Konzert im Altusrieder Theaterkästle
Christian Ludwig Mayer Vibrations

Christian Ludwig Mayer: der Mann nicht nur am Klavier
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Illustre Gäste waren am 15. Mai 2026, 20.00, im Altusrieder Theaterkästle als Christian Ludwig Mayer sein Auwald Trio wiederaufleben und das Duo Schatzhauser an den Start gehen ließ.

Ein restlos begeistertes Publikum im Allgäuer Kultur-Kleinod war von den Darbietungen der Extraklasse mehr als nur angetan, welche die Zeit wie im Flug vergehen ließ und einzigartige Atmosphäre schufen.

Mit Bassist Ernst Techel und Schlagzeuger Matthias Gmelin hat Mayer eine hervorragende Besetzung für das, über die Corona-Pandemie beendete Auwald Trio gefunden, ebenso wie in Klarinettist Hans-Peter Willer beim Duo Schatzhauser und ergänzt beide Formationen selbst an Klavier und Akkordeon, wie auch seinen launigen Moderationen.

Autor, Komponist, Multiinstrumentalist, Musiklehrer und Pianist beschreiben diesen Ausnahmekünstler in seinem Spektrum, jedoch unzureichend da seine menschliche Komponente die ist, welche ihn zu etwas ganz Besonderem und Seltenen macht.
Überaus belesen, hochintelligent und den Menschen positiv zugewandt, wie von Idealen und Zielen geprägt, sitzt ihm der Schalk nicht nur im Nacken, sondern wird in jeder Mimik, Geste und Aussage spürbar.
Lausbub geblieben, hat er sich auch eine geradezu kindliche Neugier bewahrt, hinterfragt Viel, nein Alles und hat unendlich reiche Antworten-Palette, verleiht ihr Ausdruck über sein künstlerisches Wirken, insbesonders die Musik.

Alle zur Aufführung gekommenen Stücke sind von ihm komponiert, was an seine Mitspieler oft eine ganz spezielle Herausforderung bedeutet.

Der 1. Teil des Abends begann mit einer Improvisation zu Präludium im Stil des späten 17.Jahrhundert, gefolgt von Allemande in G und nun im Stil des frühen 17.Jahrhundert Prelude sans mesure. Der Melencholia I – so geschrieben bei Dürer – ging eine CLM-typische Demonstration der Körperhaltung und Expertise zur Melancholie an sich voraus, bei der er sich u. A. ein Klavier im Oberkrainer-Stil wünschte, da die grundsätzlich schwarzen Instrumente ja die Melancholie fördern. The battle of St. George und The call ließen keine Melancholie aufkommen, ehe sie beim – seinem verstorbenen Vater gewidmeten – Papa Ländler wieder anklang. Schlagzeuger Matthias Gmelin wusste auch die Kuh-Schelle gekonnt einzusetzen, was Christian Ludwig Mayer mit dem Hinweis auf a kloane Alm quittierte, die nur wenige Kühe hat. Gar it schee, In der Geige – hier erinnerte er daran, dass die Lokalität nicht nur in einer Senke lag, sondern sich auch der Blick tief ins Glas senkte, wenn dort eingekehrt wurde, nachdem sonst Nirgendwo mehr geöffnet war – Bleib mer recht treu und Im Wilde waren die letzten Stücke vor der Pause.

Nach deren anregenden Gesprächen eröffnete Tell no secret den 2. Teil, gefolgt von Im Kreis – wobei die Betonung darauf lag, dass es keinen Bezug zu einem Kreißsaal habe! – Jodler in düsteren Zeiten und Ghosts of Montaukett. Gab es zu allen Stücken Erläuterungen im so eigenen Mayer-Stil, intensivierten sie sich hier durch den Austausch mit anwesender USA-Verwandtschaft. Walzer Nr. 2 schloss sich an, ehe A kloine Liab und Krummer Hund einmal mehr die Brillanz von Klarinettist Hans-Peter Willer unterstrich. In direkter Begegnung eher zurückhaltend, blüht er – alle Stücke ohne Noten gespielt – am Instrument geradezu auf. Für meine Leit als Reminiszenz des Familienmenschen an sein geliebtes Drei Mäderl Haus mit Frau und 2 Töchtern, setze vor der Zugabe Mondlied den Schlusspunkt eines stark bejubelten, noch lange nachklingenden Abend.

Zwischen Jazz, Volksmusik und romantischer Klangsprache bewegend, sowie unterschiedliche musikalische Traditionen zusammenführend, war dieses Doppelkonzert der Reihe Gäste im Kästle angekündigt, die immer wieder Raum für ungewöhnliche Konzertformate schafft.

Die klassische Jazztrio-Besetzung aus Klavier, Kontrabass und Schlagzeug des wiedergegründeten C. L. Mayers Auwald Trio dient dabei weniger als festes Stilgerüst, sondern vielmehr als offenes Experimentierfeld. Improvisation, Swing und freie musikalische Entwicklungen treffen auf Formen und Denkweisen der europäischen Musiktradition.
Im Jazz gilt das Trio seit Jahrzehnten als eine der flexibelsten Besetzungen überhaupt. Gerade weil nur drei Instrumente beteiligt sind, entsteht viel Raum für spontane Interaktion und feine dynamische Veränderungen. Das Auwald Trio nutzt diese Offenheit, um stilistische Grenzen bewusst durchlässig zu machen. Mal entwickeln sich rhythmische Passagen mit klarer Jazzsprache, dann wieder treten lyrische, beinahe kammermusikalische Momente in den Vordergrund.

Das Duo Schatzhauser, Mayer’s Neugründung gemeinsam mit dem Klarinettisten Hans-Peter Willer widmet sich musikalischen Ideen, die von alpenländischer Volksmusik ausgehen und diese mit improvisatorischen Elementen verbinden. Der Name verweist auf die Figur des Schatzhausers aus Wilhelm Hauffs Märchen Das kalte Herz. Dort steht die Gestalt sinnbildlich für Menschlichkeit und innere Werte – ein Gedanke, der auch die musikalische Haltung des Duos prägt. Die ausführlichen Erläuterungen zur Namensgebung führten augenzwinkernd zum keineswegs resignierenden Fazit: warum hoab i des etzat erzählt?

Anstelle klar abgegrenzter Genres entsteht im Theaterkästle ein Konzertabend mit fließenden Übergängen. Jazzharmonien treffen auf Ländler-Anklänge, folkloristische Motive auf romantische Klangfarben. Gerade diese Mischung dürfte den Reiz der Veranstaltung ausmachen. Das Publikum erlebt keine streng getrennten Konzertteile, sondern musikalische Reisen, die unterschiedliche Traditionen miteinander verweben und dabei immer wieder überraschende Richtungen einschlagen.

Der Veranstaltungsort passt dabei gut zum Charakter des Abends. Das Theaterkästle in Altusried bietet vergleichsweise intimen Rahmen, in dem die direkte Kommunikation zwischen Musikerinnen, Musikern und Publikum besonders spürbar wird. Feinheiten im Zusammenspiel, spontane Reaktionen und improvisierte Passagen entfalten sich in einer solchen Atmosphäre oft besonders intensiv.

Das Format Gäste im Kästle setzt regelmäßig auf Programme abseits routinierter Konzertformate. Auch dieses Doppelkonzert verfolgt ausdrücklich die Idee, Genregrenzen in den Hintergrund treten zu lassen. Statt stilistischer Schubladen stehen Klangfarben, musikalische Begegnungen und gemeinsames Erleben im Mittelpunkt. Für Besucherinnen und Besucher eröffnet sich damit ein Abend, der sowohl Jazzinteressierte als auch Freunde kammermusikalischer oder volksmusikalischer Einflüsse ansprechen dürfte, was in jeder Hinsicht nicht nur erfüllt, sondern weit übertroffen wurde.

Dass Christian Ludwig Mayer als Pianist, Multiinstrumentalist und Komponist gleich mehrere musikalische Perspektiven einbringt, prägt den Charakter der Veranstaltung zusätzlich. Seine Projekte bewegen sich bewusst zwischen Tradition und Offenheit. Dadurch entsteht eine Musik, die Bekanntes aufgreift, gleichzeitig aber immer wieder neue Verbindungen sucht. Genau darin liegt die besondere Spannung dieses Konzertabends in Altusried.

Erich Neumann, freier investigativer Journalist www.cmp-medien.de
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© Bild: www.cmp-medien.de CC – Christian Ludwig Mayer: der Mann nicht nur am Klavier
© Bild: www.cmp-medien.de CC – ‘D Bühne isch gricht!
© Bild: www.cmp-medien.de CC – ‘S Equipment steh bereit
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Christian Ludwig Mayer: Ruhe vor dem Konzert
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Auwald Trio und Erläuterungen von Christian Ludwig Mayer
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Auwald Trio in Aktion
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Auwald Trio und Duo Schatzhauser
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Schlagzeuger Matthias Gmelin an der Kuh-Schelle
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Auwald Trio und Duo Schatzhauser - CLM Akkordeon
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Auwald Trio und Duo Schatzhauser - CLM Klavier
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Duo Schatzhauser in Aktion
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Interpreten beim Schluss-Applaus (v. l. n. r.) Matthias Gmelin, Ernst Techel, Hans-Peter Willer und Christian Ludwig Mayer
© Bild: Daniel Käß CC – Außenansicht Altusrieder Theaterkästle

Bürgerreporter:in:

Erich Neumann aus Kempten

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