Westendorf startet in die neue Amtszeit
Steffen Richter über neue Stellvertreterinnen, große Projekte und die Dorfmitte der Zukunft

Seit der konstituierenden Sitzung am 6. Mai hat Westendorfs Bürgermeister Steffen Richter (Mitte) zwei Stellvertreterinnen: Tina Dill (links) wurde zur Zweiten Bürgermeisterin gewählt, Daniela Neureiter (rechts) zur Dritten Bürgermeisterin. | Foto: Gemeinde Westendorf
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  • Seit der konstituierenden Sitzung am 6. Mai hat Westendorfs Bürgermeister Steffen Richter (Mitte) zwei Stellvertreterinnen: Tina Dill (links) wurde zur Zweiten Bürgermeisterin gewählt, Daniela Neureiter (rechts) zur Dritten Bürgermeisterin.
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In Westendorf bleibt vieles vertraut – und doch beginnt mit dem neuen Gemeinderat eine Phase frischer Impulse. Bürgermeister Steffen Richter spricht im Interview über neue Stellvertreterinnen, laufende Infrastrukturmaßnahmen und Ideen für die kommenden Jahre: von der Sanierung wichtiger Straßen über Renaturierung bis hin zu einem multifunktionalen Neubau in der Dorfmitte. Auch die langfristige Trinkwasserversorgung in der Region steht dabei ganz oben auf der Agenda.

myheimat: Alles neu macht der Mai. Gilt das auch für Westendorf?
Bürgermeister Steffen Richter: Mit Blick auf meine Position stimmt das nicht, schließlich war ich die letzten zwölf Jahre Bürgermeister von Westendorf. Dank der großen Zustimmung seitens der Bürgerinnen und Bürger darf ich sechs weitere Jahre hier arbeiten. Insofern macht der Mai sicherlich nicht alles neu. Allerdings wurden fünf von zwölf Gemeinderatsmitgliedern neu ins Gremium gewählt. Ebenfalls neu ist, dass ich seit der konstituierenden Sitzung am 6. Mai zwei Stellvertreterinnen habe: Tina Dill wurde zur Zweiten Bürgermeisterin gewählt, Daniela Neureiter zur Dritten Bürgermeisterin.

myheimat: Was bedeutet das inhaltlich für die Gemeinde?
Bürgermeister Steffen Richter: Dass die Gemeinde noch mehr Präsenz zeigen kann, als sie das ohnehin schon tut, denn die Chance, dass einer von drei Personen einen Termin als Bürgermeisterin bzw. Bürgermeister wahrnehmen kann, ist nun natürlich größer. Das gibt uns allen auch die Möglichkeit, sich stärker in Einzelthemen einzuarbeiten.

myheimat: Und welche einzelnen Themen beschäftigen Westendorf in den nächsten Jahren?
Bürgermeister Steffen Richter: Wir möchten ein großes Infrastrukturprojekt abschließen, das mit der Verlegung eines Regenwasserkanals und der Erschließung von Bauplätzen begann, die Sanierung der Schulstraße umfasste und nun im besten Fall mit der Sanierung der Nordendorfer Straße enden könnte. Mit der Ortsverbindungsstraße nach Nordendorf könnten wir ein zweites Infrastrukturprojekt verwirklichen und die Renaturierung des Schmütterles würden wir auch gerne final abschließen. Das sind unsere Pläne für dieses Jahr.

myheimat: Und welche Ideen gibt es für die weiteren fünf Jahre der Amtsperiode?
Bürgermeister Steffen Richter: Optimistisch gesprochen finden wir einen ergiebigen Fördertopf für den geplanten Neubau in unserer Dorfmitte. Dort soll ein giebelständiges Haus errichtet werden, das Räume für mindestens drei Ortsvereine bereithält. Der Musikverein Westendorf und Umgebung e.V. bekäme Unterrichts- und Probenräume, die Tell-Schützen Westendorf neue Schießstände, unser Theaterverein, die Heimatbühne Westendorf, einen Raum für Theaterequipment und im Erdgeschoss könnte ein gemütlicher Aufenthaltsbereich für die Bürgerinnen und Bürger entstehen – in Form eines Cafés und in Form eines Stübles für die Vereine.

myheimat: Und die Gemeinde geht leer aus?
Bürgermeister Steffen Richter: Nein. Das Haus ist multifunktional gestaltet. Also könnte es dann, wenn wir das Haus bauen, einen barrierefrei zugänglichen Sitzungs- und Trausaal geben.

myheimat: Ist die Realisierung des Neubaus Ihr größtes Anliegen?
Bürgermeister Steffen Richter: Eines davon. In der vergangenen Legislaturperiode war ich Vorsitzender des Zweckverbands zur Wasserversorgung der Schmuttergruppe, der derzeit vor der Aufgabe steht, langfristig die Trinkwasserversorgung in allen Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Nordendorf sowie in Druisheim, einem Ortsteil von Mertingen, sowie in den Meitinger Ortsteilen Ostendorf und Waltersfhofen zu sichern. Da die Kapazitätsgrenze der Bestandsbrunnen beinahe erreicht ist, sind alle Mitgliedsgemeinden in ihrer Entwicklung eingeschränkt. Das wäre ein Anliegen, das es zu lösen gilt.

myheimat: Das hat aber nicht mehr originär mit Ihrer Aufgabe als Bürgermeister der Gemeinde Westendorf zu tun?
Bürgermeister Steffen Richter: Ich denke, dass jeder Bürgermeister und jede Bürgermeisterin die Verantwortung trägt, sich um die Grundaufgaben in einer Gemeinde zu kümmern. Und dass sauberes Trinkwasser aus dem Wasserhahn kommt, gehört hier ebenso dazu wie der zur Selbstverständlichkeit gewordene Luxus, dass wir unser Abwasser quasi per Knopfdruck in die Kläranlage schicken können. Natürlich ist es auch meine Aufgabe hier informiert zu bleiben, auch wenn die Erweiterung und Ertüchtigung der Kläranlage die Aufgabe des Zweckverbandes zur Abwasserbeseitigung der Donnsberggruppe ist.

myheimat: Also braucht es mehr als nur den Blick auf das eigene Dorf?
Bürgermeister Steffen Richter: Ob es den braucht, muss sicher jeder Bürgermeister und jede Bürgermeisterin für sich selbst entscheiden. Aber mir ist es wichtig, Ansprechpartner für alle Belange der Bürgerinnen und Bürger zu sein, auch wenn das Thema „außerhalb“ von Westendorf angesiedelt ist. Es ist sicher auch eine gute Idee, Ideen im Ort auszuprobieren und bei Interesse auch andere VG-Gemeinden von den Konzepten profitieren zu lassen. Vielleicht wird das ja meine Challenge für diese Legislaturperiode.

(Text: Gemeinde Westendorf)

Seit der konstituierenden Sitzung am 6. Mai hat Westendorfs Bürgermeister Steffen Richter (Mitte) zwei Stellvertreterinnen: Tina Dill (links) wurde zur Zweiten Bürgermeisterin gewählt, Daniela Neureiter (rechts) zur Dritten Bürgermeisterin. | Foto: Gemeinde Westendorf
Die Sanierung der Schulstraße (links im Bild) war das Thema der letzten Jahre; noch heuer soll die Sanierung der Nordendorfer Straße (rechts im Bild) beginnen. | Foto: Gemeinde Westendorf
In der Dorfmitte soll ein giebelständiges Haus errichtet werden, das Räume für mindestens drei Ortsvereine bereithält – für den Musikverein Westendorf und Umgebung e.V., für die Tell-Schützen Westendorf und die Heimatbühne Westendorf sowie für alle Bürgerinnen und Bürger. | Foto: Architekt Anton Haberl
Bürgerreporter:in:

Florian Handl aus Augsburg

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