Alfred Biolek, Gott hab ihn selig
Er war ein deutscher Europäer
In Zeiten als es gesetzlich verboten war und als es zwar erlaubt war aber nicht wirklich flächendeckend toleriert wurde, lebte er homosexuell.
Sein Urlaubsland war Griechenland, aber er kannte sich aus eigener Anschauung gut aus in Europa.
Er war auch in den USA zu Gast, hatte dort aber niemals ein "Heimatgefühl".
Das Land der "unbegrenzten Möglichkeiten", welches für mich sehr, sehr lange meine "gedachte Heimat" war, begrüßte ihn, anders als Wim Wenders, nicht wirklich.
Berlin war bis zur Wende in vier Sektoren aufgeteilt. Die Mauer umschloß West-Berlin, die drei westlichen Sektotoren.
Westberliner und westdeutsche durften die DDR und Ost-Berlin als Hauptstadt besuchen, sie durften ein- und ausreisen, DDR-Bürgern wurden Reisen in den Westen im Normalfalle verwehrt.
Der Drang nach Freiheit, der Wunsch so frei zu leben wie die Brüder und Schwestern im Westen wurde so stark, dass sie die Mauer wegdemonstrierten.
Sie sahen Fersehnasen wie Alfred Biolek im TV und wollten auch sagen dürfen, was sie dachten, ohne dafür bestraft zu werden.
Alfred Biolek war ein Meister des gepflegten Interviews.
Anders als Dieter Bohlen lud er seine Gäste niemals ein, um sie vorzuführen.
Er ließ sie sich selbst gut darstellen.
Es ist und muss Privatsache bleiben, wer mit wem glücklich wird.
Es wäre dumm, die Toleranz gegenüber Homosexuellen aufzugeben.
So sehe ich es.
Bürgerreporter:in:Lorenz George aus Berlin |
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