Ein Solinger auf dem Weg zur Weltspitze
Nichts ist unmöglich !
- Christopher Hoffmann. Ein Mann , ein Ziel ! Die Teilnahme an der HYROX WM 2027 in Hongkong.
- Foto: Andreas Vogt
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Christopher Hoffmann (37) treibt sein Leben lang Sport.
Er spielte seit seinem 3. Lebensjahr Fußball, betrieb professionell Leichtathletik, spielte wieder Fußball, nahm an einem Marathonlauf in Köln und einem Original-Ironman Wettbewerb teil.
Doch irgendetwas fehlte bei diesen Sportarten.
Seit März 2024 hat Christopher seine ideale Traum Sportart gefunden.
Diese Sportart fördert die Kraftausdauer und die körperliche Fitness.
Alleine oder im Kreis von Gleichgesinnten trainiert er dieses Intervalltraining sechs bis sieben Tage die Woche.
„Da kommen schon mal schnell 15-20 Stunden für den Sport zusammen. Aber das möchte ich nicht missen. Ich liebe einfach mein HYROX-Training“, so Hoffmann.
HYROX ist ein weltweiter Fitness-Trend, der Laufen mit funktionellem, dynamischem Krafttraining kombiniert. Bei einem Wettkampf, dem sogenannten „Run“, wechseln sich 1 km Laufen und eine von acht Kraftstationen ab.
„Das HYROX-Training begeistert mich und viele Menschen, weil es extrem zugänglich für jeden ist, messbare Ziele bietet und ein starkes Gemeinschaftsgefühl unter den Sportlern schafft. Auch wenn es in der Sportart viele Egos gibt, ist die Community perfekt. Ich mag die vielen Stationen wie Schlitten ziehen und schieben, Medizinball Werfen, Rudern, Ausfallschritte mit Gewicht oder Burpees – eine Mischung zwischen Kniebeuge, Liegestütz und einem Sprung.
Der Name HYROX setzt sich aus den Begriffen „Hybrid“ und „Rox“ für englisch (Rennen).
Christopher bewegt bei jedem Training das um Vieles mehrfache seines 92 Kilo Körpergewichts.
In der Athletik Halle des Sportparks Hilden hat er sein zweites zu Hause.
Der Sportpark Hilden ist ein lizensiertes HYROX-Fitnessstudio, welches Aufbautrainings unter professioneller Anleitung anbietet.
Das ist für Christopher sehr wichtig, denn mittlerweile hat er es in dieser Sportart in die Weltspitze geschafft.
HYROX versteht sich auch als inklusive Sportart.
Deshalb können die Übungen in der Kategorie HYROX-Adaptive für Menschen mit Behinderungen angepasst werden.
Die Anpassungen hängen von den Beeinträchtigungen ab, beispielsweise Beeinträchtigung der unteren und oberen Extremitäten, Kleinwuchs, Seh – oder Hörbehinderungen, neurologische und andere Beeinträchtigungen.
Der Sport gibt Christopher auch eine mentale Stärke.
Seit seiner Geburt fehlt Christopher der rechte Unterarm.
Für den Solinger war das nie ein Grund, aufzugeben. Im Gegenteil.
„Nichts ist Unmöglich, ist mein Lebensmotto,“ betont der Sportler.
Im Juni 2026 nahm Christopher an der HYROX-Weltmeisterschaft in Stockholm teil und sicherte sich die Bronzemedaille.
Für den „Run“ benötigte er 1 Stunde, 9 Minuten.
Seine Bestzeit liegt bei 1 Stunde, 3 Minuten.
Ganz glücklich war er mit seinem Ergebnis in Stockholm nicht, aber eine Best Tagesform ist nicht immer möglich.
Nun geht es für Christopher weiter mit seinem nächsten großen Ziel.
Er möchte sich für die 2027 in Hong Kong stattfindende Weltmeisterschaft qualifizieren und seinen Run unter 1 Stunde absolvieren.
Sein nächster Wettkampf findet am 11.bis 15.11.2026 in der Arena in Düsseldorf statt. HYROX feiert an diesen Tagen in Düsseldorf Premiere. Hier findet in Deutschland zum allerersten Mal ein HYROX Wettbewerb in einem Stadion statt.
Es werden dort viele Zuschauer und teilnehmende Athleten erwartet.
Seine Lebenspartnerin Simone Koletzek unterstützt ihn dabei.
Und wenn er nicht im Vertrieb eines Hildener Unternehmens arbeitet, trifft man den HYROX-Athleten im Sportpark Hilden.
„Ich habe mich in dieser Sportart neu erfunden. Nie hätte ich gedacht, dass ich einmal Klimmzüge und Liegestütze absolviere. Mit dieser Einstellung und der von mir gelebten Lebensweise möchte ich anderen Menschen mit Handikap etwas Positives mitgeben und motivieren. Ich habe als Kind gelernt, mir selbst die Schuhe zuzubinden und meine Hose anzuziehen. Das für mich Schlimmste im Leben war es, von anderen Menschen Hilfe angeboten zu bekommen. Eine Prothese habe ich nie getragen, denn da hätte ich mich behindert gefühlt, so Christopher. "Vielleicht suche ich mir später noch eine ehrenamtliche Tätigkeit und gebe mein Wissen und meine Erfahrungen an Menschen mit einer Behinderung weiter".
Mittlerweile kann der Athlet gut damit leben, wenn Kinder fragen, „ob er denn so ohne Unterarm rumlaufen könnte“.
„Kinder sind da immer sehr ehrlich und möchten Erklärungen, aber Kinder können auch ganz schön grausam sein“, erinnert sich Christopher an seine Kindheit.
All diese Erlebnisse und Situationen haben den Solinger sehr positiv geprägt und gestärkt.
Hat Christopher ein Vorbild oder ein Idol?
Christopher: „Mein großes Vorbild ist Dirk Nowitzki. Sein Werdegang ist spektakulär. Ich würde Dirk so gerne einmal bei einem kühlem Getränk persönlich kennenlernen. Dirk hatte viele Höhen und Tiefen. Auch wenn es ein komplett anderer Sport ist. Dirk hatte mich immer als Sportler und Mensch fasziniert.“
Neben dem Sport begeistert sich Christopher für den rheinischen Karneval, speziell in Köln. Er liebt die kölschen Lieder und hört diese sogar bei seinen anstrengenden Workouts. Die Musik motiviert und inspiriert ihn auf sehr positive Art und Weise.
Während andere zu den Klängen von Linkin Park schwitzen, erfreut sich Christopher an „Da simmer dabei, dat is prima“.
„Und darum geht’s in diesem Leben. Ich bin dabei und das ist prima. Das ist nicht selbstverständlich und ich bin sehr dankbar dafür“, betont Christopher und verabschiedet sich fröhlich zum Training.
Bürgerreporter:in:Andreas Vogt |
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