Lokalgeschichte
Vortrag zur jüdischen Gemeinde in Günzburg im 16. Jh.

Über das erfolgreiche Günzburger Geschichtsforum freuen sich v.l. Museumsleiter und Stadtarchivar Dr. Raphael Gerhardt, die Referenten Professorin Dr. Sabine Ullmann und Tobias Stampfer und der 1. Vorsitzende des Historischen Vereins Günzburg Stefan Baisch | Foto: Ost/Historischer Verein Günzburg
  • Über das erfolgreiche Günzburger Geschichtsforum freuen sich v.l. Museumsleiter und Stadtarchivar Dr. Raphael Gerhardt, die Referenten Professorin Dr. Sabine Ullmann und Tobias Stampfer und der 1. Vorsitzende des Historischen Vereins Günzburg Stefan Baisch
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Bis auf den letzten Platz gefüllt war der Rokokosaal des Günzburg Heimatmuseums als der Historiker Tobias Stampfer die weitgehend in Vergessenheit geratene Geschichte der jüdischen Gemeinde in Günzburg beleuchtete. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Günzburger Geschichtsforums statt, das in Kooperation zwischen der Stadt Günzburg, der Volkshochschule im Landkreis Günzburg und dem Historischen Verein Günzburg organisiert wird.
Museumsleiter und Stadtarchivar Dr. Raphael Gerhardt begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste und betonte die Bedeutung solcher Veranstaltungen für das historische Selbstverständnis der Stadt: „Gerade die weniger bekannten Kapitel unserer Stadtgeschichte verdienen es, ins Licht der Öffentlichkeit gerückt zu werden.“
In ihrer fundierten Einführung stellte Prof. Dr. Sabine Ullmann von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt die Entwicklung des schwäbischen Landjudentums dar und ordnete die jüdische Gemeinde Günzburgs in den größeren historischen Zusammenhang ein.
Der Hauptvortrag von Tobias Stampfer, der sich in seiner Doktorarbeit intensiv mit dem Leben und Wirken von Simon von Günzburg (1506–1585) auseinandergesetzt hat, beeindruckte durch seine wissenschaftliche Tiefe und anschauliche Darstellung. Stampfer schilderte nicht nur die wirtschaftlichen Verbindungen des jüdischen Finanziers zu weltlichen und kirchlichen Fürsten, sondern verdeutlichte auch die Bedeutung der jüdischen Gemeinde Günzburgs als ein Zentrum religiösen und ökonomischen Lebens im 16. Jahrhundert.
Im Anschluss an die Vorträge moderierte Stefan Baisch, 1. Vorsitzender des Historischen Vereins Günzburg, eine angeregte Diskussion mit dem Publikum, bei der zahlreiche Fragen gestellt und weiterführende Aspekte aufgegriffen wurden. In seinem abschließenden Dankeswort würdigte Baisch die große Expertise der Referierenden und hob die Wichtigkeit der Auseinandersetzung mit lokalgeschichtlichen Themen hervor.
Bei einem abschließenden Getränk nutzten viele Gäste die Gelegenheit, sich untereinander und mit den Vortragenden weiter auszutauschen – ein gelungener Abend, der nicht nur historisches Wissen vermittelte, sondern auch zur weiteren Auseinandersetzung mit der jüdischen Geschichte Günzburgs anregte.

Bürgerreporter:in:

Stefan Baisch aus Günzburg

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