Oldtimertreffen in Reatshofen
*Tack-tack-tack statt Smalltalk: Von Achsheim nach Reatshofen*
- Foto: HG
- hochgeladen von Hans Gai
*Achsheim.* Die Finger waren in der Früh noch etwas klamm, manche Sprüche auf dem Treffen später auch.
Doch als der R217E von 1959 in der Garage ansprang, war das alles vergessen.
Tack-tack-tack – der Klang von 19 PS deutscher Nachkriegs-Technik.
Wozu hat man solch einen Schlepper? Für genau solche Tage. Herrliches Wetter und eine Stunde Fahrzeit von Achsheim nach Reatshofen bei Wertingen. Eine Stunde, um die Zeit anzuhalten. Entschleunigen auf dem Originalsitz, der ungefähr so gut federt wie ein Holzbrett. Dafür hört man jeden Meter: Den kernigen Schlag des Zweizylinder-Diesels, gebaut für die Ewigkeit.
Das Oldtimer-Treffen der "Freunde alter Landmaschinen Gottmannshofen" in Reatshofen bot das volle Programm. Hunderte von Schleppern, Dieselgespräche und Fachsimpelei. Und natürlich die Experten. „Das ist der falsche Farbton für den Eicher“, hieß es da. Oder beim Blick auf den Hanomag aus Achsheim: „Die Schaltmanschette gab’s so nie im Original.“ Man nickt, lächelt und denkt sich seinen Teil.
Denn die wahren Momente passieren auf der Strecke. Der Daumen hoch vom Kind am Straßenrand. Das „Guten Morgen“ von Spaziergängern, die zwischen Achsheim und Reatshofen stehenbleiben und lauschen. Fremde Menschen, die kurz lächeln, wenn der alte Hannoveraner vorbeinagelt. Unbezahlbar.
Am Ende zählt nicht die einzig wahre Original-Lackierung. Am Ende zählt das Tackern des Diesels auf dem Heimweg zurück nach Achsheim, die Schmerzen im Rücken und das Wissen: Genau dafür steht der Hanomag in der Garage.
Nächstes Jahr wieder. Dann mit Sitzkissen und mit dem gleichen Grinsen im Gesicht.
Bürgerreporter:in:Hans Gai aus Langweid am Lech |
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