Starker Saisonabschluss des Schwimmteams Neusäß
Bayerische Jahrgangsmeisterschaften mit vielen Medaillen
- Alle Schwimmer:innen mit Trainer Mirko Golczyk
- hochgeladen von Janine Peter
Ein Bericht von Jannis Golczyk
Am Wochenende vom 17. – 19.7. bildeten die Bayerischen Jahrgangsmeisterschaften (BJM) in Würzburg als Zyklushöhepunkt den wichtigen Abschluss der Saison 2025/26. Bei durchwachsenem, aber angenehmem Wetter traten die Athleten auf der 50-Meter-Bahn im Hallenbad an. Der verhältnismäßig kleine Neusässer Verein stellte dabei einen beeindruckenden Rekord auf: Noch nie zuvor war man mit 16 Schwimmerinnen und Schwimmern und insgesamt über 70 Starts auf bayerischer Ebene vertreten. Mit einer
sensationellen Ausbeute von 11 Medaillen und zahlreichen Top-10-Platzierungen übertraf die Mannschaft alle Erwartungen und bewies, dass sie auch mit den großen Schwimmhochburgen aus München oder Nürnberg mithalten kann.
Die AM3 des STN wurde auf diesem Wettkampf durch Niklas Burkhardt (2016) repräsentiert. Seine ersten BJM erreichte er durch eine Qualifikation auf den 200 Metern Rücken. Auf diesen konnte er nach einer Knieverletzung zwar keine neue Bestzeit erreichen; an die Zeit anknüpfen hingegen konnte er bravourös, einhergehend mit einer deutlichen technischen
Verbesserung. Für ihn war der Wettkampf eine wertvolle Erfahrung.
Doch gewohnheitsgemäß war auch die LG1 des Schwimmteams mit einigen Startern vertreten.
Einer der absolut herausragenden Athleten dieses Wochenendes war Lukas Wörthwein (2014). Hatte er 2025 noch zwei Starts, konnte er sich sein Programm in diesem Jahr quasi aussuchen. Er dominierte auf den Rückenstrecken und sicherte sich gleich zweimal Gold: Platz 1 über 50 Meter in 33,69 Sekunden und Platz 1 über 100 Meter in 1:13,25. Vor allem auf der 100-Meter-Strecke deklassierte er das Feld mit einer Bestzeitverbesserung von über drei Sekunden. Eine weitere Medaille (Bronze) holte er sich über 200 Meter Lagen in 2:41,57. Über fast alle Strecken schwamm er Bestzeit, verpasste das Freistil-Podest teils nur um Zehntelsekunden und krönt diese überragende Saison nun voraussichtlich mit dem bayerischen Kaderstatus.
Fabian Winkler (2015) etwa krönte sein Wochenende mit einer großartigen Silbermedaille über 200 Meter Brust, die er in einer Zeit von 3:10,29 errang. In einem hochkarätigen Umfeld, das viel Druck mit sich brachte, hielt er dem Nervenkitzel stand und war auch bei seinen weiteren Starts größtenteils im Bereich seiner starken Bestzeiten unterwegs.
Eine bemerkenswerte Entwicklung legte Anton Mairock (2015) hin. Konnte er sich im Vorjahr noch nicht für die BJM qualifizieren, erkämpfte er sich für dieses Jahr gleich fünf Starts. Der Freistil-Spezialist war auf den Punkt fit und belohnte sich auf allen
geschwommenen Strecken mit neuen Bestzeiten. Besonders mutig war sein Risikostart über die 200 Meter Lagen, bei dem er ebenfalls die geforderte Pflichtzeit erstmals meisterte.
Julian Ludwig (2012) ging ebenfalls mit einem beherzten Risikostart über die kräftezehrenden 400 Meter Freistil ins Wasser. Er holte bei diesem Rennen alles aus sich heraus und schaffte es, die strenge Pflichtzeit knapp zu unterbieten.
Obwohl Felix Wild (2009) das gesamte Wochenende mit einer hartnäckigen Erkältung zu kämpfen hatte, was ihn besonders auf den langen Distanzen einschränkte, zeigte er auf den kurzen Strecken sein immenses Potenzial. Über 50 Meter Schmetterling schwamm er Bestzeit und über 100 Meter Freistil gelang ihm etwas Besonderes: Er blieb mit einem starken Rennen erstmals in seiner Karriere unter der Grenze von 59 Sekunden.
Ihre Premiere auf bayerischer Ebene feierte Lika Frey (Jahrgang 2015). Sie ging über zwei Bruststrecken an den Start und beeindruckte mit einem tollen Schwimmstil, der besonders von ihrem kraftvollen Beinschlag lebt. Mit neuen Bestzeiten auf all ihren Strecken lieferte sie ein absolut gelungenes BJM-Debüt ab.
Als mittlerweile fest etablierte Starterin bei den Bayerischen Meisterschaften zeigte Theresa Walkmann (Jahrgang 2011) gewohnt starke Leistungen. Besonders glänzte sie als Startschwimmerin in der Staffel über 4x100 Meter Freistil, wo sie die Strecke in einer
fantastischen Zeit von knapp über 1:04 Minuten absolvierte.
Trotz gesundheitlicher Einschränkungen stellte sich Elisa Odau (2012) am Samstag mutig dem Wettkampf und war im Rahmen ihrer momentanen Möglichkeiten gut unterwegs.
Maximilian Wienand (2010) entwickelte sich an diesem Wochenende immer mehr zum absoluten Brust-Spezialisten. Er knüpfte nahtlos an seine starken Auftritte bei den Schwäbischen Meisterschaften an und schwamm über alle drei Brustdistanzen souverän zu neuen persönlichen Bestzeiten.
Nico Brunner (2009) überzeugte durch starke Sprints und eine exzellente Technik. Über 100 Meter Brust wandte er erfolgreich eine neue Technik an und sicherte sich damit sensationell den 3. Platz in einer Zeit von 1:10,26 Minuten. Seine zweite Medaille, ein fantastischer 2. Platz in 24,58 Sekunden, holte er über 50 Meter Freistil, wo er die bayerische Kaderzeit nur denkbar knapp verpasste. Auch über 50 Meter Schmetterling schloss er ein sehr gutes Rennen mit Bestzeit ab.
Ein weiteres großes Highlight des Wochenendes war Sebastian Wienand (2007), der zum letzten Mal bei den BJM startberechtigt war. Nach dem bestandenen Abitur hatte er sich intensiv zurückgekämpft und den Trainingsausfall mehr als kompensiert. Er belohnte sich mit Silber über 50 Meter Brust in 30,53 Sekunden und Bronze über 100 Meter Brust in 1:08,87.
Besonders die 100 Meter machten enormen Spaß beim Zusehen, da er sich die Medaille mit einer starken zweiten Bahn hart erkämpfte. Durchweg neue Bestzeiten rundeten seinen perfekten Abschluss ab.
Florentine Eicher (2011) gehörte ebenfalls zu den überragenden Athletinnen des Vereins. Sie belohnte sich für ihre großartige Entwicklung während der gesamten Saison und holte erstmals Medaillen auf bayerischer Ebene. Mit einem perfekt getimten Anschlag sicherte sie sich Platz 3 über 50 Meter Rücken in 33,12 Sekunden sowie einen weiteren 3. Platz über 100 Meter Rücken in 1:10,57. Sie bewegte sich konstant im Bereich ihrer Bestzeiten oder schwamm sogar deutlich schneller.
Ein bemerkenswerter Kämpfer war Moritz Walkmann (Jahrgang), der sich für die Rücken- und Freistilstrecken sowie die 200 Meter Lagen qualifiziert hatte. Obwohl ihn eine starke Erkältung das ganze Wochenende über plagte und er schlecht Luft bekam, gab er bei jedem Start alles. Er schrammte über 50 Meter Rücken mit Platz 4 um nur eine einzige Zehntelsekunde extrem unglücklich am Podest vorbei. Trotz der gesundheitlichen Rückschläge war er nah an seinen Bestzeiten dran - eine Medaille hätte er sich durch seinen kontinuierlichen, starken Trainingseinsatz in dieser Saison mehr als verdient.
Isabel Zeiper (2016) startete zum ersten Mal bei den Bayerischen Meisterschaften und zeigte den nötigen Respekt vor der starken Konkurrenz, aber auch enormen Einsatz. Sie schwamm fast durchgängig in die Nähe ihrer Bestzeiten oder unterbot diese sogar. Vor allem über 200 Meter Lagen konnte sie sich deutlich verbessern.
Auch für Sofia Rehm (2016) war es eine wertvolle Premiere auf diesem hohen bayerischen Niveau. Nach einem etwas unglücklichen Start über 50 Meter Schmetterling ließ sie sich nicht entmutigen, kämpfte sich großartig zurück und gewann über 100 Meter Schmetterling mit einer neuen Bestzeit die verdiente Bronzemedaille in einer Zeit von 1:26,99.
Ein besonderer Team-Moment war die 4 x 100 Meter Freistil mixed Staffel. Theresa Walkmann, Florentine Eicher, Sebastian Wienand und Nico Brunner schlugen sich hervorragend und belegten einen sehr starken 7. Platz. Sie landeten damit nicht weit hinter den Vertretungen der Schwimmhochburgen aus München, Nürnberg, Erlangen und Regensburg.
Das Schwimmteam blickt voller Stolz auf dieses historische Wochenende zurück. Eine Medaillenbilanz von insgesamt elf Podestplätzen bei den Bayerischen Jahrgangsmeisterschaften ist „absolute Sahne“, so Trainer Mirko Golczyk, und für einen
vergleichsweise kleinen Verein wie den STN schlichtweg phänomenal. Vor allem die herausragenden Leistungen von Lukas, Florentine und Sebastian machten dieses Wochenende unvergesslich.
Mit dieser positiven Energie geht es nun in die wohlverdiente Pause, bevor die Vorbereitungen auf die neue Saison beginnen. Die kommenden Monate werden organisatorisch spannend, da das Team gemeinsam Lösungen finden muss, um den
schmerzhaften Ausfall des Titanias für den Trainingsbetrieb bestmöglich zu kompensieren.
Die Erfolge in Würzburg zeigen jedoch: Der unbändige Wille und der Teamgeist dieser Mannschaft können jedes Hindernis überwinden.
Bürgerreporter:in:Janine Peter aus Neusäß |
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