In beiden Fällen großer Andrang
Astronomietag und Sonnenfinsternis

Erklärung zum Mondkraterexperiment | Foto: Sternwarte Diedorf
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Ein Besucheransturm trotz Wolkendecke und eine Sonnenfinsternis als Auftakt zu einer langen Sternennacht: Das Jahr 2026 bescherte der Sternwarte Diedorf gleich zwei außergewöhnliche Veranstaltungen. Beide zeigten auf ganz unterschiedliche Weise, wie groß die Begeisterung für die Astronomie ist – und dass es nicht immer einen klaren Himmel braucht, um Menschen für die Wunder des Universums zu faszinieren.

Astronomietag am 28. März – großer Besucherandrang trotz Wolkendecke

Einmal im Jahr findet bundesweit der Astronomietag statt, der von der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) organisiert wird. Seit etlichen Jahren beteiligt sich auch die Astronomische Vereinigung Augsburg, die die Sternwarte Diedorf betreibt, daran und stellt passend zum jeweiligen Motto ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine.
Das Thema des Astronomietags am 28. März 2026 lautete: „Abendstern Venus, der Mond mit goldenem Henkel und der Riesenplanet Jupiter“. Bei klarem Himmel hätte man diese drei Himmelsobjekte wunderbar beobachten können. Der Mond hätte an diesem Abend genau die richtige Phase gehabt, um den sogenannten „Goldenen Henkel“ zu zeigen. Dabei handelt es sich um einen beleuchteten Teil des Juragebirges am Rand der Regenbogenbucht, der sich wie ein leuchtender Henkel vom noch dunklen Teil des Mondes abhebt.

Trübe Aussichten 

Die Betonung liegt allerdings auf „hätte“. Denn leider hatte der Himmel an diesem Abend wenig Lust, uns einen Blick auf die Sterne zu gönnen. So starteten wir pünktlich um 18 Uhr unter einer dichten, grauen Wolkendecke.
Gut vorbereitet waren wir trotzdem: Auf dem Programm standen ein kindgerechter Einführungsvortrag, weitere Vorträge rund um Mond und Jupiter, ein Kinderbereich mit Quiz und spannenden Experimenten, ein Stand, an dem optische Phänomene anschaulich erklärt wurden, sowie ein Verkaufsstand.
Alles war aufgebaut, alle standen in den Startlöchern. Große Hoffnungen auf viele Besucher machten wir uns angesichts der durchweg schlechten Wetterprognosen allerdings nicht. Daran änderte auch der wiederholte, hoffnungsvolle Blick in diverse Wetter-Apps nichts.
Doch als wir um 18 Uhr die Türen öffneten, wurden wir eines Besseren belehrt: Vor dem Gebäude wartete bereits eine riesige Besucherschlange! Die Menschen strömten herein und bahnten sich ihren Weg die Treppen hinauf. Wir waren völlig überwältigt und fragten uns erst einmal: Wohin nur mit all den Leuten?

Der Ansturm

Schnell war klar, dass jetzt Improvisationstalent gefragt war. Innerhalb weniger Minuten war unser Vortragsraum bis auf den letzten Platz gefüllt. Also beschlossen wir kurzerhand, die Vorträge mehrfach zu halten und zusätzlich die Aula als Vortragsort zu nutzen.
Zum Glück verteilten sich die Besucher im ganzen Gebäude. Während zahlreiche Kinder im Treppenhaus begeistert mit Experimenten zur Entstehung von Mondkratern beschäftigt waren, die man anschaulich in einem Topf begutachten konnte (siehe Bilder) oder sich an unserem Astronomie-Quiz versuchten, lauschten die Erwachsenen den verschiedenen Vorträgen. Andere ließen sich vor unserer großen Sternkarte und der Fotowand im Vorraum die faszinierende Welt der Astronomie näherbringen oder gingen den Geheimnissen optischer Phänomene auf den Grund.

Gegen 23 Uhr verließen schließlich die letzten Besucher die Sternwarte. Für uns ging damit eine rundum gelungene, lebendige Veranstaltung zu Ende, bei der wir trotz des trüben Himmels die Begeisterung für die Astronomie mit vielen Menschen teilen und hoffentlich auch den einen oder anderen neu dafür begeistern konnten.
Dieser Abend hat einmal mehr gezeigt, dass es nicht unbedingt einen klaren Sternenhimmel braucht, um die Faszination für das Universum zu wecken.


Partielle Sonnenfinsternis und Lange Nacht der Astronomie am 12. August


Ein weiteres, für unseren Verein bedeutungsvolles Ereignis folgte im August.
Am frühen Abend des 12. August 2026 richteten sich in Diedorf viele Blicke zum Himmel: Eine partielle Sonnenfinsternis lockte zwischen 300 und 400 kleine und große Himmelsbeobachter zur Sternwarte Diedorf und auf das umliegende Schulgelände. Die Veranstaltung war zugleich Teil des deutschlandweiten Aktionstages „Lange Nacht der Astronomie“, sodass die Sonnenfinsternis nur einen von mehreren Programmpunkten eines langen astronomischen Abends bildete.
Das Programm begann bereits um 17:30 Uhr mit der Sonnenbeobachtung auf der Beobachtungsplattform der Sternwarte. Gegen 19 Uhr stand sie schließlich so tief über dem Horizont, dass sie mit den Geräten nicht mehr zu sehen war.

Diverse Beobachtungsmöglichkeiten

Daher verlagerte sich mit dem Beginn der Finsternis das Geschehen auf die dafür vorbereiteten Beobachtungsstationen rund um das Schulgebäude und in die Aula. Mehrere Beobachtungsgeräte mit speziellen Sonnenfiltern standen bereit, durch die sich das langsame Vorrücken des Mondes vor die Sonnenscheibe verfolgen ließ.
Wer das Geschehen lieber im Gebäude beobachten wollte, konnte die Finsternis über einen Livestream auf einer großen Leinwand in der Aula miterleben.
Während der Sonnenbeobachtung gab es auch für die jüngeren Gäste ein zusätzliches Angebot: Unter Anleitung des Jugendgruppenleiters unseres Vereins konnten die Kinder Wasserraketen starten und so auf spielerische Weise ein wenig Physik in der Praxis erleben.
Zahlreiche Besucher hatten sich mit Picknickdecken auf der Wiese vor der Schmuttertalhalle niedergelassen und verfolgten von dort aus die Sonnenfinsternis. Andere nutzten die Beobachtungsgeräte auf dem Gelände oder wechselten zwischen den verschiedenen Stationen und dem Livestream in der Aula. Dadurch verteilten sich die mehr als 300 Gäste weiträumig rund um das Schulgelände. 
Die Mitglieder der Astronomischen Vereinigung betreuten die verschiedenen Beobachtungsstationen, beantworteten zahlreiche Fragen und erläuterten den Gästen die Vorgänge am Himmel. Die besonders große Resonanz an diesem Abend machte  eindrucksvoll deutlich, welche Faszination außergewöhnliche Himmelsereignisse auf Menschen aller Altersgruppen ausüben.

Noch mehr zu sehen

Mit dem Ende der Sonnenfinsternis war das Programm der „Langen Nacht der Astronomie“ noch längst nicht abgeschlossen. Gegen 20:45 Uhr öffnete das Planetarium seine Türen. Unter der Kuppel konnten die Besucher den künstlichen Sternenhimmel betrachten und mehr über Sternbilder und den nächtlichen Himmel erfahren.
Im Anschluss an die Planetariumsführungen lohnte sich auch der Blick an den echten Himmel: Zunächst war noch der Planet Venus zu sehen. Mit Einsetzen der Dunkelheit zeigten sich zahlreiche Sternschnuppen des Perseidenstroms, und ab etwa 23 Uhr konnte schließlich auch der Ringplanet Saturn im Teleskop beobachtet werden.
So wurde aus der Beobachtung einer partiellen Sonnenfinsternis im Rahmen der „Langen Nacht der Astronomie“ ein langer astronomischer Sommerabend, der den mehr als 300 Besucherinnen und Besuchern gleich mehrere Höhepunkte zu bieten hatte.

Beide Veranstaltungen werden uns sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben. Sie haben auf ganz unterschiedliche Weise gezeigt, wie groß das Interesse an der Astronomie ist und wie viel Freude es macht, die Faszination für den Sternenhimmel mit anderen Menschen zu teilen.

Erklärung zum Mondkraterexperiment | Foto: Sternwarte Diedorf
ein gut gelungener Krater | Foto: Sternwarte Diedorf
Großes Interesse an den Beobachtungsgeräten
ein letzter Blick zur Sonne
Bürgerreporter:in:

Irina Thurner, Sternwarte Diedorf

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