Weil es an der Zeit ist!
Ein offenes Wort über Mobbing.

Foto: Pixabay, geralt

Mein Weg durch ein digitales Spießrutenlaufen

Als ich  meinen Beitrag über Depressionen verfasste,

Weil es an der Zeit ist!!!

brauchte ich unendlich viel Mut, um mich öffentlich so verletzlich zu zeigen. Wer diese Krankheit kennt, weiß, wie schwer es ist, Worte zu finden. Doch was nach dem anschließenden Zerwürfnis mit meiner damaligen „Freundin“ passierte, erreichte eine Dimension, die ich so nicht für möglich gehalten hätte. Meine Offenheit und mein Vertrauen wurde von ihr frohlockend als gerade zu pass kommende Waffe genutzt!.
Über „Stille Post“ wanderten vertrauliche Details über meine Gesundheit in die Hände von Menschen auf MyHeimat, die sie für ein perfides, systematisches Mobbing gegen mich nutzten.
Es begann damit, daß andere Meinung oder kritische Rückfrage von mir mit einem hämischen „Jaja, am besten mal wieder in Hildesheim anmelden!“ quittiert wurde. Ein gezielter Schlag unter die Gürtellinie, um meine psychische Erkrankung ins Lächerliche zu ziehen. Als meine „Lebensretterin“ – eine treue Freundin, die immer zu mir hielt – diesen Kommentar an das Myheimat-Team meldete und die Redaktion ihn umgehend löschte, ging das Theater erst richtig los. Von der besten Freundin des Aggressors hieß es plötzlich scheinheilig, der Kommentar sei doch „völlig harmlos“ gewesen und man verstehe gar nicht, warum er gelöscht wurde.
Könnte man diese Bemerkungen noch als kindisches "Ich weiß was über Dich" abtun, so sah es aber auch bald schon ganz anders aus! Rechtlich anzeigungswürdig war dagegen nämlich schon das Öffentlichmachen auf MyHeimat, unter welchen Telefondaten ich erreichbar wäre! Auch hier wandte ich mich stante pedes an das MyHeimat-Team und bat um Löschung des betreffenden Kommentares!
Und kaum waren meine telefonischen Kontaktdaten, die man sich eben von DER dritten Personen, der ich mal blind  mein Leben anvertraut hätte, beschafft und öffentlich gemacht hatte, von der Redaktion entfernt worden, tönte man herum, dies - das öffentlich machen dieser Daten - wären „Fake News“!
Die Gehässigkeiten machten vor nichts halt. Sogar mein Geburtsmonat November wurde genutzt, um exakt einen Tag vor meinem Geburtstag öffentlich gegen mich zu ätzen: „Die Labilen und Depressiven haben es im nebligen November besonders schwer. Sie sollten sich gerade in dieser Jahreszeit bewusst lockern“, worauf die besagte beste MH-Freundin prompt mit „So wie Constanze Seemann?“ antwortete. Mein Schreibstil wurde nachgeäfft und lächerlich gemacht, meine Existenzberechtigung wurde mir abgesprochen, indem behauptet wurde, mich gäbe es gar nicht, so als sei ich nur irgendein „Internet-Troll“ – während parallel vom Haupt-Mobber das Gerücht gestreut wurde, ich sei mit zwei Accounts unterwegs. Tja, doof war daran dann nur, daß erstens ich bei dem ein oder anderen MyHeimat-Treffen in persönlich und leibhaftiger Form physisch anwesend war und zweitens mein angeblicher Zweit-Account nirgendwo auf MyHeimat zu finden war! Aber um solche Kleinigkeiten muß man sich als Mobber ja nicht kümmern! Frei nach dem Motto: "Schmeiß mit soviel Dreck wie möglich, irgendwas wird schon hängen bleiben"!
Sogar meine finanzielle Situation während meiner Arbeitslosigkeit wurde schamlos ausgeschlachtet. Als ich in einem Beitrag erwähnte, dass meine Familie mir in einer schweren Zeit einmal die Tankfüllung bezahlt hatte, beschimpfte man mich öffentlich als „interfamiliäre Almosenempfängerin“ und konstruierte daraus fast schon einen Sozialbetrug. Selbst eine Einladung einer Schweizer Freundin zu einem Urlaub, der mir in meiner Situation so gutgetan hätte, wurde für Hetze missbraucht: „Wozu brauchen Arbeitslose Urlaub?“ schallte es mir entgegen. Vor absolut nichts wurde Halt gemacht – selbst mein Kater musste als Zielscheibe herhalten, um mich niederzumachen.
Besonders unerträglich war für mich der Mangel an jeglicher Empathie bei realen Krisen. Als das  Hochwasser hier in Bad Münder und Hachmühlen so viele Schäden anrichtete

Hier!

und auch unser Tierschutzhof massiv betroffen war, machte man sich über das Leid der Betroffenen lustig und tat das Ganze zynisch als „erschütternd“ ab. Aber nun ja, wenn man weit ab vom Schuß in der dritten oder vierten Etage eines Mietshauses wohnt, kann man sich natürlich gut über Schäden durch vollgelaufene Keller und gerade noch so gerettete Tiere amüsieren!
Wer mir in dieser Zeit beistand, wurde mit in den Dreck gezogen. Meine "immer noch ostdeutsche" Lebensretterin, die mir immer zuhörte und die den Hildesheim-Kommentar löschen ließ, wurde aufs Übelste attackiert. Man unterstellte ihr gewisse haupt- oder nebenamtliche Tätigkeiten – das hässliche Wort „Stasi-IM“ sprach man zwar nicht aus, ließ es aber überdeutlich durchschimmern. Weil sie stets zu mir hielt, wurde auch sie regelrecht beschimpft und übelst beleidigt! ZUM BEISPIEL mit Kommentaren wie „Ein schönes Suhl-Geschenk für alle Säue, die am 15.12. Geburtstag haben“. WER da am 15. 12. Geburtstag hat, muß ich jetzt wohl nicht explizit dazuschreiben, oder? 
Und weil wir uns gegenseitig unterstützten, wurde uns auch ruckzuck unterstellt, wir würden uns im Hintergrund absprechen, um gemeinsam gegen andere zu hetzen – eine klassische Täter-Opfer-Umkehr.
Wie tief der Frust saß, zeigte sich auch, als ich einer anderen Nutzerin einen Gefallen tat und einige Myheimat-Gruppen übernahm, darunter „Meine Thermo-Mix-Rezepte“. Da ich keinen Thermomix besitze, räumte ich auf, entfernte themenfremde Beiträge und nannte sie in „Küchenzauber - Die Gruppe für Backfeen und Küchengötter“ um. Keine halbe Stunde später liefen im Hintergrund die Nachrichten heiß. ( Soviel übrigens zur Aussage, bei UNS würden im Hintergrund "die Telefondrähte heißlaufen"!!! ).  Ab diesem Moment wurde ich systematisch mit jedem nur erdenklichen, schrottigen Beitrag überschwemmt, der meilenweit am Thema Küche bzw. Rezepte vorbeiging. Um nur mal 2 oder 3 Beispiele zu nennen: ein Beitrag über Corona, ein Beitrag über ein bestimmtes Schiff, ja selbst Beiträge über Müllentsorgung oder Wohnzimmer-Deko oder ein Beitrag, in dem sich über einen anderen MH-ler lustig gemacht wurde, fanden den Weg in die Rezepte-Gruppe! Reine, koordinierte Sabotage. Gleichzeitig wurde in Beiträgen fleißig aus meinen privaten E-Mails zitiert – während man uns fälschlicherweise vorwarf, wir würden private Mails veröffentlichen.
Dieses digitale Spießrutenlaufen hat mich viel Kraft gekostet. Aber ich schreibe diese Zeilen heute, weil ich mich nicht mehr verstecken will. Cybermobbing lebt davon, dass die Opfer schweigen und einknicken. Doch die Löschungen durch die Redaktion und der feste Zusammenhalt im Hintergrund zeigen mir: nicht ich muss mich für meine Schwächen schämen. Schämen sollten sich diejenigen, die ihre Lebenszeit damit verbringen, mit System Gift und Galle gegen kranke oder hilfesuchende Menschen - oder einfach auch nur gegen Menschen mit einer anderen Meinung!!! - im Netz zu versprühen.

Was ich durch all das gelernt habe? Mobbing kann jeden treffen – völlig unabhängig davon, wer man ist oder wie sehr man versucht, Konflikten aus dem Weg zu gehen. Aber wir dürfen es uns niemals gefallen lassen! Auch wenn der Kampf dagegen unendlich schwer ist, kräftezehrend wirkt und man sich oft isoliert fühlt: Es gibt Wege, sich zu wehren. Mein wichtigster Rat an alle, die Ähnliches durchmachen: Dokumentiert jeden einzelnen Übergriff! Macht Screenshots von Kommentaren, sichert Nachrichten und leitet diese Beweise konsequent an die verantwortlichen Stellen, die Redaktion oder wenn nötig an die Behörden weiter. Nur wenn wir aktiv das Schweigen brechen und den Tätern die Stirn bieten, können wir etwas erreichen. Und vor allem: Nur so können wir - unter anderem auch im Internet - eine Umgebung schaffen, die andere davor bewahrt, jemals dieselben seelischen Verletzungen durchmachen zu müssen.

Auch, wenn wir Mobbing-OPFER sind, heißt das nicht, daß wir hilf- oder wehrlos sind! Täter dürfen keine Chance bekommen, sich als Opfer zu positionieren! 

Bürgerreporter:in:

Constanze Seemann aus Bad Münder am Deister

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