Flyer
Schlosskapelle Hohenreichen – ein kulturhistorischer Schatz
- Museumsreferent Cornelius Brandelik, Pfarrer Alois Roßmanith, Bürgermeister Willy Lehmeier und Stadtarchivar Dr. Johannes Mordstein präsentieren den Flyer über die Schlosskapelle Hohenreichen. Die Hohenreichener Bio-Äpfel sind Geschenke von Pfarrer Roßmanith.
- Foto: Cornelius Brandelik
- hochgeladen von Florian Handl
Die kath. Schlosskapelle St. Georg Hohenreichen zählt zu den wichtigsten kulturhistorischen Schätzen unserer Region. Seit der Sanierung in den Jahren 2022/23 strahlt sie innen und außen in neuem Glanz. Verantwortlich für die Sanierung war die Stadt Wertingen, die in der Nachfolge der ehem. Gemeinde Hohenreichen Eigentümerin des Gotteshauses ist.
Vom einst stattlichen Schloss Hohenreichen ist heute außer einigen wenigen Geländespuren nichts mehr vorhanden. Einstmals war es ein mächtiger Herrschaftssitz, von dem aus u. a. die Marschälle von Pappenheim die Herrschaft in den umliegenden Dörfern ausübten. Nachdem Marschall Veit von Pappenheim 1568 den Sitz seiner Herrschaft nach Wertingen verlegt hatte, wurde das Schloss nicht mehr benutzt und verfiel. 1779 wurden die noch letzten vorhandenen Gebäude abgerissen.
Allein die 1456 errichtete Schlosskapelle überstand die Zeiten. Seitdem wurden keine grundlegenden Veränderungen mehr vorgenommen, so dass sie immer noch eine Vielzahl von Kunstschätzen aus spätgotischer Zeit beherbergt, die in anderen Kirchen längst Modernisierungen zum Opfer gefallen sind. Hierzu zählen etwa Figuren des hl. Christophorus und des hl. Johannes des Täufers, die um 1510/20 entstanden sind.
Das Glanzstück der Innenausstattung und eines der bedeutendsten Kunstwerke ganz Schwabens ist der Flügelaltar, der 1515 von einem unbekannten Künstler geschaffen wurde. Im Mittelteil befindet sich die Figur des hl. Georg: Auf dem Pferd sitzend erschlägt der Ritterheilige mit seinem Schwert einen Drachen. Der Heilige ist in einer prächtigen Ritterrüstung gekleidet. Der Bildhauer legte größten Wert auf eine exakte Darstellung. So wurde zum Beispiel jedes Detail der Rüstung genauestens herausgearbeitet.
Die Bildkomposition spiegelt das Selbstverständnis der Auftraggeber, der Marschälle von Pappenheim-Hohenreichen, wider: Durch die Verlegung der Heiligenlegende des hl. Georg von Kappadokien (heutige Türkei) in das heimische Hohenreichen wird den Betrachtern eindrücklich vor Augen geführt, dass sich die Pappenheimer dem Ritterideal des hl. Georg verpflichtet fühlen und dass ihre Aufgabe als Adelsfamilie darin besteht, Land und Leute vor Gefahren zu beschützen.
Um das wenig bekannte und etwas versteckt liegende Gotteshaus einer größeren Öffentlichkeit vorzustellen, kamen Museumsreferent Cornelius Brandelik und Stadtarchivar Dr. Johannes Mordstein auf die Idee, einen Flyer zu gestalten. „Damit der Flyer möglichst viele Menschen erreicht, ist er kostenlos erhältlich“, betonen die beiden Initiatoren. Den Text schrieben Mordstein und Brandelik gemeinsam, die Fotos wurden von Brandelik erstellt. Finanziert wurde das Projekt von der Stadt Wertingen.
Über den neuen Flyer freut sich Pfarrer Alois Roßmanith. Der Ruhestandsgeistliche wohnt seit vielen Jahren in Hohenreichen und kümmert sich mit Herzblut um die Schlosskapelle. Er steuerte wichtige inhaltliche Hinweise bei. „Es war wohl eine Eingebung des Heiligen Geistes“, kommentiert Roßmanith den neuen Flyer, der zahlreiche interessante Informationen zu „seiner“ Schlosskapelle enthält.
Der Flyer liegt im Eingangsbereich des Bürgerbüros (Schulstr. 10) und an der Schlosskapelle Hohenreichen (Box an der Außenwand) aus. Zudem liegt er dieser Ausgabe des „Zeitpunkt“ bei.
(Text: Stadt Wertingen)
Bürgerreporter:in:Florian Handl aus Augsburg |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.