Denkmäler
Dschingis Khan - Putin - Stalin - Trump - Gorbatschow
- Foto: Didi van Frits mit ChatGPT-6.1 Astra
- hochgeladen von Didi van Frits
Ich frage mich manchmal, ob Putin sich für Dschingis Khan hält. Die Bilder kennen wir: nackter Oberkörper auf einem Hottepferd, weite Landschaft, dienstbereiter Fotograf. Ich hoffe bei solchen Aufnahmen immer, dass wenigstens das Pferd weiß, wo es hinwill. Stalin kommt in der Denkmalbranche eher im Mantel vor. Für ihn werden in Russland wieder Denkmäler hervorgeholt; in der Moskauer Metro ist er seit 2025 erneut als Relief zu bewundern. Der Herrscher steht da, das Volk blickt ehrfürchtig auf. Die Opfer passen wie üblich nicht mit ins Bild.
Bei Gorbatschow hatte ich mich gefragt, ob der überhaupt ein Denkmal hat. Hat er. In Berlin steht seine Büste im Ensemble „Väter der Einheit“. Es ist eine bildhauerische Arbeit von Serge Mangin. Gorbatschow wird für seinen Beitrag zur Überwindung der deutschen Teilung geehrt. Dafür genügt offenbar eine Büste. Wer hingegen ganze Länder unterwerfen möchte, braucht dringend noch ein Pferd darunter. Trump erspart der Nachwelt die Mühe, erst einmal über seine Denkmalwürdigkeit nachzudenken. Seine Anhänger haben das bereits erledigt. „Don Colossus“ steht vergoldet auf seinem Golfgelände in Doral: mit Sockel knapp sieben Meter hoch. Ein solcher Trump hat Vorzüge. Er widerspricht niemandem, verlangt keine Nachzählung und bleibt zur Abwechslung einmal bei derselben Pose.
Gegen Dschingis Khan ist Trumps Don Colossus allerdings eine Vorgartenfigur.
In Tsonjin Boldog, etwa 54 Kilometer von Ulaanbaatar entfernt, steht das größte Reiterstandbild der Welt. Guinness nennt fünfzig Meter einschließlich des Sockels: vierzig Meter für Pferd und Reiter, zehn Meter Unterbau. Rund 250 Tonnen glänzender Edelstahl. Da kann Putin seine bisherigen Urlaubsfotos eigentlich einpacken. Das wäre eine Fortbildung in angewandter Selbstvergrößerung.
Der Legende nach fand Dschingis Khan an dieser Stelle eine goldene Peitsche. Ich hätte sie vermutlich ins Fundbüro gebracht. Er sah darin ein gutes Zeichen für seine Zukunft. Für die Zukunft der Nachbarn wäre das Fundbüro die bessere Lösung gewesen.
Nun steht er da und glänzt. Im Sockel gibt es ein Museum, Gastronomie und Souvenirs. Man kann nach der Beschäftigung mit den Eroberungen erst einmal etwas essen und anschließend ein Andenken kaufen. Die Verwüstungen liegen lange genug zurück, um im Reiseprogramm zwischen Mittagspause und Weiterfahrt Platz zu finden.
Das schönste Detail aber ist der Aufstieg. Ein Fahrstuhl bringt die Besucher in den hinteren Teil des Pferdes. Von dort führen Treppen durch Brust und Hals bis zur Aussichtsplattform auf dem Pferdekopf.
Hinten hinein, oben heraus, dann auf die Welt hinabschauen. Mancher Hofberichterstatter dürfte sich auf Anhieb zurechtfinden.
P.S.:
Von Angela Merkel gibt es bisher nur ein gemaltes Bild. Ich stelle mir vor, wie sie als Reiter-Denkmal mal erscheinen könnte. Vielleicht nimmt man als Sockel das Brandenburger Tor? Ich habe schon mal als Vorlage zur Verwirklichung eine Delft-Kachel angefertigt. Dieser Beitrag ist auch aufbewahrt in meinem Glossen-Archiv A-Z
Bürgerreporter:in:Didi van Frits aus Hattingen |
|
| Webseite von Didi van Frits | |
| Didi van Frits auf Facebook | |
| Didi van Frits auf Instagram | |
| Didi van Frits auf YouTube | |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.