150 Jahre Tatkraft, Schutz und Zusammenhalt
Die Freiwillige Feuerwehr Gablingen feiert im Juni großes Jubiläum

Gruppenfoto der Freiwilligen Feuerwehr Gablingen | Foto: Freiwillige Feuerwehr Gablingen
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Gablingen. Ein ganzes Dorf steht in den Startlöchern für ein historisches Festwochenende: Von Donnerstag bis Sonntag, 11. bis 14. Juni, feiert die Freiwillige Feuerwehr Gablingen ihr stolzes 150-jähriges Bestehen. Seit eineinhalb Jahrhunderten steht die Wehr unermüdlich im Dienst der Bürgerinnen und Bürger – getreu dem traditionellen Motto „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“. Was im Jahr 1876 mit vergleichsweise einfacher Ausrüstung begann, ist heute eine hochmoderne Stütze der örtlichen Sicherheit und zugleich ein unverzichtbarer Motor des Gablinger Vereinslebens. Wer bereits jetzt seinen Festbesuch planen möchte, findet den Gesamtüberblick zum viertägigen Programm am Ende dieses Artikels.

Ein Blick in die Chronik: Von den Anfängen im Kaiserreich
Die Wurzeln der Einsatzkräfte reichen zurück ins Jahr 1876: Am 19. Februar schlossen sich 39 engagierte Gablinger Bürger zusammen, um einen geregelten Brandschutz im Ort aufzubauen. Zur ersten Ausrüstung gehörten zwei Druckspritzen, Messinghelme, Gurte und lederne Wasserschapfen. Alarmiert wurde damals noch ganz anders als heute, denn im Ernstfall riefen die örtliche Kirchenglocke und Signalhorn die Helfer zusammen.

Der erste große, in der Historie dokumentierte Brandeinsatz folgte 1892: Beim Brand auf dem Anwesen von Kaiser Pius kämpften 334 Feuerwehrkräfte aus Gablingen und den Nachbarwehren gemeinsam gegen die Flammen. Meilensteine wie der Bau des ersten Spritzenhauses mit Schlauchtrockenturm an der Hauptstraße (1910) oder die Anschaffung einer modernen Schubleiter (1913) prägten die frühen Jahrzehnte und zeigen: Schon damals dachte man in Gablingen an Fortschritt und an die Sicherheit der Dorfgemeinschaft.

Prüfungen, Krisen und Zusammenhalt in schweren Zeiten

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Gablingen ist auch geprägt von schweren Zeiten. In beiden Weltkriegen verlor der Verein zahlreiche Kameraden an der Front. Besonders während des Zweiten Weltkriegs und bei den verheerenden Bombenangriffen auf Augsburg und München leistete die Wehr überregional Lösch- und Hilfsdienste. Oft unter schwierigen Bedingungen und teils mit Jugendlichen, die gerade einmal 14 bis 17 Jahre alt waren.

Bereits im Februar 1946 wurde die Einheit unter dem 1. Vorstand Benedikt Kratzer neu gegründet. Wie wichtig die Feuerwehr für den Ort war und ist, zeigte sich in den Nachkriegsjahren bei dramatischen Einsätzen. Etwa beim Großbrand des Thalhofer Anwesens im Juni 1948 nach einem Blitzeinschlag. Auch der Großbrand im Werk Foret (Firma Michalke) im Mai 1965, einer der größten Brände der Landkreisgeschichte, bleibt vielen bis heute als einschneidendes Ereignis in Erinnerung.

Technischer Fortschritt – und immer neue Herausforderungen

Die folgenden Jahrzehnte standen im Zeichen der Modernisierung. Ein Meilenstein der jüngeren Geschichte war der Neubau des heutigen Feuerwehrgerätehauses (1998–2000), das in weiten Teilen in Eigenleistung der Kameradinnen und Kameraden entstand – ein starkes Zeichen für Zusammenhalt und Vereinsgeist.
Auch die technische Entwicklung ist eindrucksvoll: vom ersten Tanklöschfahrzeug TLF 16 (1983) über das Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20/16 (2008) bis zur Stationierung des landkreisweiten Einsatzleitwagens ELW 1 (2010) und dem neuen Löschgruppenfahrzeug LF 20 (2021).

Wie unverzichtbar moderne Ausrüstung, Ausbildung und eine schlagkräftige Mannschaft sind, zeigte sich auch in jüngster Zeit. Bei Unwetter- und Hochwassereinsätzen an der Schmutter waren die Kräfte im Dauereinsatz, pumpten Keller aus, sicherten Gebäude und schützten Hab und Gut und das oft über viele Stunden hinweg und über Tage verteilt.

Mehr als Einsatzdienst: Ein Verein, der das Dorfleben prägt

Die Floriansjünger Gablingen ist weit mehr als eine technische Hilfstruppe. Sie ist ein Verein, der das Dorfleben mitgestaltet und Menschen zusammenbringt. Ob beim Maibaumaufstellen, beim Johannifeuer, beim Rettich- und Kesselfleischessen oder bei der stimmungsvollen Dorfweihnacht. Immer wieder ist die Feuerwehr ein verlässlicher Veranstalter, Helfer und Treffpunkt für Jung und Alt. Besonders stolz ist man auf die starke Jugendgruppe und auf den wachsenden Anteil an Frauen, die den aktiven Dienst und das Vereinsleben bereichern. Zur Einstimmung auf das Jubiläum pilgerten die Gablinger Feuerwehrleute erst kürzlich gemeinsam mit der Patenwehr aus Achsheim bei einer feierlichen Feuerwehrwallfahrt zur Wallfahrtskirche Violau.

Vier Tage Ausnahmezustand im Festzelt am Schlauenweg
Nun biegen die monatelangen Vorbereitungen des Festausschusses und der Festdamen auf die Zielgerade ein. Von 11. bis 14. Juni wird der Festplatz am Schlauenweg zur Party- und Festmeile mit Festzelt-Gemütlichkeit, Musik, Gemeinschaft und einem Programm, das Generationen anspricht.

Ein echtes Action-Highlight wartet am Samstag: Beim großen Teamwettkampf „Zug auf Zeit“ ab 15.30 Uhr treten Mannschaften gegeneinander an – Feuerwehren ebenso wie Hobby- und Vereinsbünde. Ziel ist es, das tonnenschwere Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 über eine Distanz von 25 Metern möglichst schnell ins Ziel zu ziehen. Anmeldungen sind noch bis zum 1. Juni möglich.
Die Freiwillige Feuerwehr Gablingen lädt die gesamte Bevölkerung aus nah und fern herzlich ein, dieses besondere Jubiläum gemeinsam zu feiern – als Dank an alle, die seit 150 Jahren anpacken, und als Fest für das ganze Dorf.

Das Festprogramm im Überblick

Donnerstag, 11. Juni: Tag der Vereine & Betriebe
• 17 Uhr: Festzelteröffnung
• 18 Uhr: Einzug der Ortsvereine mit Fahnenabordnungen
• 20 Uhr: Bayerischer Dreikampf (Anmeldung direkt im Festzelt) – musikalische Umrahmung durch den Musikverein Gablingen   und das Blasorchester Lützelburg

Freitag, 12. Juni: Partysound mit Auszeichnung
• 18 Uhr: Festzeltbetrieb
• 20 Uhr: Heißer Sound und ausgelassene Stimmung mit LECK O’MIO (Künstler des Jahres)

Samstag, 13. Juni: Familiennachmittag & Rock meets Feuerwehr
• 14.30 Uhr: Kinder- und Familiennachmittag
• 15.30 Uhr: Teamwettkampf „Zug auf Zeit“
• 20 Uhr: SHOUT LIVE! – Rock, Music & Stimmung pur, inklusive großer Siegerehrung

Sonntag, 14. Juni: Der große Festsonntag
• 6 Uhr: Traditioneller Weckruf
• 8 Uhr: Empfang der Vereine mit gemütlichem Frühschoppen
• 9.30 Uhr: Feierlicher Festgottesdienst direkt im Zelt

Bürgerreporter:in:

myheimat Redaktionsteam aus Augsburg

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