LRS, Schulprobleme, Ängste
Reflexintegration – wenn frühkindliche Reflexe das Lernen beeinflussen
- hochgeladen von Christine Kuhn
Das erste Mal, als ich auf Thema Reflexintegration stieß, war zu Hause – mit meinen eigenen Kindern.
Als Mutter beobachtete ich, dass sie nach der Schule oder dem Kindergarten oft erschöpft und überreizt waren. Die Hausaufgaben wurden zur Belastung, kleine Misserfolge führten schnell zu Tränen. Als zusätzlich eine Lese-Rechtschreib-Schwäche bei einem meiner Söhne auffällig wurde, gehörten Bauchschmerzen am Morgen und Angst vor der Schule zu unserem Alltag.
Mein Bauchgefühl sagte mir, dass es eine Lösung geben musste – eine Möglichkeit, meinem Kind zu helfen und ihm die Freude am Lernen und der Schule zurückzugeben.
Auf meiner Suche nach Unterstützung stieß ich auf das Thema frühkindliche Reflexe. Mir wurde schnell klar, wie stark nicht integrierte Reflexe den Alltag und die Entwicklung eines Kindes beeinflussen können.
Frühkindliche Reflexe sind in der Schwangerschaft, bei der Geburt und in den ersten Lebensmonaten lebensnotwendig. Sie sichern das Überleben und unterstützen die neurologische und motorische Entwicklung. Im Normalfall werden sie im Laufe der Entwicklung durch bewusste Bewegungen ersetzt und damit integriert.
Verschiedene Faktoren können diesen Prozess jedoch stören:
Stress während der Schwangerschaft, eine traumatische Geburt (z. B. Kaiserschnitt, Frühgeburt, Zangen- oder Saugglockengeburt), Krankheiten oder Bewegungseinschränkungen im Säuglingsalter (z. B. langes Liegen in Schalen, häufiges Tragen) können dazu führen, dass Reflexe unvollständig integriert bleiben.
Die Folgen können Koordinationsprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten und Auffälligkeiten in der emotionalen Entwicklung sein. Häufig werden diese Probleme erstmals in der Schule sichtbar: durch unruhiges Sitzen, Lese-, Rechtschreib- oder Rechenschwierigkeiten, Überforderung und Schulangst.
Als Physiotherapeutin entschied ich mich daher 2024 und 2025 für die Weiterbildung zur Reflexintegrationstrainerin nach dem RIT-Prinzip. Ich begann, die Übungen mit meinen eigenen Kindern umzusetzen.
Durch gezielte Bewegungsübungen werden neuronale Verknüpfungen im Gehirn stimuliert und neu organisiert – mit dem Ziel, unvollständige Entwicklungsschritte nachzuholen.
Die Veränderungen kamen nicht über Nacht. Aber sie zeigten sich in vielen kleinen Momenten unseres Alltags: mehr Ruhe und Ausgeglichenheit, bessere Konzentration bei den Hausaufgaben, mehr Selbstvertrauen und weniger Ängste.
Aufgrund meiner eigenen positiven Erfahrungen – sowohl mit meinen Kindern als auch inzwischen mit vielen anderen Familien – biete ich das Reflexintegrationstraining heute in meiner Praxis in Gersthofen an. Besonders Kinder mit Lern- oder Aufmerksamkeitsproblemen profitieren von diesem Ansatz.
Ich freue mich, wenn ich damit möglichst viele Kinder und Eltern auf ihrem Weg unterstützen darf.
Weitere Informationen finden Sie auf meiner Homepage:
www.physio-kuhn.de
Bürgerreporter:in:Christine Kuhn |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.