Aktionstag "Klinikpark retten"
Neubau Uniklinik: Wunderschönen Park vernichten – obwohl es eine Alternative gibt?
- Nicht nur der BUND Naturschutz setzt sich für den Erhalt des Parks ein... 😉
- Foto: Dr. Dietmar Kuhlmann, Neusäß
- hochgeladen von Dietmar Kuhlmann
Am „Tag des Baumes“, dem 25. April 2025, setzten Naturschutzorganisationen und engagierte Bürgerinnen und Bürger ein deutliches Zeichen für den Erhalt des Klinikparks an der Universitätsklinik Augsburg. Der Aktionstag „Klinikpark retten“, organisiert von der BUND Naturschutz Ortsgruppe Neusäß/Aystetten gemeinsam mit der Baumallianz Augsburg, der Augsburger Naturschutzallianz und weiteren Unterstützern, machte eindrucksvoll sichtbar, welch hohen ökologischen und sozialen Wert dieser Park besitzt.
Ein Park von unschätzbarem Wert
Der Klinikpark ist weit mehr als eine einfache Grünfläche: Spazierwege, Waldbereiche, Feuchtbiotope, Streuobstwiesen mit Apfel- und Kirschbäumen sowie artenreiche Heckensäume prägen das Gelände. Die offenen Flächen sind abwechslungsreich mit Einzelbäumen, Dreiergruppen und Alleepflanzungen gestaltet. Besonders prägend sind zahlreiche Stiel-Eichen in unterschiedlichen Altersklassen – viele zwischen 30 und 80 Jahren, einzelne Exemplare sogar deutlich älter. Auch imposante Hainbuchen, Linden, Ahorne, Rotbuchen, Rosskastanien und Wildkirschen bereichern das Bild.
Dabei zeigte sich bei der Ortsbegehung am Aktionstag, dass viele Bäume bereits beim Anlegen des Parks vor etwa 50 Jahren schon zwischen 10 und 40 Jahre alt waren. Etliche Bäume sind daher heute deutlich älter als die Parkanlage selbst. Dies bestätigten Zeitzeugen wie der ehemalige Stadtberger Bürgermeister Dr. Ludwig Fink sowie der Baumexperte Henry Bellosa von der Baum-Allianz Augsburg e.V., der die Vitalität und den besonderen ökologischen Wert des Bestands hervorhob.
Der Baumbestand ist vital, seine ökologische Qualität hoch – nicht zuletzt, weil kurzlebige Arten wie Birken und Walnussbäume fehlen. Darüber hinaus leisten der Park und seine angrenzenden Freiflächen einen wichtigen Beitrag zur Kaltluftentstehung und zum Frischluftaustausch im verdichteten Stadtraum – ein unschätzbarer Wert für das lokale Stadtklima, insbesondere angesichts zunehmender Sommerhitze. Zugleich tragen die vorhandenen Grünflächen wesentlich zur natürlichen Kühlung der umliegenden Gebäude bei – ein Effekt, der auch für den Betrieb des zukünftigen Klinikneubaus von großer Bedeutung wäre.
Neben den eindrucksvollen Bäumen bietet der Park mit seinen Waldbereichen, Feuchtbiotopen und Heckensäumen wertvolle Lebensräume, die zahlreiche Tierarten wie Feldhasen, Fledermäuse, Vögel und Insekten begünstigen. Zudem ist er ein wichtiges Naherholungsgebiet: Patienten, Besucher, Mitarbeitende der Uniklinik sowie Bürger der angrenzenden Ortsteile von Neusäß, Stadtbergen und Augsburg nutzen ihn für Spaziergänge, Ruhepausen und als grüne Oase im städtischen Umfeld.
Rundgang durch den Klinikpark
Im Rahmen einer Ortsbegehung am Aktionstag wurden die Bäume, ihr Alter und ihr Zustand dokumentiert. Fachkundige Erläuterungen belegen: Der Baumbestand ist vital, viele der Bäume könnten – bei entsprechendem Schutz – noch viele Jahrzehnte überdauern. Die zahlreichen Fotos in diesem Beitrag laden Sie ein zu einem virtuellen Rundgang durch diesen besonderen Park – und zeigen eindrucksvoll, warum es unverantwortlich wäre, dieses Naturidyll für einen Klinikneubau zu zerstören.
Eine Alternative ist vorhanden
Besonders unverständlich ist die geplante Bebauung angesichts der Tatsache, dass östlich des heutigen Klinikgebäudes ein alternatives Baufeld zur Verfügung steht. Dieses könnte alle medizinischen Anforderungen erfüllen, ohne einen gewachsenen Park mit seiner Bedeutung für Natur, Klima und Lebensqualität zu vernichten.
Statt nachhaltiger Stadtentwicklung droht nun die unwiederbringliche Zerstörung eines lebendigen Naturraums – trotz vorhandener Alternativen. Die Vernichtung des Klinikparks wäre nicht nur ein ökologischer, sondern auch ein sozialer Verlust von enormem Ausmaß. Eine angemessene Kompensation dieses Verlusts ist nach Ansicht von Experten unmöglich. Der besondere Freizeit- und Erholungswert für Patienten und Bevölkerung kann nicht durch Ausgleichsflächen, die noch nicht einmal im näheren Umfeld umsetzbar wären, ersetzt werden.
Gemeinsam für den Klinikpark – Petition unterstützen!
Die Informations- und Kampagnenseite für eine faire und transparente Standortprüfung finden Sie unter nachfolgendem Link. Hier können Sie gerne Ihre Stimme abgeben:
Und was unternimmt die Stadt Neusäß?
Der Stadtrat der Stadt Neusäß beschloss am 10. April 2025, sich künftig aktiv in die weiteren Planungen für das Baufeld West einbringen zu wollen. Eine Forderung, die Standortwahl grundsätzlich neu zu prüfen und auch das östliche Baufeld als Alternative ernsthaft in Betracht zu ziehen, wurde jedoch nicht beschlossen.
➜ Uniklinik-Neubau: Neusäß fordert bei der Planung einen Platz am Tisch
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Bürgerreporter:in:Dietmar Kuhlmann aus Neusäß |
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