Verantwortung erleben in der Kita St. Elisabeth
"Heute bin ich die Erzieherin!"

Im Rahmen unseres Kindergartenalltags übernahmen drei unserer Vorschulkinder für eine begrenzte Zeit die Rolle der Erzieherinnen. Dabei begleiteten sie kleine Aufgaben im Gruppenalltag, erklärten Regeln, trafen einfache Entscheidungen und übernahmen Verantwortung für das Gruppen-Geschehen.
Ziel dieses Experiments war es, den Kindern einen Perspektivwechsel zu ermöglichen.
Sie konnten erleben, welche Aufgaben pädagogische Fachkräfte im Alltag übernehmen und welche Verantwortung damit verbunden ist.

Unsere pädagogischen Ziele:
Durch dieses Experiment erhielten die Vorschulkinder die Gelegenheit, den Kindergartenalltag aus einer anderen Sicht zu erleben. Indem sie selbst in die Rolle der Erzieherinnen schlüpften, konnten sie erfahren, dass zum Zusammenleben in einer Gruppe mehr gehört als Spielen und Spaß.
Regeln müssen erklärt, Entscheidungen getroffen und das Wohl aller Kinder muss im Blick behalten werden.
Dabei wurden besonders die sozialen Kompetenzen der Kinder gestärkt. Sie mussten auf andere Kinder achten, Absprachen vermitteln und überlegen, wie sie in unterschiedlichen Situationen angemessen reagieren können. Dadurch entwickelten sie ein besseres Verständnis dafür, warum Regeln im Alltag wichtig sind.
Auch die Empathie der Kinder wurde angesprochen. Das bedeutet, dass sie versuchten nachzuvollziehen, wie sich Erzieherinnen fühlen, wenn sie viele Kinder gleichzeitig begleiten und auf verschiedene Bedürfnisse achten müssen. Die Kinder erlebten dabei, dass Geduld, Ruhe und Aufmerksamkeit eine wichtige Rolle spielen.
Darüber hinaus wurde die Selbstreflexion gefördert. Die Kinder begannen darüber nachzudenken, wie sie sich selbst im Gruppenalltag verhalten und welche Auswirkungen ihr Verhalten auf andere haben kann. Dies unterstützt das Verständnis für ein respektvolles und rücksichtvolles Miteinander.

Beobachtungen während des Experiments:
Die drei Vorschulkinder gingen sehr motiviert und neugierig in ihre neue Rolle. Sie versuchten, Regeln zu erklären, Ordnung zu halten und den jüngeren Kindern zu helfen.
Dabei stellten sie schnell fest, dass diese Aufgabe auch Herausforderungen mit sich bringt.
Besonders schwierig war es für sie, ruhig zu bleiben, wenn andere Kinder nicht zuhörten oder viel Unsinn machten.
Es war schön zu sehen, wie die Kinder sich gegenseitig unterstützten. Dadurch entstand ein kleines Team, das gemeinsam versuchte, den Morgenkreis zu meistern.

Selbstreflexion der Kinder:
Nach dem Experiment wurden die drei Vorschulkinder zu ihren Erfahrungen in der Rolle der Erzieherinnen befragt.
In einem gemeinsamen Gespräch konnten sie erzählen, wie sie diese Situation erlebt haben und was sie dabei gelernt haben.
Zwei Kinder berichteten sehr positiv von ihrer Erfahrung.
Sie erzählten, dass ihnen die Aufgabe Spaß gemacht hat und dass sie gut zusammengearbeitet haben. Besonders stolz waren sie darauf, Verantwortung übernehmen zu dürfen und anderen Kindern etwas erklären zu können. Ein Kind sagte: „Es war gut. Wir hatten Spaß und waren ein gutes Team“
Außerdem stellten die Kinder fest, dass man sich in dieser Rolle anders verhalten muss als im normalen Kindergartenalltag. Sie erkannten, dass es wichtig ist, ruhig zu bleiben, Regeln zu erklären und für andere Kinder ein Vorbild zu sein. Dazu sagten sie: „Wir haben gelernt, wie wir uns verhalten müssen“ und „Wenn Kinder uns ärgern, dürfen wir nicht gleich anfangen zu weinen“.
Gleichzeitig berichtete ein Vorschulkind auch von schwierigeren Momenten. Besonders herausfordernd war es für die Kinder, wenn andere Kinder nicht zuhörten oder viel Unruhe entstand. In solchen Situationen merkten sie, dass es nicht immer leicht ist, eine Gruppe zu begleiten und für Ordnung zu sorgen. „Es war ganz schlecht, weil die Kinder so viel Quatsch gemacht haben“, „Wir müssen konsequent sein“ und „Es war schon ein bisschen anstrengend“.
Die Aussagen der Kinder zeigen deutlich, dass sie sich intensiv mit ihrer neuen Rolle auseinandergesetzt haben. Sie erlebten, dass die Aufgaben einer Erzieherin sowohl Freude bereiten als auch Verantwortung mit sich bringt. Gleichzeitig wurde ihnen bewusst, dass Geduld, Ruhe und klare Regeln notwendig sind, damit das Zusammenleben in der Gruppe gut funktioniert.

Pädagogische Bedeutung:
Das Experiment ermöglichte den Kindern einen wertvollen Perspektivwechsel. Sie konnten erfahren, warum Regeln und Absprachen im Kindergartenalltag wichtig sind und welche Verantwortung Erziehrinnen tragen.
Solche Erfahrungen fördern das Verständnis für das Zusammenleben in der Gruppe, stärken die Fähigkeit zur Selbstreflexion und unterstützen die Kinder in ihrer sozial-emotionalen Entwicklung.

Bürgerreporter:in:

St. Elisabeth Kita aus Gersthofen

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