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Feldhasenjunge benötigen fast nie Hilfe – NABU bittet darum die Tiere nicht aufzunehmen

Sie sind niedlich - sie wirken verlassen - sie brauchen aber fast nie Hilfe!
Zum Höhepunkt der Brut- und Setzzeit kommt es häufig vor, dass Spaziergänger junge Feldhasen scheinbar verlassen in der Natur finden. Die Tiere wirken mit ihrer geringen Größe und ihrem schüchternen Verhalten völlig hilflos. Wenn Naturfreunde dann Weit und Breit keinen erwachsenen Feldhasen sehen, kommen sie schnell auf den Gedanken, dass man dem Häschen doch helfen müsste und nehmen das Hasenjunge mit nach Hause.

„Genau damit tut man in der Regel das Falsche“ weiß Ricky Stankewitz, 1. Vorsitzender vom Naturschutzbund NABU Langenhagen zu berichten. „Viele Menschen wissen nicht, das Feldhasen ihre Jungtiere meist nur in der Morgen- und Abenddämmerung säugen. Den Tag über bleiben die Jungtiere regungslos in ihren Verstecken, die eben zum Teil gar nicht so versteckt sind.“ so Stankewitz weiter.

Nach Auskunft der Wildtierschutzstation Sachsenhagen suchen sich die weiblichen Hasen zum Teil die verrücktesten Verstecke für Ihre Jungtiere aus. Von einer bewachsenen Verkehrsinsel auf einer Straße bis zum Fußballplatz war schon alles vertreten. Ein weiteres Problem ist, dass sich junge Hasen nur sehr schwierig von Hand aufziehen lassen. Häufig treten bei der Fütterung mit Ersatzmilch Verdauungsprobleme auf. Erschwerend hinzu kommt, dass die Hasen sehr empfindlich auf Keime reagieren. „Wenn die Junghasen Durchfall bekommen, was bei der Handaufzucht leider recht häufig vorkommt, ist das schon ein fast sicheres Todesurteil für die Tiere“ so der Naturschützer. Selbst wenn die Handaufzucht erfolgreich ist, wird es sehr schwierig die Tiere wieder auszuwildern, weil die natürliche Scheu vor dem Menschen verlernt wurde.

„Die größten Überlebenschancen haben die jungen Hasen also, wenn man sie dort wo sie entdeckt wurden in Ruhe lässt. Wir möchten daher an alle Spaziergänger und Naturfreunde appellieren, die nur scheinbar hilflosen Junghasen nicht anzufassen oder aufzunehmen und darauf zu vertrauen, dass die Hasenmutter ihr Junges nicht »ausgesetzt« hat“ so Stankewitz abschließend.
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