Welttag Humanitäre Hilfe
Humanitäre Hilfe unter Druck

Helfer nach Erdbeben Venezuela | Foto: LandsAid e. V.
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  • Helfer nach Erdbeben Venezuela
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Weltweit benötigen rund 252 Millionen Menschen Unterstützung – LandsAid verweist auf wachsende Finanzierungslücken

Als am 24. Juni zwei schwere Erdbeben Venezuela erschütterten, war Ketsy Medina selbst betroffen. In ihrer Wohnung in Caracas waren Möbel umgestürzt, Glasscherben lagen auf dem Boden und ein geplatzter Wassertank hatte Teile des Gebäudes überflutet. Wenige Tage später organisierte die Leiterin der LandsAid-Partnerorganisation LasComaesAndantes bereits Unterstützung für andere Familien.

Am 19. August erinnert der Welttag der Humanitären Hilfe an die Menschen, die unter schwierigen Bedingungen Hilfe leisten. Viele von ihnen arbeiten für lokale Organisationen. Sie kennen die betroffenen Gemeinden und ihre konkreten Bedarfe. Zugleich erleben sie Krisen häufig selbst und helfen ihren Nachbarinnen und Nachbarn unter diesen Bedingungen weiter. Ketsy Medina steht beispielhaft dafür. Nach den Erdbeben besuchte sie betroffene Familien, sprach mit Krankenhäusern und setzte gemeinsam mit LandsAid und dem Münchner Verein Visiones e. V. Hilfsmaßnahmen um.

Doch der Einsatz für Menschen in Not wird für humanitäre Mitarbeitende zunehmend gefährlich. Für viele Helferinnen und Helfer endet dieser Einsatz tödlich. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden 2025 mindestens 326 humanitäre Mitarbeitende in 21 Ländern getötet. Innerhalb von drei Jahren kamen mehr als 1.000 Helferinnen und Helfer ums Leben.

Finanzierungslücke schränkt Hilfe ein

Ohne internationale Unterstützung können lokale Organisationen oft nicht oder nur eingeschränkt helfen. Anlässlich des Welttags macht die Münchner Hilfsorganisation LandsAid deshalb auf die wachsende Finanzierungslücke in der internationalen humanitären Hilfe aufmerksam.

Nach Angaben des UN-Nothilfebüros OCHA benötigen 2026 weltweit rund 252 Millionen Menschen humanitäre Unterstützung. Das sind rund 48 Millionen Menschen weniger als im Vorjahr. Der Rückgang bedeutet jedoch keine Entspannung der humanitären Lage. Wegen der begrenzten verfügbaren Mittel konzentriert sich die internationale Hilfe 2026 auf rund 144 Millionen Menschen, die im Rahmen der humanitären Planung tatsächlich erreicht werden sollen.

„Wegen fehlender Mittel konzentriert sich die internationale Hilfe stärker auf die dringendsten Notlagen“, sagt Michaela Wiese, geschäftsführende Vorständin bei LandsAid.

Humanitäre Organisationen und ihre lokalen Partner wissen, wo Hilfe gebraucht wird. „Immer häufiger fehlen jedoch die Mittel, um notwendige Maßnahmen umzusetzen“, so Wiese weiter. „Die Zahlen zeigen, wie stark humanitäre Hilfe inzwischen priorisiert werden muss. Dadurch können viele Menschen nicht in dem Umfang erreicht werden, den ihre Situation erfordert.“

Hilfe in Venezuela bleibt notwendig

Bereits vor den Erdbeben waren nach Angaben der Vereinten Nationen rund 7,9 Millionen Menschen in Venezuela auf humanitäre Unterstützung angewiesen. Viele Familien leben weiterhin in temporären Unterkünften, in denen unter anderem sauberes Wasser fehlt.

LandsAid unterstützt deshalb gemeinsam mit Aktion gegen den Hunger die tägliche Wasserversorgung in drei Unterkünften in Caracas. Parallel setzen LandsAid, LasComaesAndantes und Visiones e. V. ihre Hilfe für Mütter mit kleinen Kindern fort. Auch ein Pflegeheim in Las Salinas wird mit Lebensmitteln versorgt.

„Venezuela zeigt, warum verlässliche Partnerschaften und eine längerfristige Finanzierung notwendig sind“, erklärt Wiese. „Die Unterstützung muss weitergehen, wenn die ersten Bilder aus den Nachrichten verschwunden sind.“

Humanitäre Hilfe bleibt möglich und wirksam. Sie ist jedoch auf Menschen angewiesen, die vor Ort Verantwortung übernehmen, und auf eine Finanzierung, die länger trägt als die öffentliche Aufmerksamkeit.

Spendenkonto:
LandsAid e.V.
IBAN: DE66700520600000014001
BIC: BYLADEM1LL

Helfer nach Erdbeben Venezuela | Foto: LandsAid e. V.
Ketsy Medina bei der Bedarfserhebung | Foto: LandsAid e. V.
Zerstörung nach Erdbeben Venezuela | Foto: LandsAid e. V.
Bürgerreporter:in:

Andrea Schmelzle aus Landsberg am Lech

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