Main-Weser-Bahn
Brückenabriss in Marburg

Brücke am 6.3.2025
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Am 26. November 2024 ist eine Brücke in Marburg wegen akuter Mängel komplett gesperrt worden. Der angekündigte Abriss erfolgte schließlich im März 2025.
Ab dem 21.3.2025 abends musste dafür die Main-Weser-Bahn zwischen Cölbe und Marburg voll gesperrt werden. Bis zum Samstagmittag konnte wegen Oberleitungsarbeiten noch nicht einmal der Bahnhof von Marburg angefahren werden. Das war auch am abschließenden Sonntag der Fall.

Am Samstag wurde vormittags noch an den Vorbereitungen für den Abriss gearbeitet. Die Schienen unter der Brücke waren noch nicht abgedeckt.

Am Sonntag wurden die Brückenteile von zwei Seiten mit Meißel und Schere bearbeitet. Gegen 14:30 Uhr ist die Brücke eingestürzt und auf die Main-Weser-Bahn gefallen. Zunächst stürzte nur ein Teil auf der Nordseite ab. Etwa eine Minute später folgte der Rest.

Während des Abbruchs wurde die Brücke von der Westseite über ein großes Gebläse mit Nebel befeuchtet. Der Abbruch führte zu einer großen Staubentwicklung. Der Staub setzte sich vorwiegend auf der Ostseite der Bahn ab. Bei einem Taxiunternehmen, das sein Firmengelände an der Bahn hat, waren alle Fahrzeuge mit einer Staubschicht bedeckt.

Am 25.3. hatten die Bagger einen großen Berg aus Erde neben den Gleisen zusammengetragen. Auf den Gleisen lag noch eine Abdeckung.

Am 27.3. waren die Gleise wieder frei, und es wurde an Reparaturen gearbeitet. Auch am 28.3. wurde an den Gleisen gearbeitet.

Am 30.3. standen eine Stopf- und Planiermaschine vor der Baustelle bereit.

Schienenersatzverkehr
Beim Schienenersatzverkehr wurden nur rote und weiße Gelenkbusse aus dem eigenen Landkreis gesichtet.
Zum Eintrachtspiel am 29.3. gab es keinen zusätzlichen Busverkehr. Der Eintracht-Sonderzug verkehrte nur zwischen Gießen und dem Stadion.

Die Informationen zu den Fahrplanänderungen waren miserabel. Es gab keine Erläuterungen zu Anschlüssen oder veränderten Abfahrtzeiten bei den Zügen.

RE30
Der RE30 verkehrte zwischen Kassel und Kirchhain sowie Marburg bzw. Gießen und Frankfurt.
In der Zeit, wo kein Halt in Marburg möglich war, verkehrte er auf den bedienten Streckenabschnitten zu den üblichen Zeiten.
Während der übigen Zeit fuhr er auf dem Streckenabschnitt Kassel-Kirchhain in beide Richtungen etwa eine halbe Stunde früher. Dadurch hatte man von Kassel nach Frankfurt eine passende Umsteigverbindung. In Gegenrichtung gab es in Kirchhain keinen Anschluss vom Schienenersatzverkehr auf den Zug nach Kassel. Die Auswirkungen auf die Fahrtgastzahlen konnte man abends gut in Kirchhain sehen: Im nach 18 Uhr verkehrenden Zug waren nur wenige Fahrgäste zu finden.

Der RE30 fuhr in Kirchhain auf Gleis 2 ein und blieb dort bis zur Ausfahrt stehen. Von Cölbe kommende Züge der RB41 und RE98 hielten während der Anwesenheit vom RE30 auf Gleis 5.

Die Fahrten des RE30 waren korrekt in der Fahrplanauskunft eingetragen. Für die Fahrten im Abschnitt Kirchhain - Kassel wurden neue Zugnummern der Form 15xxx vergeben.

RE98
Der RE98 entfiel zwischen Cölbe und Gießen - auch zu den Zeiten, wo die Bedienung des Bahnhofs Marburg möglich war. Der Ersatzverkehr für den RE 98 verkehrte zwischen Kirchhain und Gießen mit den Zwischenhalten Cölbe und Marburg. Ab Gießen konnte der eine Stunde später als der RE98 verkehrende RE30 genutzt werden.

Schneller ging es, wenn man zwischen Cölbe und Marburg das Fahrrad nutzte. Dann hatte man noch die Umsteigemöglichkeit zur RB41.

Der RE98 verkehrte auf den bedienten Streckenabschnitten zur üblichen Zeit und unter gleicher Zugnummer. Das führte in der Fahrplanauskunft zu einem ungewöhnlichen Effekt: Es wurde ein durchgehender Zug von Kassel nach Frankfurt angezeigt, der in Cölbe nur zum Aussteigen, nicht in Marburg und in Gießen nur zum Einstieg hielt. Die Angaben mit den Halten nur zum Ein- und Aussteigen verwirrten nicht nur die Fahrgäste, sondern sorgten auch dafür, dass für viele Verbindungen keine korrekte Verbindungsauskunft erstellt werden konnte. Wer beispielsweise von Kirchhain nach Frankfurt wollte, konnte laut Fahrplanauskunft einfach in den RE98 steigen und durchfahren. Die korrekten Fahrtmöglichkeiten hingegen ausgefiltert, weil es ja eine vermeintlich viel bessere Verbindung gab.

RB41
Die RB41 verkehrte zwischen im Abschnitt Cölbe - Treysa meist zu den üblichen Zeiten. Die Zugnummern im Abschnitt Cölbe-Treysa wurden wohl zum großen Teil durch Nummern 22xxx ersetzt, aber zu spät. Dadurch gab es hier auch Probleme mit durchgehenden Phantomfahrten. Bei einer Fahrplanauskunft für eine Fahrt von Kirchhain nach Niederwalgern wurde beispielsweise vorgeschlagen, mit der RB41 nach Fronhausen und dann mit der nächsten RB41 eine Station zurück nach Niederwalgern zu fahren.

Zwischen Marburg und Gießen gab es bei der RB41 Einschränkungen nur zu den Zeiten, wo der Bahnhof Marburg stromlos war. Zu diesen Zeiten entfiel die RB41 zwischen Marburg und Niederwalgern.

Eine Fahrplantabelle für die RB41 gab es nicht. Auf Nachfrage habe ich vom RMV ein am 26.3. erstelltes PDF bekommen. Laut dieser Tabelle wären aber die unterbrochenen Fahrten immer zwischen Marburg und Niederwalgern ausgefallen.

Im Normalfall verkehrte der RB41-Ersatzverkehr zwischen Cölbe und Marburg mit Anschluss in Cölbe.

An den Tagen ohne Schienenverkehr in Marburg gab es einen Ersatzverkehr zwischen Marburg und Niederwalgern mit Anschluss in Niederwalgern. Die Busverbindung Cölbe-Marburg findet sich nicht in der Fahrplanauskunft. Am 30.3. sind die Fahrten nach Niederwalgern um zwei Stationen erweitert: Der Bus soll nach dem Halt in Niederwalgern in 0 Minuten Cölbe erreichen und von dort aus nach Marburg fahren.

RB94 und RB97
Die Fahrten entfielen zwischen Cölbe und Marburg. Für beide Linien gab es einen Schienenersatzverkehr mit Anschluss in Cölbe.

Fazit
Neun Tage Streckensperrung nur für den Abriss einer Brücke sind schon schlimm genug. Dazu kam ein Ersatzverkehr mit schlechten Anschlüssen. Überhaupt nicht akzeptabel waren die fehlenden Möglichkeiten, über die Fahrplanauskunft korrekte Verbindungen zu bekommen.

Noch ein Kommentar zum Thema Fachkompetenz: "Weil manche Fuzzy's meinen sie haben mehr Ahnung von der Eisenbahn als die Fachleute." schrieb einer als Kommentar zu meiner Aussage, dass eine Überholung der RB41 durch den RE98 in Kirchhain bei der Fahrt Richtung Treysa keinen Sinn macht. Dass Fachleute auch den größten Mist produzieren können, hat sich in letzter Zeit leider bei vielen Fahrplanänderungen gezeigt.

Links
Einsturz der Brücke: https://www.myheimat.de/marburg/c-lokalpolitik/einsturz-einer-bruecke-in-marburg_a3549064

250131 - Bahnsteigrückbau in Kirchhain
https://www.myheimat.de/kirchhain/c-lokalpolitik/bahnsteigrueckbau-in-kirchhain_a3543310
https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?112,11045219
https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?115,11045225

Einsturz beim Kirchhainer Güterbahnhof am 11. September: https://www.myheimat.de/kirchhain/c-blaulicht/abriss-des-kirchhainer-gueterbahnhofs_a2444277

Bürgerreporter:in:

Sören-Helge Zaschke aus Stadtallendorf

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