Neuer Glanz für das Gotteshaus St. Clemens
Herbertshofener Kirche wird saniert und renoviert

Mehrere Monate wird an der Herbertshofner Gotteshaus St. Clemens die Außenfassade  und der Innenraum saniert. | Foto: Peter Heider
  • Mehrere Monate wird an der Herbertshofner Gotteshaus St. Clemens die Außenfassade und der Innenraum saniert.
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Von Peter Heider

Voraussichtlich findet in den kommenden Monaten kein Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Clemens im Meitinger Ortsteil Herbertshofen statt. Der Grund dafür sind notwendig gewordene Sanierungsarbeiten am Dachstuhl und am Kirchturm.

„Bereits seit mehreren Jahren sind die Arbeiten, die nun begonnen haben, vorgesehen. Doch da Fledermäuse und ein Turmfalke im Dachbereich wohnen, sind die Arbeiten derzeit noch etwas eingeschränkt“, erläutert Pfarrer Gerhard Krammer.

In nächster Zeit wird auch im Innenraum des Gotteshauses ein Gerüst aufgebaut, um die Sanierungsarbeiten an der in den Jahren 1754/1755 erbauten Kirche, die ein geschütztes Baudenkmal ist, durchzuführen.

Geschichte
Die Ursprünge der heutigen Pfarrei liegen in der Einöde Ehekirch. Zur sogenannten Urpfarrei gehörten die Dörfer Erlingen, Herbertshofen und Meitingen. Wohl bereits im Mittelalter stand an der heutigen Stelle ein dem heiligen Clemens geweihtes Gotteshaus. Seit 1412 beziehungsweise 1477 gehörte der Kirchensatz mit dem Präsentationsrecht dem Augsburger Domkapitel. Wie ihre Mutterkirche verfügte St. Clemens über drei Altäre, einen Turm mit zwei Glocken und einen Friedhof. Seelsorgerisch wurde die Filiale von Ehekirch und zeitweise auch von Biberbach aus betreut. Im Jahr 1700 sind eine grundlegende Erneuerung und Erweiterung der Kirche belegt. 1710/11 wurde das Dach der Friedhofskapelle erneuert. 1736 stiftete Barbara Rotschopf aus Herbertshofen für die Renovierung eines Altars.

Neubau
Aufgrund der Baufälligkeit der alten Pfarrkirche St. Martin in Ehekirch und des beschwerlichen Weges der Pfarrkinder entschloss man sich 1752/53 für die Verlegung der Pfarrei nach Herbertshofen. Für den Neubau der Pfarrkirche in Herbertshofen musste der Vorgängerbau weichen. Leitender Architekt war Baumeister Hans Adam Dossenberger aus Wollishausen, ein Schüler von Dominikus Zimmermann. Die Wand- und Deckengemälde schuf Johann Baptist Enderle aus Donauwörth nach Entwürfen von Franz Martin Kuen.

Die Einweihung der Kirche durch den Weihbischof Franz Xaver Reichsfreiherr von Adelmann zu Adelmannsfelden fand am 7. August 1758 statt. Unter der Amtszeit des Pfarrers Josephus Baumüller wurde die Kirche umfassend renoviert. 1851 ließ man die Fresken der Kreuzwegstationen und der Apostelbilder instand setzen. 1854 wurden neue Seitenaltäre von Georg Schwarz aus Augsburg angeschafft und 1855 sowie 1886 die Sakristei vergrößert. Die neuen Altarbilder malte der Münchner Kunstakademiemaler Johann Baptist Müller.

In den Jahren 1908/09 wurden unter der Amtszeit des Pfarrers Franz Josef Dillmann die Ausstattungsmaßnahmen des 19. Jahrhunderts teilweise wieder rückgängig gemacht, neue Kirchenbänke angeschafft und die Emporenbrüstungen durch Carl Port aus Augsburg neu gestaltet. Zudem erhielt die Kirche ein neues Orgelgehäuse vom Bildhauer Martin Bigelmair aus Oberhausen. 1909 wurde auch der Glockenstuhl erneuert und verstärkt. Weitere Renovierungen fanden in den Jahren 1958/59 und 1982/84 statt.

Während der Arbeiten an der St.-Clemens-Kirche finden die Samstagvorabendmessen sowie die Trauergottesdienste in der Meitinger St.-Wolfgang-Kirche statt.

Bürgerreporter:in:

Florian Handl aus Augsburg

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