Symbiose
Schutzgeld Delikte im Garten?
- Foto: (c) Wolfgang Weiss
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Heute habe ich eine faszinierende, wenn auch für Gartenbegeisterte manchmal ärgerliche Entdeckung mit der Kamera eingefangen. Das rege Treiben an den Stängeln und Blättern einer Gartenpflanze. Was hier aussieht wie ein kleiner Ameisen-Highway, ist in Wirklichkeit ein Beispiel für eine Partnerschaft im Insektenreich – eine sogenannte Symbiose.
Auf dem Bild fallen uns sofort zwei verschiedene Tierarten ins Auge:
Die Blattläuse (Aphidoidea): Das sind die vielen kleinen, dunklen (oft schwarzen oder dunkelgrünen) Punkte, die sich dicht an dicht an den saftigen Stängeln und der Blattunterseite aufreihen. Sie stechen die Pflanze an, um den süßen Pflanzensaft zu saugen. Einige von ihnen besitzen sogar feine, durchsichtige Flügelchen, wie man im Bild gut erkennen kann.
Die Ameisen (Formicidae): Die deutlich größeren, flinken Krabbler, die eifrig zwischen den Läusen umherwandern.
Was wir hier beobachten, ist eine echte Win-Win-Situation für die beiden Insektenarten (eine sogenannte Trophobiose - Nahrung gegen Schutzleistung):
Die Ameisen als „Melker“ und Leibwächter: Blattläuse scheiden überschüssigen Zucker aus, den sogenannten Honigtau. Für Ameisen ist dieser süße Saft eine absolute Delikatesse und wichtige Energiequelle. Sie „melken“ die Läuse, indem sie sie sanft mit ihren Fühlern betrommeln. Als Gegenleistung verteidigen die Ameisen ihre „Nutztier-Herde“ aggressiv gegen Feinde wie Marienkäferlarven oder Florfliegen. Sie tragen die Läuse manchmal sogar zu neuen, saftigeren Pflanzenteilen.
Was bedeutet das für dich als Blumenliebhaber?
In der freien Natur ist das ein tolles Schauspiel, aber uns als Blumenliebhaber blutet einem verständlicherweise das Herz, da die Masse an Blattläusen der Pflanze Kraft raubt und die Blätter verkümmern lassen kann.
Hier sind ein paar umweltfreundliche Tipps, was du jetzt tun kannst:
1. Der sanfte Wasserstrahl: Wenn die Pflanze robust genug ist, kannst du die Blattläuse einfach mit einem etwas härteren Wasserstrahl (z. B. mit dem Gartenschlauch oder einer Sprühflasche) von den Stängeln spülen. Ohne die Ameisen finden viele nicht mehr zurück.
2. Die Ameisenstraße unterbrechen: Da die Ameisen die Läuse beschützen und pflegen, bricht die Läusepopulation oft zusammen, wenn man den Ameisen den Zugang verwehrt. Bei Kübelpflanzen hilft es manchmal, ein ökologisches Kriechöl oder speziellen Leimring um den Topffuß oder den unteren Stängelteil anzubringen.
3. Hausmittel anwenden: Eine Mischung aus Wasser und einem kleinen Spritzer sanfter Schmierseife (oder Kernseife) eignet sich hervorragend. Besprühe die betroffenen Stellen damit. Die Seife verstopft die Atemwege der Läuse. Alternativ hilft auch ein abgekühlter Sud aus Brennnesseln.
4. Nützlinge anlocken: Lass der Natur ihren Lauf, wo es geht! Marienkäfer, Ohrenkneifer und Florfliegen sind die natürlichen Feinde der Blattlaus. Ein insektfreundlicher Garten zieht diese Helfer automatisch an.
Fazit: Ein genauer Blick in den Garten lohnt sich immer! Auch wenn wir unsere Blumen schützen wollen, zeigt uns das Bild eindrucksvoll, wie vernetzt und clever die Natur doch ist.
Bürgerreporter:in:Wolfgang Weiss aus Untermeitingen |
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