Wertinger Festspiele:
Große Stimmen und große Gefühle
- Die vier Tenöre (v. l.) Daniel Schliewa, Granit Musilu, Matthias Koziorowsky und Michael Heim begeisterten das Wertinger Publikum mit einem auserlesenen Programm.
- Foto: Paul Schorer, Blickwinkel Wertingen
- hochgeladen von Charlotte und Hermann Buhl Stiftung
von Bernhard Probst
Wertinger Festspiele: Bei der großen Nacht der Tenöre singt das Publikum bei einem Stück lautstark mit.
Nachdem freitags bei den Wertinger Festspielen die Fledermaus von Johann Strauss II. auf dem Spielplan gestanden hatte, folgte am Samstag die „Große Nacht der Tenöre“. Diesen Abend habe man ganz ins Zeichen großer Arien und großer Gefühle fürs hohe männliche Stimmfach gestellt, so die Buhl-Stiftung in einer Pressemitteilung. Die Charlotte und Hermann Buhl Stiftung ist der Veranstalter der Festspiele.
Dabei betrat eine hochkarätige Besetzung die Bühne der Wertinger Stadthalle: neben Intendant Daniel Schliewa sangen auch Matthias Koziorowsky und Michael Heim. Letzterer hatte bereits am Vorabend bei der Aufführung der Strauß-Operette „Die Fledermaus“ den Alfred gesungen. Eigentlich sollte der preisgekrönte Südafrikaner Levy Sekgapane an diesem Abend das Vierergespann komplettieren. Er fiel jedoch krankheitsbedingt aus. Für ihn sprang Granit Musliu ein.
Dieses Quartett eröffnete den Abend mit einer Version von Ernesto de Curtis „Non ti scordar di me“ aus dem gleichnamigen Film. Es folgten große Momente und zahlreiche Evergreens. So bot Granit Musliu eine grandiose Version von Verdis Evergreen „La Donna è mobile“ dar, worauf seine Kollegen Highlights aus ihrem Repertoire darbieten. So gibt Schliewa, der gerade in Plauen-Zwickau als Hoffmann in Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“ debütierte, die „Ballade von Kleinzack“ zum besten, während Michael Heim das Schmiedelied aus Wagners „Siegfried“ darbot.
Auch den großen Helden der Vergangenheit wurde gehuldigt. Als Rudi Schurickes Paradestück „Capri Fischer“ im Quartett erklingt, singt das Publikum auf Aufforderung lautstark mit. Nach der Pause folgt ein klanglicher Ausflug nach Spanien: zum auf die Leinwand projizierten Bild einer Gitarre erklingt Augustin Lara’s „Granada“, zu dem Stellario Fagone am Flügel den Geist des Flamenco heraufbeschwört.
Danach folgen Reminiszenzen an die große Ära der deutschen Tonfilmoperette. Gegen Schluss dieses facettenreichen Abends wird das Publikum mit einem glorreichen Finale beglückt: in einer Zielgeraden voller Evergreens konnten die Sänger nochmals alle Register ziehen. Den Anfang machten Heim und Schliewa mit „Torna a Surriento“ und „O Sole Mio“, bis das obligatorische „Nessun Dorma“ mit einem großen Fortissimo und dem zarten Schluss tief unter die Haut geht.
Für diese Nummer kommt abschließend noch Schliewas Ehefrau Annika Egert zu einem kurzen Überraschungsauftritt mit auf die Bühne, wo ihr glockenklarer Sopran mit den großen Männerstimmen verschmolz. Ein bewegender Abend.
Bürgerreporter:in:Charlotte und Hermann Buhl Stiftung aus Wertingen |
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