Unterwegs in der Heimat
Muschelmeer statt Rheinkies - Mein Spaziergang am Weseler Niedrigwasser
- Muschelschalen im Rheinbett bei Wesel
- Foto: Siegmund Walter, 02.10.2026, 15:29 Uhr
- hochgeladen von Siegmund Walter
Muschelmeer statt Rheinkies: Mein Spaziergang am Weseler Niedrigwasser.
Bei meinem letzten Spaziergang am Rheinufer in Wesel traute ich meinen Augen kaum: Wo sonst der typische, graue Rheinkies liegt, erstreckt sich aktuell ein kilometerweites, helles Band. Millionen kleiner Muschelschalen bedecken dicht an dicht das freigelegte Flussbett. Bei jedem Schritt knirschte es unter meinen Schuhsohlen – ein Gefühl wie an einem Nordseestrand, und das mitten am Niederrhein!
Ein faszinierender Anblick, der Fragen aufwirft
Natürlich habe ich mich sofort gefragt, woher diese enormen Mengen kommen. Bei genauerer Recherche stellte sich heraus: Es handelt sich fast ausschließlich um die Asiatische Körbchenmuschel (Corbicula fluminea). Diese Art ist ein sogenanntes Neozoon, das vor rund 40 Jahren über das Ballastwasser von Schiffen zu uns gelangte. Sie vermehrt sich im sandigen Kies des Rheins rasant. Wenn der Pegelstand so stark sinkt wie im Moment, fallen die Muschelbänke trocken und zurück bleiben diese gigantischen Schalenberge.
Für uns Spaziergänger und Hobbyfotografen bietet das freigelegte Flussbett im Moment eine Kulisse, die man wirklich nicht alle Tage zu Gesicht bekommt. Gleichzeitig zeigt es aber auch, wie sehr sich die Natur und das Ökosystem unseres Rheins über die Jahre verändert haben.
Ein Ausflug ans Weseler Ufer lohnt sich bei diesem Wasserstand aktuell auf jeden Fall – man bekommt einen seltenen, ungeschminkten Blick auf den Grund unseres Flusses.
Bürgerreporter:in:Siegmund Walter aus Wesel |
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