Woher die Fernwärme kommt
Fernwärme ist vielen Menschen ein Begriff, aber wie funktioniert sie eigentlich genau?

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Bei Fernwärme entsteht die Heizenergie nicht im Gebäude selbst, sondern in einem nahe gelegenen Heiz- oder Kraftwerk. Meist wird das Wärmenetz sogar von mehreren Anlagen versorgt. Als Energiequellen dienen unterschiedliche Brennstoffe und Technologien: Häufig kommen Erdgas und andere Gase zum Einsatz (etwa 48 Prozent), daneben werden unter anderem Biomasse, Geothermie, Großwärmepumpen und Abwärme genutzt. Auch die Wärmeerzeugung durch Abfallverbrennung wird immer wichtiger. Viele Anlagen arbeiten außerdem mit Kraft-Wärme-Kopplung, das heißt, sie erzeugen gleichzeitig Wärme und Strom.

So funktioniert Fernwärme

Die Wärme wird als heißes Wasser – manchmal auch als Dampf – auf über 90 Grad erhitzt und über gut gedämmte Rohrleitungen, je nach System ober- oder unterirdisch, zu den angeschlossenen Gebäuden transportiert. Dort übergibt eine Übergabestation die Energie an die Heizung und die Warmwasserbereitung im Haus. Das abgekühlte Wasser fließt anschließend zurück zur Erzeugungsanlage und wird erneut erhitzt. Fernwärmenetz und Hausheizung sind dabei zwei getrennte, geschlossene Kreisläufe.

Die Vorteile

Fernwärme hat den Vorteil, dass sie eine langjährig erprobte und zuverlässige Heizlösung ist. Im Haus selbst braucht man dafür nur wenig Platz, weil lediglich eine Übergabestation eingebaut wird. Die Versorgung mit Wärme ist in der Regel zuverlässig organisiert, und da keine eigene Verbrennungsanlage betrieben wird, fallen auch keine Kosten für den Schornsteinfeger an. Zudem lassen sich damit häufig die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes erfüllen, zum Beispiel die Vorgabe, dass Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien laufen sollen. Insgesamt sind die Anschaffungskosten meist gut überschaubar und können durch Fördermittel der Bundesförderung für effiziente Gebäude teilweise deutlich reduziert werden – unter Umständen mit Zuschüssen von bis zu 70 Prozent.

Die Nachteile

Ein wesentlicher Nachteil von Fernwärme ist, dass sie nicht überall angeboten wird. Damit Fernwärme überhaupt infrage kommt, muss ein entsprechendes Netz in der Nähe vorhanden sein oder bis zum Gebäude erweitert werden können. Ob ein Anschluss möglich ist und mit welchem Zeitplan, lässt sich beim lokalen Versorger, bei der Stadt bzw. Gemeinde oder über eine Energieberatung klären. Zieht sich der Ausbau voraussichtlich länger als etwa fünf Jahre hin, kann eine eigene Heizlösung – zum Beispiel eine Wärmepumpe – die bessere Alternative sein. Gleichzeitig plant die Bundesregierung, die Fernwärmeversorgung bis 2045 deutlich auszubauen.

Kosten(falle)?

Bei einem Einfamilienhaus liegen die Kosten für Hausanschluss und Übergabestation im Schnitt bei etwa 16.000 Euro. Die Fernwärmeleitung wird meist nur bis zur Grundstücksgrenze gelegt; die Verbindung bis ins Haus bezahlt der Eigentümer. Je kürzer dieser Leitungsweg ist, desto günstiger wird es – daher sollte die Übergabestation möglichst nah an Straße und Grundstücksgrenze liegen.
Fernwärme ist häufig ein lokales Monopol: Den Anbieter kann man in der Regel nicht frei wählen, und Verträge laufen oft anfangs rund zehn Jahre. Die Preise unterscheiden sich stark je nach Region. Am besten holt man ein Angebot vom örtlichen Versorger ein und vergleicht es mit Angeboten für alternative Heizsysteme. Zusätzlich sollten Wartungskosten und vor allem die Vertragsklauseln (z. B. Preisanpassungen, Pflicht zur Übernahme beim Hausverkauf) geprüft werden. Auch die Anschlussleistung sollte nicht zu hoch gewählt werden, da sie den Grundpreis bestimmt; sie kann einmal jährlich um bis zu 50 % reduziert werden.

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myheimat-Team:

Sandra Kost aus Augsburg

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