Märchen und Geschichten
Geschichte von Sonhyali mit den schönen Haaren
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So, ihr Lieben, weil das mit den Depressionen und dem Mobbing doch schon ein klein wenig starker Tobak war, kommt heute mal wieder eine kleine Geschichte für euch!
Es begab sich vor langer Zeit, da kam ein hübsches fremdes Mädchen namens Sonhyali in ein Dorf. Da Sonhyali nun ja fremd war und noch niemanden kannte, dachte sie bei sich, sie müßte herausfinden, was das denn für Menschen wären, die in diesem Dorf wohnten. Waren sie freundlich, strebsam, höflich auch zu Fremden? Waren sie vertrauenswürdig? Und so baute sich Sonhyali ein kleines bescheidenes Haus mit einem kleinen bescheidenem Gärtchen daran und machte sich vorsichtig mit ihren neuen Nachbarn bekannt, einen nach dem anderen. Und es gab da auch noch Rosa, die Frau des Dorfpolizisten, mit der sie sich besonders gut verstand. Viele Nachmittage verbachten die beiden bei Kaffee und Kuchen und dem allerletzten Klatsch und Tratsch über die anderen Dorfbewohner.
Und so beschloß Sonhyali eines Tages ihren neuen Nachbarn ….. nein, nicht Nachbarn .. FREUNDEN, denn das waren sie mittlerweile für sie, also, ihren neuen Freunden zu erzählen, was ihr schon seit ihrer Ankunft im Dorf auf dem Herzen lag.
Sonhyali war, wie gesagt, ein sehr hübsches Mädchen; eine schlanke Figur, wohlgeformt, strahlende blaue Augen und wunderschönes langes blondes Haar. Nur hatte sie ihrem Äußeren ein klein wenig nachgeholfen. Sonhyali war vor langer Zeit nämlich einmal sehr krank gewesen und hatte dadurch leider ihre bis dahin wunderschönen langen blonden Haare verloren! Und seitdem trug Sonhyali eine Perücke. Eine sehr gute und fast echt wirkenden Perücke, aber immerhin doch eine Perücke. Und das war ihr doch recht unangenehm. Was, wenn das jemand herausfand und sich darüber lustig machte? Nein, dem wollte sie doch lieber zuvorkommen und ihren neuen Freunden selber erzählen, wie es dazu kam. Schließlich konnte sie selber ja nichts dafür.
Also faßte sie sich beim nächsten Dorf-Treffen auf dem Festplatz ein Herz und holte einmal tief Luft, bevor sie sich „outete“: „Ihr Lieben, ich muß euch heute mal was gestehen. Vielleicht hat der ein oder andere von euch es auch schon bemerkt oder nur ein bißchen und sich so seine eigenen Gedanken gemacht. Deshalb möchte ich euch heute die Wahrheit sagen, weil ich euch vertraue: Die Sache ist nämlich die.......“ Sonhyali räusperte sich ein paar mal. So einfach, wie sie sich das vorgestellt und erhofft hatte, war es wohl doch nicht. „Also............................ ich trage eine Perücke“! SO! Jetzt war es raus! Sonhyali schaute reihum in die Gesichter ihrer Freunde. Die waren etwas erstaunt, blickten fragend zurück, aber das war es dann auch schon. Das ermutigte Sonhyali und sie holte weiter aus: „Naja, das ist so, ich war als Kind nämlich mal sehr krank und mußte so einige Tabletten nehmen. Aber ihr wißt ja alle, daß keine Tablette frei von Nebenwirkungen ist. Und bei mir war es dann halt so, daß mir davon die Haare ausgegangen sind. Und deshalb trage ich Perücke!!“
Ihre Freunde schwiegen und schauten alle ein wenig betroffen, aber niemand sagte etwas. Nach einer kurzen Pause dann allerdings hob ein einstimmiges Gemurmel an, dem Sonhyali nur entnehmen konnte, daß wohl niemand etwas Negatives dazu sagte. Als dann nach 2 Minuten doch wieder Ruhe eintrat, erhoben sich ihre Nachbarinnen Tami und Pareta und applaudierten ihr. Und lobten sie herzlich über soviel Offenheit und Ehrlichkeit. Sonhyali war es zufrieden und setzte ihre Perücke glücklich wieder auf.
Die nächste Zeit verlief im Dorf alles recht ruhig. Aber Sonhyali war doch irgendwie unzufrieden. Im Grunde lief es nämlich überhaupt nicht so, wie sie es gern gewollt hatte. Und so packte sie eines Tages ihre Siebensachen, verkaufte ihr kleines Häuschen mit dem kleinen Garten daran und zog in die nächste große Stadt. Doch das kleine Dörfchen hatte es ihr irgendwie angetan und so kehrte sie eines Tages wieder in die alten Gefilde zurück. Wieder fand sie ein kleines Häuschen mit einem kleinen Garten dran, in dem sie es sich gemütlich machen konnte. Und jetzt, so dachte sich Sonhyali es, werde ich es denen mal richtig zeigen! Sonhyali machte einen Aushang auf dem Dorfplatz und beschuldigte dort „zwei Dorfbewohnerinnen, die mein GEHEIMNIS überall rumerzählt und sich darüber lustig gemacht“ zu haben! Dabei blickte sie ihre ehemaligen Nachbarinnen Tami und Pareta, die gerade zufällig vorbeigingen, vorwurfsvoll an. Und als dann auch noch ihre beste Freundin Rosa vorbeikam, stellte die sich auf ihre Seite und rief lauthals, damit es auch ja alle anderen Dorfbewohner hören konnten: „Jawohl, genau so ist es gewesen! Ich war dabei, ich kann das beschwören! Die arme Sonhyali wurde vor allen anderen lächerlich gemacht.“! Und beide fielen sich in die Arme und weinten ob solcher Ungeheuerlichkeit.
( Also, okay, jetzt mal so unter uns: So ganz stimmte das mit Sonhyalis Haaren eigentlich schon damals nicht! Ihre wunderschönen, bezaubernden langen Haare waren nämlich schon zum Zeitpunkt ihres „Geständnisses“ wieder auf eine ordentliche Länge nachgewachsen. Sonhyali hätte eigentlich gar keine Perücke gebraucht! Aber wenn man natürlich ein bißchen Mitleid heischen will, ist sowas eher kontraproduktiv! Also ließ sich Sonhyali extra für ihr „Geständnis“ nochmal die Haare komplett abrasieren!
Um ehrlich zu sein: Meine ganz persönliche Meinung war ja von Anfang an, daß Sonhyali sich von Rosa hat aufhetzen lassen. So nach dem Motto: mach das mal so und so, dann wirste sehen, wie die sich darüber lustig machen! Die sind nämlich völlig hinterfotzig!
Tjaaaaa, dumm nur, daß es dann nicht ganz so gelaufen ist, wie Sonhyali und Rosa sich das vorgestellt hatten! )
Bürgerreporter:in:Constanze Seemann aus Bad Münder am Deister |
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