Achtet die Kunst
Die zweite Chance
Auch Künstler und Journalisten haben ein Recht darauf.
Michel Friedman ist für mich ein Paradebeispiel. Er hatte einen höchst unappetitlichen Skandal vor sehr vielen Jahren, der sogar die Beziehung zu seiner Lebensgefährtin gefährdete.
Das Recht auf eine zweite Chance hat ein Jeder. Selbst die Höchststrafe “lebenslänglich” im deutschen Recht sieht eine Rehabilitation zurück ins Zivilleben vor.
Wer zu einer “öffentlichen Person” wird, über den darf auch öffentlich berichtet werden.
Viele Medien machen auf unangenehme Art davon Gebrauch. Es gilt, die Kunst zu achten, die Künstler schaffen.
Niemand ist unfehlbar. Oftmals ahnt man nur, dass Prominente sich Fehlleistungen hinter den Kulissen leisten. Auch wenn sie sich mit ihrem Gelde alle materiellen Wünsche erfüllen können, haben sie Defizite, auch sie kennen Verzweiflung.
Künstler geben sehr viel Privates von sich in ihrer Arbeit preis. Sie stellen Teile ihres Seelenlebens in die Öffentlichkeit.
Damit zu leben, stellt eine große Herausforderung dar, sie müssen damit rechnen, “erkannt” zu werden, und es gibt immer selbsternannte Experten, die sich anmaßen, unqualifiziert zu urteilen.
Wer es wagt, etwas Individuelles kundzutun, beschwört Unwillen herauf. Insbesondere in der jetzt ehemaligen DDR gibt es auch heute noch Unbehagen über zu starken Individualismus.
Mit den eigenen Verfehlungen in der Presse zu stehen, gehört zum Berufsrisiko von Künstlern.
Auch wenn es nur überzogen und nicht komplett erfunden ist, auch ihnen muss man Ruhe gönnen, auch sie müssen sich eine zweite Chance erarbeiten können.
Michel Friedman ist eine Bereicherung und ein Segen für die deutsche Gesellschaft und für die politische Diskussion.
Er hat seine Chance vorbildlich genutzt.
So sehe ich es.
Bürgerreporter:in:Lorenz George aus Berlin |
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