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Gelungener Anstoß zur Auseinandersetzung mit Leid und Glück

Georg Lehmacher vermittelt einen Einblick in den Rettungsdienst
 
Georg Lehmacher (rechts) berichtet von seinen Erlebnissen im Rettungsdienst

Georg Lehmacher vermittelt intensive und sensible Einblicke in den Rettungsdienst

Die gut besetzte Zachäuskirche in Stätzling zeigt das große Interesse der Besucher. Ein passender Rahmen, denn „auch hier geht es oft um Leben und Tod“ erklärt Pfarrerin Alexandra Dreher, die die Räumlichkeiten der Kirche nun schon zum dritten Mal für eine Lesung des Friedberger Autors Georg Lehmacher zur Verfügung stellt.
Das neueste Werk, das Lehmacher an diesem Abend vorstellt, ist anders als seine Vorgänger. Unter dem Titel „Schneller als der Tod erlaubt“ gewährt er detaillierte Einblicke in den Rettungsdienst – in die Arbeit, aber auch in die Gefühlswelt des Sanitäters Georg Lehmacher, der diesen Dienst seit über 30 Jahren ausübt.
Angefangen hatte Georg Lehmacher als Zivildienstleistender, um nicht als „Drückeberger“ in diesem Bereich zu gelten. Vielfältige, auch sehr tiefgreifende Erfahrungen hat er während dieser Zeit gemacht. „Ich musste 18 Monate durchhalten, danach hätte ich aufhören können“, erklärt er. Er hat nicht aufgehört. Noch heute übernimmt der selbständige Kommunikationsdesigner zweimal im Monat ehrenamtlich einen Nachtdienst.
Viele seiner Eindrücke und Erlebnisse aus dieser langjährigen Tätigkeit hat Georg Lehmacher in dem Buch verarbeitet, das er den Besuchern der Lesung in Stätzling vorstellt. Im Gespräch mit dem Journalisten, Autor und Literaturagenten Gerald Drews erklärt er seine Gedanken zum Spannungsfeld Leid und Glück. Dies sei ein wichtiger Widerspruch, der die Augen öffne. „Angesichts des Leids können wir unser Glück oft erst erkennen. Diese Erkenntnis zwingt uns dazu, unsere Zeit intensiv und konzentriert zu nutzen“, ist Georg Lehmacher überzeugt.
Diese Erkenntnis gab schließlich den Anstoß für das neue Buch. Der Autor hofft, dass sich die Leser auf diesem Weg mit ihrem eigenen Leben, Leid und Glück auseinandersetzen.
Mit welchem Leid der Rettungssanitäter tatsächlich konfrontiert wird, erfährt das Publikum unter anderem aus zwei Kapiteln, die einen sehr persönlichen, aber nicht voyeuristischen Einblick vermitteln. Trotz des ernsten Themas herrscht, dank des lockeren Gesprächs und der durchaus auch humorvollen Schilderungen Lehmachers, eine entspannte Atmosphäre unter den Besuchern. Nicht zuletzt die abschließende Geschichte, die der verheiratete Vater von drei erwachsenen Kindern vorliest, trägt dazu bei. Sie schildert eine der kuriosen und skurrilen Begebenheiten, die ebenfalls zum Alltag des Rettungssanitäters gehören.
Das Buch komme gut an, erläutert auch Gerald Drews. Das zeigen nicht nur die Reaktionen an diesem Abend, sondern auch die positiven Kommentare im Internet. Sie bestätigen, dass sich der Titel deutlich von der Konkurrenzliteratur abhebt, weil sich Lehmacher eben nicht zynisch oder abwertend über seinen Dienst und die Menschen, mit denen er zu tun hat, äußert. Auch von seinen Kollegen habe er durchweg positive Resonanz und viel Zustimmung bekommen. Dieser Aspekt ist dem Autor – auch in Hinsicht auf eine weitere gute Zusammenarbeit im Team – sehr wichtig.
Ob es eine Fortsetzung geben wird, ist derzeit noch offen. Stoff genug hätte er zweifellos und aufgrund des Feedbacks jetzt auch ausreichend Rückenwind für weitere Geschichten.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin friedberger | Erschienen am 06.04.2013
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