Kommunalwahl
OB-Kandidat Baisch stellt Ergebnisse der Bürgerumfrage vor

Oberbürgermeisterkandidat Stefan Baisch (CSU) stellt die Ergebnisse der Bürgerumfrage und die Kernthemen des Wahlprogramms vor. | Foto: Gjoci/CSU
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Zu wenig Wohnungen, zu wenig Platz für Jugendliche, zu viele offene Fragen bei Verkehr, Sicherheit und Innenstadt: Günzburg wirkt an manchen Stellen wie eine Stadt, die schneller gewachsen ist als ihre Lösungen. Wer hier lebt, spürt das im Alltag – auf dem angespannten Wohnungsmarkt ebenso wie auf unsicheren Radwegen oder an Orten, an denen man sich abends nicht mehr ganz wohlfühlt. Genau diese Spannungen, aber auch die Stärken der Stadt, hat eine umfangreiche Bürgerumfrage sichtbar gemacht, deren Ergebnisse nun im Rahmen einer Wahlkampfveranstaltung vorgestellt wurden.

591 Günzburgerinnen und Günzburger beteiligten sich an der Befragung und zeichneten ein bemerkenswert klares Stimmungsbild. Oberbürgermeisterkandidat Stefan Baisch (CSU) sprach von einem starken Zeichen demokratischer Beteiligung und betonte, wie wichtig ihm der direkte Austausch mit den Menschen sei. Die Rückmeldungen zeigen: Die Mehrheit lebt gerne in Günzburg, schätzt das ausgeprägte Vereinsleben, das starke Ehrenamt und eine Verwaltung, die vielfach als zuverlässig wahrgenommen wird. Dieses positive Grundgefühl trägt die Stadt – verdeckt aber nicht die Punkte, an denen es hakt.

Besonders deutlich fällt die Kritik beim Thema bezahlbarer Wohnraum und Bauland aus. Auch Jugendliche kommen in Günzburg aus Sicht vieler zu kurz: Es fehlt an Treffpunkten, Freizeitangeboten und einem eigenen Jugendzentrum. Hinzu treten Sorgen um die medizinische Versorgung, Unsicherheiten im Verkehrs- und Baustellenmanagement sowie wachsende Leerstände in der Innenstadt. Fragen von Sauberkeit, Vandalismus und Sicherheit wurden ebenso genannt wie Skepsis gegenüber der geplanten Landesgartenschau 2029, die viele aus finanziellen Gründen kritisch sehen.

CSU-Ortsvorsitzender Philipp Rauner wertete die Ergebnisse als klaren Arbeitsauftrag: zuhören, Prioritäten setzen und dabei die finanziellen Spielräume der Stadt im Blick behalten. Baisch benannte jene Themen, die er im Wahlkampf in den Mittelpunkt stellen will: mehr Sicherheit und Ordnung, eine aktivere Wohnraum- und Baulandpolitik, stärkere Jugendarbeit, sichtbare Verbesserungen bei Sauberkeit und Stadtbild, neue Impulse für die Innenstadt, verlässliche Verkehrslösungen und ein wirtschaftsfreundliches Klima im Rathaus. Das sei kein Abschluss, sondern der Beginn eines dauerhaften Dialogs.

Der Abend endete mit vielen Gesprächen und spürbarem Diskussionsbedarf. Deutlich wurde dabei vor allem eines: Günzburg hat engagierte Bürgerinnen und Bürger, ein starkes Miteinander und viel Identifikation mit der eigenen Stadt. Die Erwartungen sind hoch – aber sie gründen auf dem Wunsch, dass eine ohnehin lebenswerte Stadt ihr Potenzial künftig noch besser nutzt - und das besser mit Baisch.

(Text: Jenny Schack)

Bürgerreporter:in:

Stefan Baisch aus Günzburg

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