Wertachkliniken: Medizinische Vortragsreihe
Rückenschmerzen - Wann wird es ernst?
- Wann sind Rückenschmerzen ein medizinischer Notfall und was kann man dagegen tun? Darüber informiert Professor Dr. Balkan Cakir, Chefarzt der Unfall- und Orthopädischen Chirurgie der Wertachkliniken, gemeinsam mit Dr. Ivan Pantelić, Leitender Oberarzt der Unfall- und orthopädischen Chirurgie der Wertachkliniken, in einem Vortrag am 14. Oktober um 19.30 Uhr in der Singoldhalle in Bobingen, Willi-Ohlendorfer-Weg 1
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Zu lange am Schreibtisch gesessen, eine Kiste gehoben oder einfach nur morgens aus dem Bett gestiegen – und plötzlich zwickt, zieht oder sticht es im Rücken. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen sind Rückenschmerzen ungefährlich und verschwinden innerhalb weniger Tage oder Wochen von selbst. Manchmal steckt jedoch ein medizinischer Notfall dahinter, der unbedingt behandelt werden muss, und es gibt Warnzeichen, die man nicht ignorieren sollte.
Harmlos oder Notfall?
Deshalb informieren die beiden Wirbelsäulenspezialisten, Professor Dr. Balkan Cakir, Chefarzt der Unfall- und orthopädischen Chirurgie der Wertachkliniken, und Dr. Ivan Pantelić, Leitender Oberarzt der Unfall- und orthopädischen Chirurgie der Wertachkliniken, in ihrem Vortrag am 14. Oktober um 19.30 Uhr in der Singoldhalle in Bobingen, Willi-Ohlendorfer-Weg 1, über sogenannte Red Flags und konservative sowie operative Therapiemöglichkeiten bei Rückenproblemen.
Bettruhe ist keine gute Idee
Ein Hexenschuss kann beispielsweise stark schmerzen, ist aber meist vorübergehend. Akute unspezifische Kreuzschmerzen, für die sich manchmal keine einzelne Ursache feststellen lässt, verschwinden meist ebenso von selbst. Entscheidend ist: Trotz Schmerzen sollte man möglichst in Bewegung bleiben. „Dauerhafte Bettruhe ist keine gute Idee. Spaziergänge, vorsichtige Alltagsbewegungen und später ein gezieltes Training können helfen“, sagt Wirbelsäulenspezialist Professor Balkan Cakir,Chefarzt der Unfall- und orthopädischen Chirurgie der Wertachklinik in Bobingen. Bei starken akuten Schmerzen können – sofern medizinisch nichts dagegen spricht – auch Schmerzmittel eingesetzt werden.
Kribbeln, Taubheit, Muskelschwäche
Anders sieht es aus, wenn Schmerzen über längere Zeit anhalten, sich deutlich verschlimmern oder immer wiederkommen. „Insbesondere Schmerzen, die von Kribbeln, Taubheit oder Muskelschwäche begleitet werden, sollten ärztlich abgeklärt werden.Dahinter kann beispielsweise ein Bandscheibenvorfall mit Reizung des Ischiasnervs stecken“, sagt Professor Dr. Balkan Cakir. Ernst nehmen sollte man zudem Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang sowie Taubheit im Genital- oder Gesäßbereich. Fieber, Schüttelfrost, unerklärlicher Gewichtsverlust oder starke Schmerzen nach einem Unfall sind weitere sogenannte 'Red Flags', die man nicht ignorieren sollte.
Red Flags nicht aussitzen
Diese Symptome können auf ernste Erkrankungen hinweisen, etwa ein Wirbelbruch durch einen Unfall oder Osteoporose. Oder eine Infektion der Wirbelsäule. „Solche Fälle darf man nicht ’aussitzen’. Sie benötigen eine gezielte medizinische Behandlung, um bleibende Nervenschäden zu vermeiden“, sagt Dr. Ivan Pantelić, Leitender Oberarzt der Unfall- und orthopädischen Chirurgie der Wertachkliniken.
Konservativ oder Operativ
Bei einem Bandscheibenvorfall kann beispielsweise eine operative Entfernung des vorgefallenen Bandscheibenmaterials notwendig sein, wenn Nerven stark beeinträchtigt sind. Bei einer ausgeprägten Einengung des Wirbelkanals kann eine Dekompressions-Operation die Nerven entlasten. Und bei bestimmten instabilen Wirbelbrüchen kann eine operative Stabilisierung der Wirbelsäule notwendig werden.
Bewegung und Muskeltraining
Rückenschmerzen lassen sich nicht immer vermeiden, aber man kann mit regelmäßiger Bewegung und gezielten Muskeltraining vorbeugen. Auch im Arbeitsalltag gilt: Nicht stundenlang in derselben Position verharren, sondern die Sitz- oder Arbeitsposition immer wieder wechseln und regelmäßig aufstehen.
Bürgerreporter:in:Doris Wiedemann aus Schwabmünchen |
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