FamilienAuszeit und Inklusionsbüro
Diskriminierung – ein beschämendes Übel unserer Gesellschaft
- Manuel Seiler und Kerstin Heider referierten über ihre Erfahrungen zum Thema Diskriminierung bei Menschen mit Handicap.
- Foto: Peter Heider
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Diskriminierung betrifft viele Lebensbereiche FamilienAuszeit Meitingen und das Inklusionsbüro Meitingen laden zu einer Diskussionsrunde ein.
Von Peter Heider
Welches Verhalten ist diskriminierend und wie können Betroffene darauf im Alltag reagieren, dies war das Thema einer inklusiven Veranstaltung der FamilienAuszeit Meitingen (FAM) das in Kooperation mit dem Inklusionsbüro Meitingen durchgeführt wurde. Diskriminierung betrifft viele Lebensbereiche, besonders Kinder sind verletzlich da sie in ihrer Entwicklung und ihrem Verständnis der Welt noch nicht vollständig ausgereift sind. „Personen werden oft aufgrund ihrer Merkmale wie Geschlecht, Herkunft, Religion, Behinderung oder auch dem sozialen Status diskriminiert“, erläutert Manuel Seiler, Leiter Ambulant Betreutes Wohnen der Stiftung St. Johannes Donauwörth. „Diskriminierung“, so Manuel Seiler, „kann emotional belastend sein, man sollte aber auf sein Wohlbefinden achten und versuchen Stress abzubauen, was man durch Sport und andere Hobbys erreichen kann, Bildung ist jedoch der erste Schritt um Vorurteile abzubauen“. Wichtig sei auch Diskriminierung nicht zu tolerieren und aktiv dagegen vorzugehen. „Jeder kann seinen Beitrag dazu leisten, gemeinsam kann man noch mehr erreichen“. Bei strahlendem Sonnenschein, aber frischen Temperaturen nahmen mehr als 70 Erwachsene, Jugendliche und Kinder mit großem Interesse an dem vielfältigen Thema über Inklusion beim Austausch-reffen in Meitingen teil.
Auf Diskriminierung zu reagieren kann herausfordernd sein, ist aber wichtig, um ein respekt-volles und inklusives Umfeld zu fördern, erklärt Seiler. Jede betroffene Person kann einen Beitrag leisten, um eine gerechte und inklusivere Gesellschaft zu schaffen. Im Elternvortrag berichteten Manuel Seiler und die in Erlingen beheimatete Kerstin Heider von unterschiedlichen selbst erlebten und fiktiven Alltagssituationen, die diskriminierend aufgenommen wer-den können. Beide Referenden ergänzten sich hierbei optimal um sowohl aus persönlicher als auch aus professioneller Sicht Lösungsansätze vorzustellen und zugleich mit den Teilnehmern einen Austausch zu führen. Diskriminierung kann vor allem für Kinder und Jugendliche psychische Folgen wie Angst, Depressionen sowie ein geringes Selbstwertgefühl haben aber auch soziale Folgen wie Schwierigkeiten, Freundschaften zu schließen und soziale Fähigkeiten zu entwickeln, gehören dazu. Kerstin Heider schilderte wie schwer es für sie war im Berufsleben Fuß zu fassen und meinte, man muss kämpfen, kämpfen und nochmals kämpfen, dabei nie aufgeben um das persönlich gesetzte Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. „Wer aufgibt hat bereits verloren“ spornte die junge 35jährige Frau, die seit ihrer Geburt ein körperliches Handicap hat, die nachdenklich gestimmten Zuhörer an. Das Feedback danach war durchgängig sehr positiv und viele Gespräche hierzu fanden anschließend im Austausch - Café statt.
Parallel zur Gesprächsrunde nahmen auch knapp 40 Kinder und Jugendlichen an kompetenten Workshops der Klasse 8a der Mittelschule Meitingen teil. Sowohl das Bemalen von gekochten Eiern, das Basteln von Osterkarten und Armbänder, ein Zielwerfen mit Socken und das Schlüpfen in die Rolle als Rollstuhlfahrer beim Bewältigen des Hindernisparcours wurden eifrig mit viel Spaß aufgenommen und durchgeführt. Unterstützt wurde der Rollstuhlparcours dabei von Benedikt Schmid von der Augsburger Hessing Orthopädie.
Als dann auch noch abschließend der Osterhase die Schokospenden vom Edeka Debrassine im Garten versteckt hat, waren die begeisterten Gesichter bei Jung und Alt nicht mehr zu übersehen. „Die Jugendlichen der Klasse 8a und deren Lehrerinnen haben sich bei der Organisation und der Durchführung der Kinderaktionen selbst übertroffen“ freute sich Heike Rabas. Auch das Austausch-Café war gut besucht.
Kleinkinder spielten vergnügt im Kleinkinderbereich, während ihre Eltern sich gemütlich bei einem Stück Kuchen, einem Kaffee oder sonstigen Getränk unterhalten und dabei entspannen konnten. Natürlich wurden auch viele der selbstgebastelten Sachen bewundert oder den Erzählungen über die Polizei, die spontan vorbeikam und die Fragen der Kinder und Erwachsenen geduldig beantwortet hat, mit großer Aufmerksamkeit gelauscht.
Abschließend übergab Benedikt Schmid einen Rollstuhl des Nördlinger Sanitätshauses Feix an die FamilienAuszeit als Dauerleihgabe, damit der Verein zukünftig auch inklusive Projekte an Schulen und Kindergärten anbieten kann. Hierfür stehen auch von anderen Firmen bereits Spenden für die Simulation von Seh- und Hörbeeinträchtigungen zur Verfügung.
Info:
Bildungseinrichtungen, Vereine und Beratungsstellen, die Interesse an Mitmachaktionen oder Vorträge im Bereich der Inklusion haben, können sich gerne an Heike Rabas unter info@fa-meitingen.de wenden. Die Treffen des Meitinger Vereins FamilienAuszeit finden immer am ersten Sonntag im Monat (außer Januar und August) statt. Über die Themen der Veranstaltungen und die Austragungsorte der Zusammenkünfte kann man sich ebenfalls unter info@fa-meitingen.de informieren.
Bürgerreporter:in:Florian Handl aus Augsburg |
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