Michael Fischer
Ehrlichkeit und Loyalität stehen für ihn an erster Stelle

Michael Fischer  | Foto: Michael Fischer

Musik kann Brücken zwischen Menschen bauen. Davon kann Schlagersänger und Produzent Michael Fischer im wahrsten Sinne des Wortes ein Lied singen. Der Musiker feiert aktuell mit seiner Single „Du bist meine Playlist“ große Erfolge. Heute erzählt er uns von seinen aktuellen Projekten.

Was bedeutet dir dein Auftritt bei „Immer wieder sonntags“ am 23.08.2026?

Das wird natürlich ein mega Erlebnis für mich. Man wartet eigentlich schon jahrelang darauf, dass es einmal klappt. Ich habe mich tatsächlich gar nicht so oft beworben, weil ich immer gedacht habe, dass es ohnehin nicht klappt. Dieses Mal habe ich mit meinem Techniker besprochen, dass wir es einfach auf gut Glück einmal einschicken. Zu meiner großen Freude hat es funktioniert. Mein Name ist dort natürlich nicht ganz unbekannt, da ich bei Stefan Mross auch die Band leite.

Wie wichtig ist Authentizität im Schlager für dich?

Für mich ist Authentizität sehr wichtig. Leider kenne ich viele aus der Branche, die es machen, weil es erfolgreich sein kann. Ich lebe den Schlager total und finde es wichtig, dass man auch dazu stehen kann, wenn man dieses Genre präsentiert. Schlager bedeutet für mich Lebensfreude und Spaß.

Welche Werte sind dir im Musikgeschäft besonders wichtig?

Eigentlich sind mir Werte im Musikgeschäft sehr wichtig, die es leider nicht so oft gibt. Das sind Ehrlichkeit und Loyalität. Genau diese Werte sind leider sehr schwierig geworden. Sie werden heutzutage nicht besonders großgeschrieben. Egal, womit man beginnt – es ist immer ein gemeinsames Durchkämpfen. Das ist auch bei neuen Künstlern so, das kann ich als Produzent sagen. Entscheidend ist, dass man als Team zusammenwächst. Nicht jeder Weg ist sofort von Erfolg gekrönt. Viele brauchen Jahre für ihren Durchbruch.
Es gibt aber auch positive Beispiele. Marie Sterner aus meinem Studio ist direkt auf Platz 45 der Airplay-Charts eingestiegen. So etwas hat man natürlich nicht immer. Deshalb ist es wichtig, miteinander zu wachsen, auch wenn es nicht so schnell geht. Das fehlt in der heutigen Zeit ein wenig, weil niemand mehr warten möchte. Wenn etwas nicht funktioniert, springt man schnell zum Nächsten, probiert es woanders oder hört ganz auf. Leider wird einem das oft nicht ehrlich gesagt. Stattdessen erfährt man es über Umwege. Das macht die Situation schwierig. Wenn die Karten offen auf den Tisch gelegt werden, ist das für mich völlig in Ordnung. Deshalb stehen Ehrlichkeit und Loyalität für mich persönlich an erster Stelle.

Worauf achtest du, wenn Songs für andere Künstler entstehen?

Darauf, dass es passt. Es soll authentisch sein. Wenn zum Beispiel ein Künstler zwischen 50 und 60 Jahre alt ist, werde ich ihm keinen Titel schreiben, der eher zu einem 20-Jährigen passt. Da wird es wahrscheinlich nicht um die erste junge Liebe gehen. Es muss immer zum Künstler und zu seiner Persönlichkeit passen.

Was zeichnet einen gelungenen Auftritt aus?

Ein gelungener Auftritt ist für mich, wenn die Leute bis zum Schluss dabei sind und auf der Tanzfläche oder auf den Bierbänken stehen und mitsingen. Wenn man anschließend noch lange Zugaben gibt, kann man sagen, dass es ein gelungener Abend war.

Welcher Videodreh war für dich bisher der aufwendigste?

Für mich war das Video zu meiner aktuellen Single „Du bist meine Playlist“ bisher das aufwendigste. Ich habe dabei im Storytelling teilweise mit KI gearbeitet. Dadurch ergeben sich viel größere Möglichkeiten, eine Geschichte zu erzählen. Man muss heute nicht mehr in die USA fliegen, um an bestimmten Flughäfen oder besonderen Orten zu drehen. Die Qualität dieser Programme ist mittlerweile so gut, dass man damit arbeiten kann. Da diese Entwicklung immer weiter voranschreiten wird, muss man lernen, damit umzugehen. Wenn man KI nutzt, um die eigenen Möglichkeiten zu erweitern, ist das völlig in Ordnung – solange nicht alles komplett von der KI gemacht wird. Wenn alles von der KI erstellt wird, fehlt für mich die Lebendigkeit. Natürlich entstehen auch dort oft gute Titel, aber ich bin ganz klar der Meinung, dass immer noch menschliche Arbeit dahinterstehen sollte.

Gibt es etwas, das du von deinem Publikum gelernt hast?

Ja! Nicht jeder Abend ist gleich. Man geht auf die Bühne und merkt schnell, dass jedes Konzert anders sein kann. Man muss jedes Mal von vorne anfangen, die Stimmung aufzubauen. Man kann fünfmal das gleiche Programm spielen: Dreimal läuft es hervorragend und zweimal geht es in die Hose. Deshalb muss man sich immer auf das jeweilige Publikum einstellen.

Vielen Dank für das Interview!

Bürgerreporter:in:

Matthias Bucher aus Burgau

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