SPD-Unterbezirksvorsitzende Nicole Schmidt
SPD Gelsenkirchen zur Kritik an Landarztquote: „Wer angehende Kinderärzte bestraft, handelt fahrlässig“
- SPD-Landtagsabgeordnete Christin Siebel
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SPD Gelsenkirchen zur Kritik an Landarztquote: „Wer angehende Kinderärzte bestraft, handelt fahrlässig“
In der aktuellen Diskussion um die Landarztquote, die auf Entscheidung der Landesregierung angehende Kinderärztinnen und -ärzte von einem vereinfachten Zugang zum Medizinstudium ausschleißt und vorhandene Studierende mit Strafzahlungen in Höhe von 250.000 € bedroht, wenn sie den bereits eingeschlagenen Weg hin zur kinderärztlichen Ausbildung fortsetzen, bezieht die SPD Gelsenkirchen deutlich Position: „Wer angehende Kinderärztinnen und -ärzte bestraft, handelt fahrlässig,“ so die SPD-Landtagsabgeordnete Christin Siebel, die das Direktmandat für den nördlichen Gelsenkirchener Landtagswahlkreis innehat und sich im Parlament mit Familienpolitik befasst. „Jeder Mensch, der Kinder hat, kennt zahlreiche Eindrücke aus überlaufenen Praxen und erlebt eine kinderärztliche Versorgung, die konsequent am Limit ist. Wer in eine andere Kinderarztpraxis wechseln will oder einen neuen Kinderarzt suchen muss, der braucht Geduld und teilweise auch Glück, Daran muss sich im Sinne der berufstätigen Familien etwas ändern.“ Siebel ist selbst Mutter eines Sohnes im Grundschulalter.
Ihr Kollege Sebastian Watermeier, der als direkt gewählter Abgeordneter für die SPD den südlichen Gelsenkirchener Wahlkreis vertritt und dessen Tochter ebenfalls zur Grundschule geht, schließt sich dem an: „Mehr Kinderärztinnen und -ärzte würden eine deutliche Entlastung des Systems bedeuten, egal ob auf dem Land oder in den Städten des Ruhrgebiets, wo Facharztpraxen nicht so attraktiv sind wie an der Rheinschiene. Die Landesregierung sollte statt Strafandrohungen lieber mit offenen Armen auf Menschen reagieren, die den kinderärztlichen Beruf ergreifen wollen.“ Watermeier bekundet, aus seinem Freundes- und Bekanntenkreis viel Unsicherheit um die Gesundheitsversorgung der Kinder wahrzunehmen: „Vielerorts sind die Kinderärztinnen – und -ärzte zwar erfahren und kompetent, aber auch lebensälter. Für viele bleiben nicht mehr viele Jahre im praktischen Beruf, wie auch aktuelle Zahlen belegen. Wir steuern auf eine unklare Nachwuchssituation zu.“
Die Gemengelage treibt auch die SPD-Unterbezirksvorsitzende Nicole Schmidt um. Sie ist beruflich im frühkindlichen Bereich tätig. „Die Versorgungslage bei den Kinderärzten und die zunehmende Überlastung der Praxen sind aus meiner Sicht vor allem auch eine Gefahr für die Prävention: Auch wenn Notfälle und akute Krankheiten natürlich prioritär versorgt werden können, sind mit regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und Beratungsangeboten ja auch andere kinderärztliche Leistungen, die zum Teil sehr zeitintensiv sind, gefragt, stehen aber bei Überlastung mitunter hinten an.“ Schmidt sieht darin die Gefahr einer sozialen Schere. „Wenn ständige Terminnot herrscht, dann sind Elternhäuser mit mehr Zeit und Energie deutlich besser in der Lage, Termine für ihre Kinder zu managen, als beispielsweise berufstätige Alleinerziehende oder Menschen mit ungünstigen Arbeitszeiten oder schlechten Sprachkenntnissen.“
Die SPD Gelsenkirchen will nicht, dass die medizinische Versorgung von Kindern zur sozialen Frage wird. Sie setzt sich deshalb landespolitisch dafür ein, die kinderärztliche Versorgung im ganzen Land und insbesondere mit Blick auf das Ruhrgebiet zu verbessern.
Bürgerreporter:in:Heinz Kolb aus Gelsenkirchen |
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