Zugang zu den Türmchen. Innen ein durchgehender Fußboden, Ansätze einer aufgegebenen Renovierung ….und nichts von irgendwelchem Hexenwesen. Was hat es also damit auf sich? Nun, auch in Schwabmünchen gab es Hexenprozesse, die oft mit dem Tod der Angeklagten endeten. Zwischen 1589-92 und dann nochmals 1721 und 1730 gab es geschätzt 41 Hinrichtungen. Die kleinen Türmchen waren dabei sicher kein Gefängnis, dies befand sich in der Geyerburg, aber dort im Pflegamt fanden wohl die Prozesse statt. Für Beschuldigte auch aus dem Umland wurde ein eigenes Gericht erstellt und ein berühmter Scharfrichter aus Biberach ganzjährig angestellt. Unsere harmlosen Türmchen sind heute wohl mit ihrem Namen noch ein Zeugnis für religiösen Wahn und persönliche Bosheit in einer düsteren Zeit.
Bürgerreporter:in:Alfred Vogler |
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