Uwe H. Sültz DER ELAC OPA klärt auf:
Warum hat die Schallplatte einen wärmeren Klang als die CD? - Das Bild zeigt den weltbesten Schallplattenspieler von NAKAMICHI...
- hochgeladen von R. G. Wardenga
Der „wärmere“ Klang der Schallplatte entsteht paradoxerweise durch physikalische Einschränkungen und gezielte Ungenauigkeiten des analogen Mediums, während die CD Musik mathematisch präzise und verlustfrei wiedergibt.
In diesem Video wird ausführlich erklärt, wie die technischen Limitierungen der Schallplatte zu harmonischen Obertönen führen, die unser Gehör als besonders angenehm empfindet:
Die technischen und psychoakustischen Hauptgründe für den Klangunterschied im Überblick:
1. Harmonische Verzerrungen (Obertöne)
Beim Abspielen einer Schallplatte gleitet die Nadel physisch durch die Rille. Durch diese mechanische Reibung und die Trägheit des Materials entstehen minimale Verzerrungen. Es handelt sich dabei vor allem um geradzahlige harmonische Obertöne. Unsere Psychoakustik (die Art, wie das Gehirn Schall verarbeitet) nimmt diese spezifischen Verzerrungen als voll, weich und angenehm warm wahr. Die CD hingegen vermeidet solche Verzerrungen und klingt dadurch nüchterner und analytischer.
2. Begrenzte Dynamik und sanfte Kompression
Eine Schallplatte hat einen deutlich geringeren Dynamikumfang (ca. 40 dB) als eine CD (ca. 96 dB).
• Schallplatte: Extreme Pegelspitzen (sehr laute Bassschläge) können nicht eins zu eins in die Rille gepresst werden, da die Nadel sonst springen würde. Deshalb wird die Dynamik beim sogenannten Mastering für Vinyl künstlich begrenzt und sanft komprimiert. Das Ergebnis ist ein dichterer, „gemütlicherer“ Sound.
•CD: Sie kann extrem leise und extrem laute Passagen exakt abbilden. Dadurch wirkt der Bass auf einer CD oft deutlich präziser, knackiger und härter.
3. Kontinuierliche Wellenform vs. digitale Abtastung
• Analog (Vinyl): Der Schall ist als eine einzige, ununterbrochene Wellenform in den Kunststoff geritzt. Die Wiedergabe erfolgt absolut fließend.
• Digital (CD): Das analoge Signal wird bei der CD 44.100 Mal pro Sekunde gemessen (Abtastrate) und in winzige Digitalschritte (Raster) zerlegt. Obwohl das menschliche Ohr diesen Unterschied theoretisch nicht als „Lücken“ hören kann, empfinden viele Menschen das extrem saubere, fehlerfreie Signal der CD im Vergleich zur Platte als steril oder „seelenlos“.
4. Grundrauschen und Mastering
Das ständige, leise Oberflächenrauschen und das minimale Knistern der Platte wirken wie ein akustischer Teppich. Dieses Fehlen von absoluter Stille wird vom menschlichen Gehirn oft als „lebendiger“ interpretiert als die absolute, digitale Stille zwischen den Tracks einer CD. Zudem werden Alben für Vinyl oft gezielt mit einem anderen Frequenzfokus (Equalizing) abgemischt, um die Stärken des Mediums hervorzuheben.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die CD ist das technisch objektiv bessere und präzisere Medium. Die Schallplatte hingegen fügt dem Ton durch ihre mechanische Natur eine Klangfärbung hinzu, die der Mensch subjektiv als wohlwollende Wärme abspeichert.
Bürgerreporter:in:R. G. Wardenga aus Königsborn |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.