Stadt Burgau
ISEK-Abschlusspräsentation zeigt Perspektiven für Burgaus Stadtentwicklung

Wie soll sich die Stadt Burgau in den kommenden Jahren weiterentwickeln? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Stadtverwaltung seit dem Jahr 2023 gemeinsam mit der Schirmer Architekten + Stadtplaner GmbH sowie der WGF Landschaft GmbH. Im Auftrag der Stadt wurde ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept mit vorbereitenden Untersuchungen, kurz ISEK mit VU, erarbeitet.

Am 29. Juni 2026 wurde das Konzept im Rahmen einer öffentlichen Abschluss- und Informationsveranstaltung in der Kapuziner-Halle Burgau vorgestellt. Es bündelt zentrale Ziele, Handlungsfelder und Maßnahmen für die künftige städtebauliche Entwicklung und soll der Stadt als langfristiger Leitfaden dienen. Im Mittelpunkt stehen dabei lebenswerte öffentliche Räume, eine zukunftsfähige Innenstadt, die Stärkung der Stadtidentität sowie der verantwortungsvolle Umgang mit bestehenden Gebäuden, Freiflächen und prägenden Landschaftsräumen.

Erster Bürgermeister Martin Brenner begrüßte die Anwesenden zur Abschlusspräsentation. Vorgestellt wurde das Konzept durch Dipl.-Ing. Architekt und Stadtplaner Johannes Klüpfel von der Schirmer Architekten + Stadtplaner GmbH, der die Projektleitung innehatte, gemeinsam mit Martin Gebhardt, M.Sc. Urban Design. Ebenfalls anwesend war Sandra Zimmermann von der WGF Landschaft GmbH, Dipl.-Ing. Stadt- und Regionalplanung.

„Das ISEK gibt uns einen wichtigen Orientierungsrahmen für die kommenden Jahre. Es zeigt auf, wo Burgau heute steht und welche Entwicklungsschritte künftig sinnvoll und notwendig sind“, so Erster Bürgermeister Martin Brenner. Ziel sei es, die Stadt nachhaltig weiterzuentwickeln und dabei die Lebensqualität in Burgau langfristig zu sichern.

Im Rahmen eines mehrjährigen Prozesses wurde Burgau auf drei Ebenen betrachtet: Gesamtstadt, Kernstadt und Innenstadt. Dabei wurden bestehende Strukturen analysiert, Handlungsbedarfe herausgearbeitet und Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt. Auch die Beteiligung der Bürgerschaft spielte eine wichtige Rolle. Unter anderem gingen über das Online-Portal „MYPINION“ im Jahr 2023 mehr als 300 Beiträge ein. Zusätzlich wurde die Jugend gezielt eingebunden: Neben einer Jugendbeteiligung über „MYPINION“ wurde auch eine Jugendwerkstatt durchgeführt. So konnten gerade junge Menschen, die die Zukunft Burgaus in besonderer Weise betrifft, ihre Sichtweisen und Ideen in den Prozess einbringen.

Aus den Ergebnissen wurden 28 Projekte in sieben Handlungsfeldern sowie zehn Impuls- und Klimaprojekte entwickelt. Sie zeigen auf, welche Themen langfristig weiterverfolgt werden sollen und welche Projekte als erste konkrete Schritte angegangen werden können. Handlungsbedarf besteht unter anderen in den Bereichen Gebäudesanierung, Mobilität, Stadtklima, Innenstadtentwicklung, Einzelhandel und Versorgung und Stadtbild.

Ein wichtiger Bestandteil des ISEK ist auch die Frage, wie Burgau auf die Fragen des Klimawandels reagieren kann. Dabei geht es unter anderem um Entsiegelungsmaßnahmen, klimaangepasste öffentliche Räume, prägende Landschaftsräume sowie den Umgang mit Hitze und Starkregen. Thematisiert wurden beispielsweise die Entwicklung der Angerwiese mit integriertem Hochwasserschutz, die bessere Erlebbarkeit der Mindel sowie eine autoärmere Innenstadt.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der baukulturellen Identität Burgaus. Dazu zählen unter anderem ein bewusster Umgang mit Materialien, Überlegungen zu einem Stadtbodenkonzept und Leitlinien für eine stadtbildgerechte Gestaltung. Auch einzelne Bereiche wie die Mühlstraße und der Kirchplatz wurden im Rahmen der Präsentation beispielhaft betrachtet.

Ein wichtiger Punkt der Veranstaltung war zudem die Finanzierung künftiger Maßnahmen. Eine zentrale Rolle spielt hierbei die Städtebauförderung, die Städten dabei hilft, förderfähige Planungen und Baumaßnahmen finanziell umzusetzen. In diesem Zusammenhang wurde auch ein neues Sanierungsgebiet festgelegt, das das bisherige Sanierungsgebiet aus dem Jahr 1994 ersetzt. Die bereits vom Stadtrat beschlossene Sanierungssatzung bildet dafür die Grundlage.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch erläutert, welche Bedeutung das neue Sanierungsgebiet für Eigentümer haben kann. Neben rechtlichen Rahmenbedingungen, etwa dem Sanierungsvermerk im Grundbuch und dem gesetzlichen Vorkaufsrecht der Stadt, können sich auch Vorteile ergeben – beispielsweise steuerliche Absetzmöglichkeiten für bestimmte Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen.

Mit der Abschlusspräsentation ist ein wichtiger Meilenstein im ISEK-Prozess erreicht. Das Konzept ist kein fertiger Bauplan, sondern ein strategischer Rahmen für die kommenden Jahre. Es soll helfen, Projekte zu priorisieren, Fördermöglichkeiten zu nutzen und Maßnahmen perspektivisch Schritt für Schritt umzusetzen. Ziel bleibt es, Burgau nachhaltig, lebenswert und zukunftsfähig weiterzuentwickeln.

Die Kurzfassung des Abschlussberichts ist auf der städtischen Webseite zu finden: burgau.de/Stadtentwicklungskonzept.

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