Bundesprojekt „RadiW“
Deutschland-Premiere: Günzburger Bauhof bringt Schwerlastenrad auf die Straße
- Günzburg ist eine von 20 Modellkommunen für den Einsatz von Schwerlasträdern im Wirtschaftsverkehr. Mitarbeiter des Bauhofs testen in den nächsten Wochen das neue Rad.
- Foto: Michael Lindner/ Stadt Günzburg
- hochgeladen von Madlen Ellmenreich
Im Bundesprojekt „RadiW“ übernimmt Günzburg die Vorreiterrolle. Als erste der 20 Modellkommunen testet die Stadt das XXL-Lastenrad.
Günzburg startet als erste Modellkommune
Die Stadt Günzburg setzt ein starkes Zeichen für die nachhaltige Mobilität vor Ort: Als eine von nur 20 ausgewählten Modellkommunen in ganz Deutschland nimmt sie am Bundesprojekt „RadiW“ (Das Rad im Wirtschaftsverkehr) teil. Besonders erfreulich: Günzburg startete in dieser Woche noch vor dem offiziellen Projektbeginn als allererste Stadt bundesweit in die praktische Erprobung. Der städtische Bauhof hat dafür ab sofort ein imposantes Schwerlast-Dreirad im Einsatz.
Kostenloser Praxistest vor einer Anschaffung
Günzburg war ohnehin kurz vor der Entscheidung, ein Lastenrad für den Bauhof und die Gärtnerei anzuschaffen. Durch den Zuschlag als Ersttester bietet sich nun eine optimale Gelegenheit, das Schwerlastenrad im Alltag kostenfrei auf Herz und Nieren zu prüfen, bevor eine eigene Anschaffung auf Basis echter Praxiserfahrungen getätigt wird.
Daniela Fischer freut sich als Radverkehrsbeauftragte der Stadt Günzburg über die Testphase und sagt: „Für uns ist es fantastisch, als erste Kommune Vorreiter zu sein. Die gewonnenen Erfahrungen fließen direkt in das Bundesprojekt ein, was die Teilnahme für uns noch wertvoller macht.“ Gleichzeitig möchte die Stadt mit gutem Beispiel vorangehen und lokale Betriebe dazu anregen, das Lastenrad als praxistaugliche Alternative für kurze Strecken im eigenen Betrieb zu prüfen. Der Test ist ein weiterer konsequenter Schritt der Großen Kreisstadt auf dem Weg zur Fahrradstadt.
Dass es sich bei dem Testfahrzeug nicht um ein gewöhnliches Fahrrad handelt, zeigte sich direkt bei der Anlieferung: Das dreirädrige Lastenrad ist 2,70 Meter lang, wiegt 74 Kilogramm und ist für ein Gesamtgewicht von bis zu 300 Kilogramm ausgelegt. Die 1,50 Meter lange Ladefläche bietet reichlich Platz für Werkzeuge, Pflanzen und Substrat sowie Arbeitsmaterialien.
Bei der Übergabe nutzten die Mitarbeiter des Bauhofs die Gelegenheit für ausführliche Testfahrten. Angeleitet wurden sie von Elias Schirm von „Die E-Bike Profis“ aus Jettingen-Scheppach. Das Fazit der Bauhof-Mitarbeiter vor Ort: Das Fahr- und Lenkverhalten des dreirädrigen Kolosses unterscheidet sich grundlegend von einem normalen Zweirad und erfordert Einsteigern so manches an Übung ab. „Das ist fast wie noch einmal Fahrradfahren lernen“, schmunzelten einige Bauhofmitarbeiter nach den ersten Metern. Dennoch ist die Vorfreude im Team groß, kurze Fahrten im Stadtgebiet künftig emissionsfrei, flächenschonend und effizient zu absolvieren.
Bundesprojekt stärkt Radlogistik
Über das Projekt RadiW
Das Projekt „RadiW“ wird vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) geleitet. Es unterstützt Kommunen dabei, Lastenräder systematisch im Wirtschafts- und Verwaltungsverkehr zu verankern. Die praxisnahen Erkenntnisse aus den 20 Modellkommunen fließen in den bundesweiten „Atlas der Radlogistik“ ein. (PM)
myheimat-Team:Madlen Ellmenreich aus Augsburg |
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