Sprachförderung in der Kita St. Elisabeth
Sprachvorbilder
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Im vierten Teil unserer Sprachserie erfahren Sie mehr über Sprachvorbilder
Sprachvorbilder im familiären Umfeld:
Von Anfang an übernehmen Eltern, Geschwister sowie enge Bezugspersonen im familiären Umfeld eine wichtige Vorbildfunktion für die sprachliche Entwicklung des Kindes. Kinder lernen Sprache vor allem durch Nachahmung, gemeinsames Sprechen und alltägliche Kommunikation. Ein sprach förderliches Umfeld mit vielen Gesprächen, regelmäßigen Vorlesezeiten, aufmerksamen Zuhören und gegenseitigem Austausch unterstützt den Wortschatz, die Aussprache und die Fähigkeit sich sprachlich auszudrücken. Besonders Geschwister wirken oft motivierend, da sie im gemeinsamen Spiel Sprache natürlich anwenden und erweitern. Ein wertschätzender und kommunikativer Umgang innerhalb der Familie stärkt somit die Sprachentwicklung und das Selbstvertrauen des Kindes im sprachlichen Ausdruck.
Die Rolle der pädagogischen Fachkraft als Sprachvorbild in der Kita:
Während der Woche verbringen die Kinder einen Großteil ihres Tages in der Kita. Wir pädagogischen Fachkräfte werden dadurch zu wichtigen Bezugspersonen und Kommunikationspartnern für die Kinder und übernehmen dabei eine bedeutende Vorbildfunktion auf allen sprachlichen Ebenen: In der Betonung und Sprachmelodie (Prosodie), der Aussprache, dem Wortschatz, der Grammatik sowie im gesamten Kommunikationsverhalten.
Somit wirkt unsere eigene Sprache als Modell, an dem sich die Kinder orientieren. Besonders wichtig ist eine authentische und natürliche Sprache. Nicht die formale Perfektion steht im Vordergrund, sondern eine verständliche, zugewandte und „echte“ Kommunikation mit dem Kind.
Ein positives Sprachvorbild zeichnet sich aus durch:
- eine wertschätzende und authentische Kommunikation
- die eigene Sprechfreude, die auf das Kind übertragen wird
- klare, korrekte und deutliche Aussprache
- abwechslungsreiche Betonung und Sprachmelodie
- altersangemessene Ausdrucksweise
- reichhaltiger und variantenreicher Wortschatz
- aktives Zuhören und Zugewandtheit auf Augenhöhe der Kinder
- Geduld und Ermutigung zur eigenen Sprachproduktion
- das Schaffen von vielfältigen Sprachanlässen
Kinder übernehmen unbewusst Sprachmuster, Sprachmelodien, Satzstrukturen und grammatikalische Ausdrucksweisen. Daher ist es entscheidend, dass wir Fachkräfte unsere eigene Sprache gezielt einsetzen, kontinuierlich reflektieren und angemessen an den Entwicklungsstand der Kinder anpassen.
Sprachbildung im Kitaalltag – Alltagsintegrierte Sprachförderung:
In unserer Kita verfolgen wir einen alltagsintegrierten Ansatz. Das bedeutet: Sprachbildung findet nicht nur in geplanten Angeboten statt, sondern durchzieht den gesamten Tagesablauf.
Beispiele aus unserem Kita – Alltag:
Freispiel:
Wir begleiten das Spiel sprachlich, greifen Themen der Kinder auf und erweitern deren Äußerungen. Z.B. „Du hast einen hohen Turm gebaut. Der sieht sehr stabil aus!“
Essen :
Gemeinsame Gespräche beim Essen fördern den Wortschatz und die Kommunikationsregeln. Z.B. „Was hast du denn heute für eine Brotzeit dabei? Was davon, schmeckt dir besonders gut?“
An – und Ausziehen:
Situationen werden sprachlich begleitet und benannt. Z.B. „Zieh bitte deine Jacke an und schließe den Reißverschluss, denn draußen ist es kalt.“
Bilderbücher und Geschichten:
Dialogisches, gemeinsames Betrachten von Büchern, regt die Kinder zum regen Sprechen und ausgiebigen Erzählen an, da sie hierbei aktiv miteinbezogen werden, indem möglichst viele offene Fragen gestellt werden. Z.B. „Was glaubt ihr wie diese Geschichte weitergehen könnte. Warum könnte denn der Junge so traurig sein? Habt ihr auch schon einmal so eine ähnliche Situation erlebt…?“
Sprechförderliche Strategien im pädagogischen Alltag:
Folgende Methoden nutzen wir bewusst, um die Sprache der Kinder zu fördern:
Erweitertes Feedback (Expansion):
Das Kind sagt: „Auto schnell“
Die päd. Fachkraft antwortet darauf und sagt: „Ja, das rote Auto fährt sehr schnell die Straße entlang.“
Korrektives Feedback (Wiederholung der richtigen Sprachform, ohne das Kind zu kritisieren):
Das Kind sagt: „Der Hund hat geschlaft.“
Die Fachkraft antwortet: „Ja genau, der Hund hat geschlafen. Er war bestimmt müde.“
Offene Fragen stellen:
„Was denkst du, was machen wir als Nächstes?“
Wartezeiten geben:
Die Kinder erhalten ausreichend Zeit, um ihre eigenen Gedanken zu formulieren.
Sprachliche Begleitung von Handlungen:
Die aktuelle Tätigkeit wird beschrieben und kommentiert.
Wiederholungen:
Neue Begriffe werden mehrfach in unterschiedlichen Kontexten aufgegriffen und verwendet, damit sich diese im Laufe der Zeit einprägen können.
Wichtige Zusammenfassung:
Eine sprach förderliche Haltung im Kita – Alltag bedeutet für uns vor allem, Kindern als verlässliches und authentisches, gutes Sprachvorbild zu begegnen.
Die Sprachvorbildrolle ist in unserer Kita ein zentraler Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Durch bewusste, wertschätzende und anregende Kommunikation schaffen wir eine Umgebung, in der Kinder Sprache mit Freude aktiv erleben, vertiefen und entwickeln können.
Sprache ist mehr als Worte, sie ist Grundlage für Bildung, Teilhabe und persönlicher Entwicklung. Gemeinsam mit den Eltern möchten wir die Kinder auf diesem wichtigen Weg bestmöglich begleiten.
Bürgerreporter:in:St. Elisabeth Kita aus Gersthofen |
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