„Thyssen-Starkströmer“ - Treffen nach 60 Jahren
Ein „elektrisierendes“ Erlebnis
- „Lange ist es her, aber schön war die Zeit.“ So lautete das Fazit beim erlebnisreichen, fröhlich-wehmütigen und dankbaren Wiedersehen von ehemaligen Starkstromelektriker-Lehrlingen 60 Jahre nach Beginn ihrer Ausbildung.
Foto: privat - hochgeladen von Reiner Terhorst
Ein halbes Jahrhundert hatte es gedauert, bis sich ehemalige Thyssen-Lehrlinge genau 50 Jahre nach Beginn ihrer Ausbildung zum Starkstromelektriker zu einem „elektrisierenden Wiedersehen“ trafen. Das war im Jahr 2016. Und jetzt, weitere zehn Jahre später, gab es erneut ein solches Treffen voller Freude und Wehmut.
40 neue Lehrlinge starteten 1966 in ihr Berufsleben bei Thyssen. Einige blieben bei der Stange und hielten Thyssen bis zum wohlverdienten Ruhestand die Treue, andere beschritten neue Wege und qualifizierten sich weiter. Was ihnen allen blieb, waren dankbare Erinnerungen. Wenn manche meinen, dass Lehrjahre keine Herrenjahre sind, mag das oft zutreffen. Allerdings, die meisten der Ehemaligen von 1966 sprechen von einer „schönen und intensiven Zeit“, in der und aus der so manche nachhaltige Freundschaft entstand.“.
Werner Melichar, Starkstromelektriker-Lehrling wie alle aus dem Jahr 1966, bewährter Organisator des Ehemaligen-Treffens vor zehn Jahren, hatte schon Anfang dieses Jahres zu einem weiteren Treffen, einem erneuten Jubiläum, eingeladen.
Werksbesichtigung
Für die Jüngere Generation: „Starkströmer“ waren vor 60 Jahren die Lehrlinge im Lehrberuf Starkstromelektriker. Heute sind es Auszubildende zum Energieanlagenelektroniker. 60 Jahre nach dem Start ins Berufsleben, und dem Beginn der Lehre am 1.April 1966 in der Lehrwerkstatt der damaligen August Thyssen Hütte, trafen sich aktuell immerhin noch 12 Ehemalige zu einer Werksbesichtigung bei Thyssen Krupp Steel Europe.
„Unter den Teilnehmern war auch wieder Harald Rozdzynski, der mit 780 km die weiteste Anreise aus Ruhpolding hatte“ freute sich Organisator Werner Melichar. Konnte man sich an das eine oder andere Gesicht nach so vielen Jahren noch erinnern, so musste bei den Namen doch schon mal nachgefragt werden. „Nicht selten habe ich in ein bekanntes Gesicht geschaut, und dann gesagt, sag mir noch mal, wer Du bist“, lachte Teilnehmer Klaus Moeller, der das Treffen wie alle anderen auch „lebte und erlebte“.
Das, so meint der langjährige Aktivposten und Vorsitzende des TuS Neumühl, aktiver Schütze und Karnevalist und nicht zuletzt frühere Neumühler Bürger des Jahres, habe auch was mit Einsatz, Engagement und dem Willen, aus frühetren Zeiten des Zusammenhalts Impulse für das „Heute“ zu bekommen.
Multimedia Show
Nach einer eindrucksvollen Multimedia Show über den Stahlriesen startete die Werksrundfahrt unter sachkundiger Führung mit Besichtigung des Oxygenstahlwerkes und der Warmbandstraße. Manche Erinnerungen wurden bei denen wach, die hier in den Betrieben ihr Arbeitsleben verbracht haben.
Auch Klaus Moeller erinnert sich: „Hier in Schwelgern, in der Sinteranlage, der Erz-Brech- und Siebanlage und den Erz-Mischbetten durfte ich nach der Lehre und wahrend des Studiums als Betriebselektriker meine erworbenen Kenntnisse anwenden. Das war natürlich für alle eine Win-win- Situation: Für den Betrieb eine wichtige Unterstützung, und für mich als Studenten gab es zusätzlich was auf die Tasche,“ fügt er augenzwinkernd hinzu.
"Festgenagelt"
Beim anschließenden gemütlichen Teil des Treffens, natürlich für Elektriker standesgemäß im Hauptschalthaus des Landschaftsparks Nord, wurden manche Dönekes wieder aufgefrischt. So soll es in der Lehrwerkstatt vorgekommen sein, dass man jemand die Tasche auf der Werkbank festgenagelt hat, oder man hatte zum Feierabend plötzlich ein kiloschweres Gewicht in der Tasche. So wurde auch berichtet, wo und wie man unerkannt und heimlich auf einer bestimmten Toilette das Rauchverbot außer Kraft setzte.
Ein besonderes Dankeschön ging natürlich an Werner Melichar, der das Ganze wieder ermöglicht hatte. Fazit aller Teilnehmer: „Lange ist es her, aber schön war die Zeit.“
Bürgerreporter:in:Reiner Terhorst aus Duisburg |
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