Heitere Zeit
Jeder nach seiner Art

Nie werden Trauben süß und schwer
an Haselbüschen reifen,
der Distelfink lernt nimmermehr
wie eine Drossel pfeifen.

Sehnsüchtig klagt im Hollerstrauch
das Nachtigallenmännchen,
ich singe nach Vagabundenart
beim Klapp der Deckelkännchen.

Der feilt an einer Elegie,
der schmiedet eine Fabel,
ich singe in die Winde wie, wie
gewachsen mir der Schnabel.

Ich hab´s gelernt im grünen Wald
beim Rauschen alter Föhren,
und wen mein Singsang nicht gefällt,
der braucht nicht zuzuhören.

Rudolf Baumbach

Bürgerreporter:in:

Silke Dokter aus Erfurt

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