Problem Verschandelung und Vermüllung
Ich frage für einen "Freund": Könnte die Gesellschaft das abseits der Politik konzertiert stemmen?
- hochgeladen von Helmut Feldhaus
Nach langer Zeit traf ich meinen Freund Kai-Uwe mal wieder. Manche mögen ihn noch kennen von meinen früheren Beiträgen auf myheimat oder im Lokalkompass. Wir hatten uns jedenfalls viel zu erzählen, das meiste privat, aber einiges auch gesellschaftsrelevant. Irgendwie kamen wir auch auf die weiterhin zunehmende Verschandelung unseres Wohn- und Lebensumfelds zu sprechen, ein immer wieder auftauchendes Thema, auch hier auf der Plattform.
Ich lasse ihn mal zu Wort kommen mit seinem Monolog dazu:
"Helmut, seit einiger Zeit, wenn ich fußläufig unterwegs bin, fällt mir die Zunahme von Schmierereien, ob auf Immobilien oder Schildern, das wilde Bekleben mit Aufklebern, wo auch immer eine glatte Oberfläche zur Verfügung steht, und der weggeworfene Müll am Wegesrand auf. Das stört mich. Offensichtlich aber nicht nur mich, beklagen es doch viele andere auch. Ich versuche, mich persönlich durch eigenes Handeln dagegen zu stellen, ist aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Sehe ich zum Beispiel weggeworfenen Müll unweit eines kommunalen Mülleimers, nehme ich ihn mit spitzen Fingern auf und werfe ihn in den Mülleimer. Gut, bei Schmierereien sehe ich mich ohnmächtig, kann allenfalls Kommunalverwaltung und andere Betroffene drauf aufmerksam machen, aber bei Aufklebern, solange sie erreichbar sind, bemühe ich mich ums Abknibbeln. Heute noch, an einer Bushaltestelle, begab ich mich erfolgreich an das Abknibbeln von Aufklebern von der Fahrplantafel und dem darunter hängenden, relativ frisch von der Stadt angestrichenen Mülleimer. Ein Passant sprach mich an, ob da Naziaufkleber seien. Nein, waren es nicht. Fußballaufkleber, die nicht nur da nichts zu suchen hatten, sondern auch noch den Blick auf den Fahrplan versperrten.
Ja, Helmut, so sieht's aus. Ich wünschte mir neben den zahlreichen löblichen Müllwegräuminitiativen eine gesamtgesellschaftliche Haltung und Aktivität wie ich sie zu zeigen versuche, die früh entgegensteuert und dabei gesellschaftliche Vorbildfunktion erzielt, dessen Sog sich die bisherigen und potenziellen Verursacher der Verschandelung nicht entziehen können. In einer der letzten Nächte habe ich gar davon geträumt, die Gesellschaft würde sich abseits der Politik darauf verständigen können aufgrund einer konsensualen Kampagne einer allseits akzeptierten Organisation, welche als Kopf einer solchen Bewegung dienen könnte."
Und da frage ich für meinen Freund Kai-Uwe:
Sind sein Anliegen und sein Traum illusorisch - und wer könnte das Heft des Handelns zugunsten einer gesamtgesellschaftlichen Bewegung ergreifen?
Bürgerreporter:in:Helmut Feldhaus aus Rheinberg |
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