Buchbesprechung
Brunschweiger: Kinderfreie aller Länder, vereinigt euch

Verena Brunschweiger: Kinderfreie aller Länder, vereinigt euch; Verlag Edit Critic Berlin 2023; 191 Seiten; ISBN: 978-3-946193-40-1

Von Adele Schopenhauer über Shulamith Firestone bis ins 21. Jahrhundert sich Kinderfreie, also gewollt Kinderlose eine verkannte Größe in der Welt. „Es geht in diesem Buch nicht darum, zu behaupten, daß kinderlose Männer und Freuen immer und überall die besseren Menschen sind. Es geht aber sehr wohl darum, zu zeigen, daß es eine unsagbar anmaßende Position ist, Menschen mit Kindern zu bevorzugen und als Helden zu feiern,“ berichtet die Inhaltsangabe auf dem hinteren, weinroten Buchdeckel.

„Ganz im Gegenteil sind sie für einen Großteil unserer Probleme wesentlich mit verantwortlich und perpetuieren mit ihrem narzisstischen Drang, diese Welt aufzugdrängen, die kapitalistische, staatlich strukturierte Industriegesellschaft und das heutige Deutschland. Wer immer mehr Konsumenten braucht und will sind das Kapital und der Staat. Dagegen muß sich endlich Widerstand regen.“

Verena Eleonore Brunschweiger wurde 1980 in Passau geboren. Sie studierte Germanistik, Anglistik und Philosophie. Sie wurde 2007 in germanistischer Mediävistik an der Universität Regensburg promoviert. Seit 2018 arbeitet sie als Gymnasiallehrerin in Regensburg.

2013 veröffentlichte sie ihr erstes Sachbuch Fuck Porn gegen die Verbreitung von Pornografie im Alltag. In zahlreichen Interviews warb sie für den Antinatalismus aus klimapolitischen Gründen, also den Verzicht auf Kinder, um CO2 –Emissionen zu reduzieren und damit den derzeitigen Klimawandel zu bremsen. Sie forderte von der deutschen Politik unter anderem eine Zahlung von 50.000 Euro an jede 50-jährige kinderlose Frau.

Brunschweiger lehnte das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ab. Sie kritisierte die Corona-Maßnahmen unter anderem als „Seuchenhysterie“ und „faschistoide Maßnahmen“.

Laut Verlag ist sie Mittelalterforscherin, Germanistin, Anglistin und Philosophin, die in ihren Büchern radikalfeministische Ansichten vertritt.

Das vorliegende und hier besprochene Buch ist der 7. Titel, den Frau Brunschweiger veröffentlicht hat.

„Nanu - da ist jemand Gymnasiallehrerin und kann trotzdem dem Antinatalismus den Mund reden und die Ausrottung der Menschheit fordern?“ Könnte nun der interessierte Leser dieser Buchbesprechung fragen. „Wie paßt das zusammen?“
In diesem Fall geht es sehr einfach. Man (bzw. hier: frau) muß nur unwissenschaftlich und unprofessionell schreibt, unstrukturiert argumentieren und reine Meinung äußern.

Was sagen Religionen und Weltanschauungen zu Ehe, Familie und Kindern, damit auch gewollter Kinderlosigkeit? Wie funktionieren kinderlose Sozialversicherungssysteme? Ist die Fruchtbarkeitsmedizin überflüssig? Wie sehen kinder- und damit nachwuchslose Kindergärten, Schulen und Universitäten aus? Welche Antworten geben Erziehungswissenschaftler, Maskulinsten und Pronatalisten (also Leute, die gerne Kinder haben)?

Dies ist nur ein kleiner der Fragen, auf die es hier keine Antworten gibt. Auch einige der Behauptungen, die in dem Buch enthalten sind, lassen sich nicht objektiv überprüfen, beispielsweise die Aussagen zu Adele Schopenhauer. Ob Shulamith Firestone wirklich eine Antinatalstin war, ist zweifelhaft – sie soll zwar Aussagen zur Reproduktionsmedizin gemacht haben; ob diese aber einen Bezug zur gewollten Kinderlosigkeit haben, müßte noch überprüft werden. Ein Fazit ist daher schnell gezogen. Dieses Buch ist so überflüssig wie ein Kropf.

Bürgerreporter:in:

Felicia Rüdig aus Duisburg

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