Früher 1974 DBV heute ab 1990 NABU in Hatzfeld
Geschichte der NABU Ortsgruppe Hatzfeld e.V.

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Die Namenshistorie des heutigen NABU im Überblick::

1899: Gründung als Bund für Vogelschutz (BfV) durch Lina Hähnle.
1938–1945: Gleichschaltung während des Nationalsozialismus als Reichsbund für Vogelschutz (RfV).
1946: Wiederaufbau unter dem alten Namen BfV.
1965: Umbenennung in Deutscher Bund für Vogelschutz (DBV) und Aufteilung in Landesverbände.
1990: Zusammenschluss mit den neu gegründeten Landesverbänden der ehemaligen DDR und Umbenennung in Naturschutzbund Deutschland (NABU)

Die Anfänge des Vogelschutzes in Hatzfeld gehen auf Karl Albert Stolze, geborener Schumacher, zurück, der als Initiator und Gründer des Vereins fungierte.  Bereits im Jahr 1972 begann er mit weiteren 5 Mitstreitern  gemeinsam mit einigen Kindern und Jugendlichen aus Hatzfeld damit, Nistkästen zu bauen, diese im Wald aufzuhängen, zu kontrollieren und zu reinigen. Dabei wurde auch das Erkennen verschiedener Vogelarten und ihrer Stimmen geübt.

Eine bedeutende Unterstützung erhielt die Gruppe vom Revierförster Karl Klotz. Gemeinsam bauten sie Nistkästen und hängten sie im Wald auf. Zudem unternahmen sie mit ihm, zahlreiche Wanderungen durch die Wälder von Hatzfeld .

Im Jahr 1974 wurde die Ortsgruppe im Deutschen Bund für Vogelschutz gegründet, mit 45 Mitgliedern unter der Leitung von Karl Albert Stolze. Es fanden regelmäßig Exkursionen statt, oftmals sonntags morgens um 5 Uhr. Während dieser Beobachtungen wurden Listen geführt, um die Vogelarten und -zahlen zu dokumentieren. Die praktische Naturschutzarbeit wurde durch die Erstellung eines Vogellehrpfades vom Dieweg bis zur Burg ergänzt.

Die alte, verfallene Schutzhütte oberhalb der Burg Hatzfeld, die am Zerfallen war, wurde von den Mitgliedern der Vogelschutzgruppe  restauriert. Sie wurde mit neuen Brettern versehen , gestrichen, mit verschließbaren Fenstern und Türen versehen. Es wurde ein Zugangsweg zur Hütte geschaffen und das Außengelände gestaltet. Sie steht heute noch, obwohl sie wieder vom Zerfall bedroht ist.
Die Pflege der Breiten Heide wurde von der Vogelschutzgruppe 1978 übernommen.
Seit 1986 bemühte sich die NABU-Gruppe Hatzfeld um Entbuschung, sowie Schafbeweidung und Mahd von Teilflächen.
Im Jahr 1984 wurde ein Schwerpunkt auf den Amphibienschutz gelegt. Es wurden Froschzäune gebaut, um die Wanderungen der Lurche und Frösche zu schützen. Während der Wanderungen Mitte März wurden die Amphibien gezählt und dokumentiert.

In jüngster Zeit wurde die Beschilderung des Naturlehrpfades Vogellehrpfad - Goldseite, in Zusammenarbeit mit dem Verein für Burg- und Heimatgeschichte Hatzfeld e.V., erneuert. Es wurden neue Informationstafeln zu Lebensräumen wie Totholz, Reisighaufen, Steinhaufen oder auch eine Tafel welche eine Gegenüberstellung der intensiven / extensiven Grünlandnutzung zeigt,
installiert. Ein Schild, welches einen Überblick über Nistkastenbewohnende Vogelarten gibt, wurde neben der neu bestückten Nistkastenwand des Lehrpfades aufgestellt. Diese zeigt verschiedene Nisthilfen für Vögel, wie z.B. Meisen, Mauersegler, Wasseramsel, Baumläufer, Waldkauz oder auch Fledermäuse. Möglichkeiten für den Marder- und Waschbärschutz werden auch gezeigt.
• Installation und Pflege zahlreicher Nistkästen für Singvögel, aber auch Spezialnisthilfen für z.B.
Hornisse, Fledermaus, Wasseramsel, Eisvogel, Schleiereule und Turmfalke, um nur einige zu
nennen.
• Kartierung von Vogelarten und Mitarbeit an bundesweiten Monitoring-Programmen.
• Regelmäßige Teilnahme an den Ferienspielen der Stadt Hatzfeld, mit Exkursionen, Naturquiz-
Spielen und dem Bau von verschiedensten Nisthilfen für z.B. Vögel oder Insekten.
• Beseitigung des Riesenbärenklau, welcher sich hauptsächlich im Uferbereich der Eder ausbreitet
und dort heimische Pflanzen unterdrückt.
• Regelmäßig Aktionen zusammen mit den Auszubildenden der Firma Holligsworth & Vose im
Rahmen derer Findungswoche. In diesem Rahmen wurde z.B. der Schredderplatz in Hatzfeld
renaturiert, der Lehrpfad gepflegt, Nistkästen aufgehängt und in Stand gesetzt oder auch
Obstbäume gepflanzt.
• Besuche der Kita - Hatzfeld um mit den Kindern an bundesweiten NABU-Aktionen wie die Stunde
der Gartenvögel oder die Stunde der Wintervögel teilzunehmen.
Die geheimnisvolle Welt der Fledermäuse lernten die naturinteressierten Kinder des Hatzfelder Kindergartens bei einem Fledermausnachmittag mit Frank Seumer vom NABU-Kreisverband kennen. Fledermäuse sind Säugetiere, die jede Nacht mehrere Tausend Insekten vertilgen und mit den Menschen sehr nah verwandt sind.
• Flächen wurden angekauft und als Naturschutzflächen ausgewiesen. Pflegeverträge für die
extensive Bewirtschaftung wurden abgeschlossen.
• Anlage des Obstbaummuseums an der Buche, wo zahlreiche zum Teil sehr alte Obstbaumsorten
gepflanzt wurden. Aktuell Pflege und Erweiterung einer Streuobstwiese in Holzhausen, wo kürzlich
16 Obstbäume dazu gepflanzt wurden.
• Rettung und Pflege verletzter Tiere. So wurde z.B. verletzter und völlig geschwächter Uhu in die
Tierklinik gebracht und nach erfolgreicher Genesung wieder ausgewildert.

Bei vielen Vereinen läuft die ehrenamtliche Arbeit oft im Verborgenen ab – so auch bei der NABU-Ortsgruppe Hatzfeld. Umso wichtiger ist es, das Engagement jener Menschen zu würdigen, die mit großem Einsatz und Leidenschaft den Naturschutz vorantreiben. Besonders hervorzuheben sind dabei Oliver Schreiner und seine Vereinskollegen, die nicht nur die Natur schützen, sondern auch die jüngere Generation für den Naturschutz begeistern können.

Heute, nach 52 Jahren, hat der Verein 64 Mitglieder
Der Vorstand besteht aus dem
1. Vorsitzenden Oliver Schreiner (nabu - hatzfeld@online.de)
2. Vorsitzende Daniela Granzer
und dem Kassenwart Heinz Georg Schreiner

Bürgerreporter:in:

Rainer Mengel aus Hatzfeld (Eder)

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