Ostermärsche Friedensbewegung 2026
2. bis 6. April: Kriege verweigern - Frieden schaffen
- hochgeladen von Hajo Zeller
Die Ostermärsche finden in diesem Jahr vom 2.-6. April 2026 statt. Mit Demonstrationen, Kundgebungen, Fahrradtouren, Wanderungen und Friedensfesten wird auch in diesem Jahr die Friedensbewegung in den Ostermarschaktionen ihre Themen in die Öffentlichkeit bringen.
Die Ostermärsche finden traditionell in regionaler und lokaler Verantwortung statt.
Übersicht:
- Alle Termine der Ostermärsche 2026
- Anzeige zum Ostermarsch 2026
- Materialien zum Ostermarsch
- Aktionsideen
- Themen der Ostermärsche 2026
- Aufrufe der Veranstalter*innen
- Hintergrund
7. April 1958: Erster Ostermarsch findet statt
von Dietrich Karl Mäurer (mdrInfo)
Am 07. April 1958 bewegte sich in London vom zentralen Platz Trafalgar Square aus der weltweit erste große Ostermarsch durch die Straßen. Mit dem Ruf "Ban the bomb" (Verbietet die Bomben) zogen tausende Kernwaffengegner zum britischen Atomforschungszentrum Aldermaston. Sie forderten einseitige Abrüstung. Großbritannien sollte seine Kernwaffen insbesondere die Wasserstoffbombe aufgeben.
Trotz schlechten Wetters an diesem Ostersonntag waren Tausende gekommen. Aus der kleinen und unbedeutenden Kampagne gegen nukleare Aufrüstung war beinahe über Nacht eine Massenbewegung geworden. Die Initiative fand breite Unterstützung von Parlamentsabgeordneten der Labour-Party, von Kommunisten, von Kirchenführern und von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.
Die britische Presse berichtete sehr vorsichtig über diesen ersten Ostermarsch.
Ein Auszug der Londoner TIMES: "Es dauerte 40 Minuten, bis die Kolonne der Ostermarschierer an uns vorbei war. Man kann also sagen, dass die Bewegung rein zahlenmäßig Zulauf hat. Welche Leute gingen mit? Alles Kommunisten, sagte ein Zuschauer. (...) Es gab aber auch andere Reaktionen. Gruppen von wohlgesinnten Zuschauern hatten sich hier und da versammelt und spendeten jedem Vater Beifall, der ein Kind auf den Schultern oder einen Kinderwagen schiebend mitmarschierte oder jeder jungen Mutter, die ein Kind an der Hand mitzog. Man sah auch Leute im mittleren Alter, Männer im Sonntagsanzug und Frauen im besten Kostüm. Alte Jungfern in Wanderkluft. Und Rentner, denen das Marschieren Mühe machte. Vor allem aber sah man Studenten, die selbst der Atom-Angst noch Lustiges abzugewinnen schienen. Junge Mädchen in Bluejeans, Doublecoat und derben Schuhen zogen lachend vorbei. An der einen Hand hielten sie ein Schreckensbanner, an der anderen einen jungen Mann, manchmal mit Bart."
Die Forderungen der Ostermarschierer sorgten schon bald für kontroverse Diskussionen im linken Lager - insbesondere bei der Labour-Party. Der Deutsche Dienst der BBC schildert 1973 rückblickend die damalige Lage: "Der Daily Herold, die Arbeiterzeitung, die bis dahin eine linientreue Parteirichtung vertreten hatte, griff die Forderungen nach der einseitigen nuklearen Abrüstung Großbritanniens auf und zog sich eine öffentliche Rüge durch den Generalsekretär der Labour-Party zu. Auf dem Jahreskongress der Labour-Party im Herbst 58 kam es zwar noch nicht zur Spaltung, aber die Parteiführung hatte es bereits schwer, sich gegen den Abrüstungsflügel durchzusetzen."
Aus dem Londoner Marsch entwickelte sich in den folgenden Jahren in verschiedenen westeuropäischen Ländern eine Tradition solcher Demonstrationsmärsche zu Ostern. Der erste Ostermarsch in der Bundesrepublik fand 1960 mit etwa 1.000 Teilnehmern in Norddeutschland statt.
Quelle: MDR INFO Kalenderblatt, Sendung am 7. April 2006
Bürgerreporter:in:Hajo Zeller aus Marburg |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.