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Die Franziskaner - das Buch

Helmut Feld: Die Franziskaner; Eugen Ulmer Verlag Stuttgart 2008; 128 Seiten; ISBN: 978-3-8252-3011-1

Der römisch-katholische Franziskaner-Orden wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts durch Franz von Assisi ins Leben gerufen. Ausgehend vom Ideal der Armut, wie es das große Vorbild Jesus Christus auch lebte, wuchs der Orden kontinuierlich, wie die Zeittafel am Ende des Buches berichtet.

Der Orden wurde von Franz von Assisi gegründet. Er lebte im frühen 13. Jahrhundert in Italien und entschied sich für ein Leben in radikaler Nachfolge Jesu.

Seine Grundidee war revolutionär einfach: Christen sollen nicht in erster Linie durch Macht, Besitz und gesellschaftliches Ansehen wirken, sondern durch ein Leben nach dem Evangelium.

Daraus ergeben sich einige zentrale Merkmale:
• Armut und Einfachheit: möglichst unabhängig von Besitz und materiellen Interessen leben.
• Brüderlichkeit: Nicht Herrschaft und Hierarchie, sondern Gemeinschaft auf Augenhöhe.
• Frieden und Versöhnung: Konflikte überwinden, auf Menschen zugehen und Brücken bauen.
• Nähe zu den Armen: Menschen am Rand der Gesellschaft besondere Aufmerksamkeit schenken.
• Schöpfungsverantwortung: Tiere, Pflanzen und die Natur als Teil der von Gott geschaffenen Gemeinschaft verstehen.
Der berühmte Sonnengesang des Franz von Assisi bringt diese Spiritualität besonders schön zum Ausdruck.

Welche franziskanischen Gemeinschaften gibt es?4

Man muss drei große Zweige unterscheiden:

Gemeinschaft

Kennzeichen
Franziskaner (OFM)
Der ursprüngliche franziskanische Männerorden in seiner heutigen Gestalt
Kapuziner (OFMCap)
Besonders betonte Einfachheit, Volksnähe und geistliche Seelsorge
Minoriten (OFMConv)
Stärker städtisch und häufig in größeren Klöstern und Kirchen tätig

Daneben gibt es die Klarissen, die weibliche kontemplative Ordensgemeinschaft, die auf Klara von Assisi zurückgeht, sowie zahlreiche franziskanische Frauenorden und den weltlichen Dritten Orden.

Wenn man im Alltag von „den Franziskanern“ spricht, meint man häufig nur die Brüder des ersten Zweiges (OFM). Für einen Überblick über die franziskanische Präsenz in Deutschland sollte man aber die gesamte Familie berücksichtigen. Wie viele Franziskaner gibt es in Deutschland?

Hier gibt es inzwischen recht genaue Zahlen, was die Zahl der Franziskaner bei uns in Deutschland anbelangt. Nach der Statistik der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK) zum 31. Dezember 2025 sieht es folgendermaßen aus:

Die franziskanische Männerordensfamilie in Deutschland: Es gibt 416 Ordensmitglieder insgesamt, einschließlich der kleineren franziskanischen Gemeinschaften

Franziskaner (OFM) 224
Franziskaner-Minoriten 99
Kapuziner 63
Weitere franziskanische Männergemeinschaften 30

Die Zahlen beziehen sich auf die Männergemeinschaften, nicht auf die gesamte franziskanische Familie einschließlich der Frauenorden und Laiengemeinschaften.

Für die eigentlichen Franziskaner (OFM) nennt die Ordensprovinz auf ihrer Website rund 200 Brüder an mehr als 20 Orten. Die etwas höhere Zahl von 224 stammt aus der DOK-Statistik. Das sind unterschiedliche Angaben mit unterschiedlichen Erhebungs- beziehungsweise Veröffentlichungsständen.

Zum Vergleich: Die franziskanische Familie ist damit die zweitgrößte Gruppe unter den Männerorden in Deutschland, nach den Benediktinern.

Wichtig ist allerdings: Die Zahl der Brüder ist seit Jahrzehnten rückläufig. Viele Klöster wurden zusammengelegt oder geschlossen. Die verbleibenden Brüder konzentrieren sich zunehmend auf größere Standorte und spezialisierte Aufgaben.

Die Franziskaner sind historisch in ganz Deutschland verbreitet. Heute gibt es einige besonders wichtige regionale Zentren.

Wichtige Standorte der Franziskaner (OFM) sind unter anderem:
Region
Orte und Einrichtungen
Bayern
München, Würzburg, Vierzehnheiligen, Füssen, Garmisch-Partenkirchen
Nordrhein-Westfalen
Düsseldorf, Bonn, Wuppertal, Euskirchen, Velbert-Neviges
Hessen
Fulda, Großkrotzenburg
Baden-Württemberg
Schwäbisch Gmünd und weitere Standorte
Nord- und Ostdeutschland
unter anderem Berlin und weitere Niederlassungen

Das ist eine Auswahl, keine vollständige aktuelle Liste. Die Standorte und die dortigen Aufgaben verändern sich durch die Neuordnung der Provinz.

Für Nordrhein-Westfalen ist interessant: Im Rheinland gibt es eine vergleichsweise sichtbare franziskanische Präsenz. Im Erzbistum Köln werden beispielsweise Düsseldorf, Bonn, Euskirchen, Velbert-Neviges und Wuppertal als Standorte genannt.

Düsseldorf ist dabei ein wichtiger Standort mit einem Franziskanerkloster an der Hohenzollernstraße.

Die Kapuziner haben nochmals ein eigenes Standortnetz. Ihre deutschen Standorte sind unter anderem München, Münster, Frankfurt, Werne, Altötting, Clemenswerth, Eberswalde und Zell am Harmersbach.

Helmut Feld (* 25. August[1] 1936 in Dillingen/Saar; † 1. Januar 2020 in Mössingen) war ein deutscher Theologe und Kirchenhistoriker. Er hat 1956 – 1964 Philosophie, katholische Tehologie, Klassische Philologie und Geschichte in Trier, Bonn und Tübingen studiert und als Honorarprofessor für Historisches Theologie in Saarbrücken gearbeitet. Die Sekundärliteratur hebt ihn als „besonderen Fachmann für Franz von Assisi“ hervor.

Sehr anschaulich wird in diesem Buch Kirchengeschichte beschrieben. Dies zeigt sich auch am Aufbau des Buches. An 12 Themenkreisen (z. B. Person des Franz, religionsgeschichtlicher Hintergrund des Ordens, seine Eigenarten und Abspaltungen wie die Minoriten = minderen Brüder, das Verhältnis zum Papst u. v. m.) wird nicht nur die Vergangenhet, sondern auch die Bedeutung des Ordens vorgestellt. Dies bezieht sich beispielsweise auf die bereiche Politik, Kultur und Frauen.

Die Ausführungen weisen dabei eien Besonderheit auf. Es gibt viele Schlaglichter, die sich an einzelnen Personen, die am Franziskaner-Orden angehören, orientieren. Es gibt also keine stringente zeitliche Aufeinanderfolge der Ereignisse, so dass schon ein wenig der (falsche?) Eindruck der Sprunghaftigkeit entsteht.

Feld achtet dabei auf Verständlichkeit, so dass auch der nicht-fachliche Laie seinen Nutzen aus dem Buch ziehen kann. Leider nur in schwarzweiß liefern insgesamt 5 Fotographien Porträtabbildungen historischer Persönlichkeiten.

Das Buch ist eine gute Einführung in das Thema. Der Textteil ist allerdings etwas oberflächlich, insbesondere was die Theologie der Franziskaner anbelangt. Wer Tiefgang möchte, wird zu anderer Literatur greifen müssen.

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