Krieg Ukraine
Kälte, Angst und Not – Hoffnung, Mut und Zusammenhalt


Vier Jahre nach russischer Vollinvasion in der Ukraine: LandsAid unterstützt fast 420.000 Menschen – Hilfe weiterhin dringend benötigt

. Vier Jahre nach der Eskalation des Krieges in der Ukraine leben Millionen Menschen weiterhin unter katastrophalen Bedingungen – ohne Sicherheit, verlässliche Versorgung oder Perspektive.

Laut aktuellen Schätzungen des UNHCR werden in diesem Jahr rund 10,8 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sein, insbesondere mehrfach Vertriebene, Familien in umkämpften Regionen und Haushalte ohne Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen.

Überlebensnotwendige Hilfe in extremen Winterbedingungen

Der vierte Kriegswinter trifft die Bevölkerung besonders hart: Viele Menschen leben seit Wochen ohne Strom, Heizung oder warmes Wasser, bei nächtlichen Temperaturen bis minus 30 Grad. Kinder, ältere Menschen und Menschen mit eingeschränkter Mobilität sind besonders gefährdet.

„Wir unterstützen aktuell unseren lokalen Partner Save Ukraine, der Schutz- und Wärmeräume bereitstellt. Diese müssen mit Heizgeräten, Decken, Kissen oder Thermobehältern ausgestattet werden. Es fehlt an allem – deshalb zählt Hilfe gerade jetzt besonders“, sagt Michaela Wiese, geschäftsführende Vorständin der Hilfsorganisation LandsAid.

Bilanz der Hilfe

Seit Mai 2022 unterstützt LandsAid gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen besonders gefährdete Menschen – darunter Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen und Binnenvertriebene: Allein mit Hilfsgütern konnten seitdem 386.000 Menschen erreicht werden. Sie erhielten etwa Lebensmittel, Schlafsäcke, Decken, Isomatten oder Materialien zur Reparatur beschädigter Häuser.

In Kherson konnten allein im vergangenen Jahr gemeinsam mit der Organisation Dream Future (Mriya Maybutnoho) 2.380 Menschen mit Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln und Wohnmaterial unterstützt werden.
Durch Evakuierungen, Unterbringung und Versorgung in temporären Einrichtungen sowie in häuslicher Betreuung und Pflege wurden in Kooperation mit Caritas Khmelnytskyi und Save Ukraine 3.100 besonders schutzbedürftige Menschen, darunter ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen, erreicht.
In Lviv und Chernihiv unterstützte LandsAid gemeinsam mit Evum insgesamt bisher fast 30.000 Kinder und ihre Eltern, darunter krebskranke Kinder und Kinder mit kriegsbedingten Verletzungen. Projekte verbessern ihre Versorgung durch psychosoziale Unterstützung und medizinische Ausstattung. Zuletzt lag der Fokus aufgrund begrenzter Mittel auf der Versorgung mit dringend benötigtem Verbrauchsmaterial und Medikamenten.
Binnenvertriebene Frauen wurden in der Oblast Chernihiv durch die lokale Partnerorganisation Zhinochii Format gezielt gefördert: 134 Frauen erhielten Seminare, Beratung und Trainings zur Rückkehr in den Arbeitsmarkt und zur Stressbewältigung.

Hilfe bleibt dringend notwendig

Krieg bedeutet nicht nur körperliche Entbehrung, sondern auch massive seelische Belastungen. Angst, traumatische Erlebnisse und Verlust prägen den Alltag vieler Menschen – besonders von Kindern, ihren Familien sowie von älteren und schwerkranken Menschen. Der andauernde Stress schlägt zudem bei vielen auf die physische Gesundheit.

Die Lage an den Fronten verschärft sich derweil weiter: Zunehmende Angriffe, zerstörte Infrastruktur und eingeschränkter Zugang erschweren humanitäre Hilfe massiv. Besonders ältere Menschen und Menschen mit eingeschränkter Mobilität bleiben oft zurück – ohne Ersparnisse, ohne Informationen und ohne Möglichkeit zur Flucht. Psychosoziale Unterstützung bleibt ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit, insbesondere in Projekten für Kinder, ältere Menschen und besonders schutzbedürftige Haushalte.

„Insgesamt profitierten fast 420.000 Menschen in der Ukraine von unseren Maßnahmen und mit weiterer Unterstützung können es noch mehr sein,“ so Michaele Wiese. „Schon ein kleiner Beitrag macht einen merklichen Unterschied für die Menschen in der Ukraine. Spenden werden weiterhin dringend benötigt.“

Hintergrund

Am 24. Februar 2026 jährt sich der Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine zum vierten Mal. Vier Jahre, in denen das Land ununterbrochen unter Kriegseinwirkungen leidet, Millionen Menschen zur Flucht gezwungen wurden und die Infrastruktur massiv zerstört wurde. Die humanitäre Lage bleibt kritisch – trotz umfangreicher internationaler Hilfsmaßnahmen.
Laut UNHCR und dem Humanitarian Needs and Response Plan 2026 werden in diesem Jahr voraussichtlich 10,8 Millionen Menschen in der Ukraine auf humanitäre Hilfe angewiesen sein. Die Bedarfe reichen von Nahrungsmitteln und sauberem Wasser über medizinische Versorgung bis hin zu Unterkünften, Heizungen und psychosozialer Betreuung. Besonders betroffen sind:
• Menschen, die mehrfach vertrieben wurden
• Familien in umkämpften Gebieten
• Haushalte ohne Zugang zu grundlegenden Versorgungsleistungen wie Strom, Heizung oder Wasser
Darüber hinaus sind binnenvertriebene Frauen besonders gefährdet. Von den insgesamt rund 3,7 Millionen Binnenvertriebenen sind 59 Prozent Frauen, davon 52 Prozent im erwerbsfähigen Alter. Viele dieser Frauen haben ihren Arbeitsplatz verloren, müssen prekären Beschäftigungen nachgehen oder stehen ohne Kinderbetreuung vor großen Hindernissen, wenn sie wieder arbeiten müssen.
Die Zerstörung der Energieinfrastruktur hat den Winter 2025/2026 besonders hart gemacht. In vielen Regionen leben Familien ohne Strom und Heizung, bei Außentemperaturen bis minus 20 Grad oder tiefer. Unter diesen Bedingungen sind Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen besonders schutzbedürftig. Notunterkünfte, Wärmeräume und Hilfsgüter wie Schlafsäcke, Decken und Heizgeräte sind für das Überleben entscheidend.
Neben materieller Not belastet der Krieg die Menschen auch psychisch stark. Viele leiden unter Angst, Trauma und Verlust, besonders Kinder, Familien, Vertriebene und chronisch kranke Personen. Kontinuierliche psychosoziale Betreuung, Notfallhilfe und therapeutische Angebote sind daher ebenso wichtig wie Nahrung und Unterkunft.
Vier Jahre nach Beginn des Krieges bleibt die Lage für Millionen Menschen prekär. Angriffe auf Infrastruktur, Strom- und Wasserversorgung sowie anhaltende Kampfhandlungen erschweren Hilfe vor Ort. Dennoch gibt es positive Ansätze: Lokale Partnerorganisationen arbeiten weiterhin unermüdlich, um Schutzräume, medizinische Versorgung, psychosoziale Betreuung und Hilfsgüter bereitzustellen.
Um die humanitäre Situation zu stabilisieren und Menschen das Leben etwas einfacher zu machen, bleibt die Unterstützung durch Spenderinnen und Spender essenziell. Jede Hilfe trägt dazu bei, dass Menschen in akuter Not überleben und ein Mindestmaß an Sicherheit und Würde bewahren können.
Die LandsAid-Projekte in der Ukraine wurden und werden unter anderem unterstützt durch Aktion Deutschland Hilft, Aktionsgruppe Kinder in Not, Lore-Keller-Stiftung, Lions Hilfswerk Landsberg a.L., durch weitere Stiftungen und Förderer und natürlich durch zahlreiche Spenderinnen und Spender.

💛 Weitere Informationen und Möglichkeiten zur Unterstützung:
www.landsaid.org/ukraine

Bürgerreporter:in:

Andrea Schmelzle aus Landsberg am Lech

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