Weinanbau am Landgrafenschloss Marburg

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Weinanbau in Marburg? Doch, gibt es und er hat tatsächlich eine lange Tradition. Schon Landgraf Philipp von Hessen (1504-1567), mit dem Beinamen "der Großmütige" ließ an den Hängen oberhalb der Altstadt die Sorten Traminer und Grauedel anbauen. Das Qualitätsurteil eines spanischen Edelmannes war allerdings vernichtend. Er bezeichnete den ihm kredenzten Rebensaft als Essig. Nun ja, im Wein liegt ja bekanntlich die Wahrheit, woraufhin sich nur noch das Schlossgesinde das verschmähte Tröpfchen gönnen sollte.

Weil das adelige Produkt auch später nicht deliziöser mundete, wurde 1950 die Weinanlage gerodet. Erst die Überlegungen des Schlosskomitees, wie man das Gelände am Schloss verschönern könnte, ließen den Plan, wieder Weinstöcke zu pflanzen, aufleben. Einige Hobbywinzer begannen 1997 mit 80 Rebstöcken verschiedener Sorten, darunter Silvaner, Gutedel und Traminer. Allerdings brauchte es mit Hilfe der Fachhochschule Geisenheim im schönen Rheingau ein wenig Nachhilfe in Sachen Weinanbau, um ein vorzeigbares Ergebnis zu bekommen - mit Erfolg. Da das Marburger Schloss einen Gewölbekeller hat, kann dort gemaischt, gepresst und gekeltert werden. Allerdings gibt es den mittlerweile köstlichen Schlosswein nicht im Handel.

Die Produktion aus derzeit 200 Rebstöcken ist begrenzt und für den Eigenbedarf, z.B. für Events oder Gäste, gedacht. Eine Besonderheit ist die Rebsorte "Stara Trta", die älteste Rebsorte der Welt. Die slowenische Partnerstadt hatte bei einem Besuch einen Ableger als Geschenk mitgebracht.
 
Anlässlich von „Marburg by Night“ öffneten die Marburger Schlossbergwinzer im November 2025 für einen Abend ihren historischen Weinkeller an der Landgraf-Philipp-Straße unterhalb des Schlosses für interessierte Weingenießer.

Seit Mai 2000 kümmern sich die Schlossbergwinzer unter Federführung von Horst Olbrich um die Wiederbelebung der Weinbau-Tradition am Marburger Schloss. Mittlerweile gibt es einen festen Stamm von 14 aktiven Winzern. (Text OP Marburg)

Dem Landgrafen Philipp hat man als Erinnerung den Riesling  „Landgraf-Philipp-Tropfen“ gewidmet.

(Infoquelle: Erich Schumacher, Marburg und Marburger Land)

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