Der „Kolibri Europas“
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Zwei völlig unterschiedlich verwandte Tiere haben unabhängig voneinander eine nahezu gleiche Lösung für dasselbe Problem entwickelt – Nektaraufnahme im Schwirrflug vor Blüten.
Das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum), ein Nachtfalter aus der Familie der Schwärmer (Sphingidae), ist gewissermaßen der „Kolibri unter den Schmetterlingen“.
Die Bienenelfe (Mellisuga helenae), kommt nur auf Kuba vor, ist der kleinste Kolibri und zugleich der kleinste Vogel auf unserem Planeten (s. letztes Bild).
Taubenschwänzchen und Bienenelfe Beide können im Schwirrflug vor Blüten stehen, fliegen von Blüte zu Blüte und saugen Nektar, können dabei sehr schnell die Position wechseln, haben einen extrem hohen Energiebedarf und Beide sind erstaunlich wendig.
Das Taubenschwänzchen ist mit etwa 4–5 cm Körperlänge sogar ungefähr so lang wie die Bienenelfe. Es wiegt allerdings nur etwa 0,3–0,5 g, während die Bienenelfe 1,6–2 g auf die Waage bringt.
Beim der Flügelfrequenz liegt das Taubenschwänzchen klar vorne mit etwa 70–85 Flügelschläge pro Sekunde (Hz), also ungefähr 4.200–5.100 pro Minute. Die Bienenelfe bei etwa 50–80 Flügelschläge pro Sekunde, je nach Flugzustand. Im normalen Schwirrflug werden häufig Werte um 60–70 Hz genannt.
Beide können einen hörbaren Summton erzeugen. Beim Taubenschwänzchen ist das Summen besonders auffällig, weshalb man es im Garten oft schon hört, bevor man es sieht.
Doch der einsame Spitzenreiter bei der Flügelfrequenz ist … Die Honigbiene (Apis mellifera) mit ≈ 230–240 Hz pro Sekunde.
Das Taubenschwänzchen ist ein Wanderfalter und kommt in den Sommermonaten aus Südeuropa/Nordafrika zu uns. Bedingt durch die Klimaerwärmung überwintern zunehmend Exemplare in unseren Breiten. Bei ihrer Wanderung legen die Falter bis zu 3000 Kilometer in 10 bis 14 Tagen zurück. Ab März kann man das Taubenschwänzchen beobachten. Es gibt mittlerweile auch Beobachtungen im Winter, im Überwinterungsversteck.
Mein erstes Taubenschwänzchen, und dann gleich auch viele, habe ich vor rd. 50 Jahren im Südwesten Frankreichs beobachten können. Und tatsächlich, ich habe es zunächst für einen Kolibri gehalten. Seit rd. 30 Jahren, jedes Jahr auch hier am Unteren Niederrhein und in meinem Garten.
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Bürgerreporter:in:Günter van Meegen aus Bedburg-Hau |
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