Unterwegs in der Heimat
Wo sonst der Fluss fließt - Spaziergang am Rhein bei Wesel offenbart extremes Niedrigwasser
- Felsige Ufer am Rhein bei Wesel mit Blick auf den Fluss und die gegenüberliegende Uferseite.
- Foto: Siegmund Walter, 02.10.2026, 15:27 Uhr
- hochgeladen von Siegmund Walter
Wesel, 02.10.2026. Meldung vom Nachmittag:
Wer heute am Rhein bei Wesel unterwegs war, rieb sich ungläubig die Augen. Wo sonst mächtige Wassermassen gegen das Ufer schwappen, dominiert derzeit eine karge Steinlandschaft. Ein Blick auf die offiziellen Messdaten zeigt das ganze Ausmaß: Am heutigen Freitag, 2. Oktober 2026 wurde um 13:00 Uhr ein extrem niedriger Pegelstand von gerade einmal 70 Zentimetern gemessen.
Kilometerweit freigelegte Steinufer
Die mitgebrachten Fotos (siehe oben) zeigen die aktuelle Situation sehr eindrücklich. Die sonst überspülten Buhnen und Befestigungen liegen komplett trocken. Wo sich normalerweise die Strömung bricht, kann man nun meterweit über massive, trockene Steinbrocken balancieren. Was für Spaziergänger und Fotografen nach einer faszinierenden, fast schon mondartigen Kulisse aussieht, hat jedoch einen ernsten Hintergrund.
Die Folgen für Natur und Schifffahrt
Das anhaltende Niedrigwasser bleibt am Niederrhein nicht ohne Folgen:
• Frachtschiffe können den Fluss abschnittsweise nur noch mit stark reduzierter Ladung befahren, um nicht auf Grund zu laufen.
• Die Tier- und Pflanzenwelt in den flachen Uferzonen steht unter erheblichem Trockenstress.
• Nahegelegene Fährverbindungen in der Region mussten in den vergangenen Wochen aufgrund ähnlicher Tiefstände bereits zeitweise den Betrieb einstellen.
Ein packendes Naturschauspiel vor unserer Haustür, das uns gleichzeitig vor Augen führt, wie dringend die Natur großflächigen und anhaltenden Regen im gesamten Rheineinzugsgebiet benötigt.
Haftungsausschluss: Die genannten Wasserstände beziehen sich auf den lokalen Pegelstand (Meldewert) und entsprechen nicht der tatsächlichen Tiefe der Fahrrinne.
Bürgerreporter:in:Siegmund Walter aus Wesel |
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