Gedanken bei einem Spaziergang.
Wer geht schon freiwillig ins Gefängnis?
- hochgeladen von Evelyn Werner
Das klingt erst einmal merkwürdig. Aber – es gibt immer mehr Menschen! Und sie haben dabei dann kein Problem mit einem Gedanken an eine spätere Entsorgung!
Diese steile These stellt Fragen in den Raum.
Starten wir vor langer Zeit.
Damals war es. Man hatte sehr gute Kontakte zu seinen Nachbarn. Man hatte offene Türen und man ging ohne Zaun von Grundstück zu Grundstück.
Dann kam der Jägerzaun. Ein Zaun, den man mit einem großen Schritt und ohne ein Türchen zu öffnen einfach „überschreiten“ konnte. Ein Zaun, der wie die Klöhntür geradezu dazu anregte, sich auszutauschen, Neuigkeiten oder auch Mehl und Eier zu tauschen oder auch die Pflanzen der Nachbarn zu gießen.
Dann kam die Hecke und diese wurde auch höher, aber sie bot immer noch ein Gemeinsames – und wenn es nur das gemeinsame Schneiden der Hecke war.
Die Geschichte ist leider nun noch nicht zu Ende.
Die Entwicklung zeigt nun immer mehr die totale Abschottung. Es sind Metallgitter, die mit Plastikbändern in grau (!!) ganz gezielt zeigen: Ich will mit der Welt da draußen gar nichts zu tun haben. Manchmal werden diese Gitter auch teilweise mit Steinbergen gefüllt. Das ist noch massiver, aber immerhin Naturmaterial. Diese grauen Monstrums aber führen zu der Frage: Sind wir hier ausgeschlossen oder die Menschen drinnen eingeschlossen? Ein Miteinander jedenfalls schließt sich aus.
Diesen Gedanken wollen wir hier nicht weiterführen – das mag die Leserschaft selbst tun. Vielleicht bei einem Spaziergang durch die Welt der Gefängnisse.
Bürgerreporter:in:Evelyn Werner aus Seelze |
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