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Michael Schulte spricht im myheimat-Interview über Heimat, dänische Songs, Rea Garvey und seine Tour mit Max Giesinger

Michael Schulte zieht von Dollerup nach Berlin. (Foto: (C) Michael Zargarinejad / Universal Music)
 
Michael Schulte singt "Carry me home" auf der Bühne von The Voice of Germany. (Foto: (C) Michael Zargarinejad / Universal Music)
Michael Schulte hat früher mal Deutschland sucht den Superstar angeschaut. Mitmachen wollte er bei der Castingshow mit Dieter Bohlen allerdings nie. Er hat gewartet, bis mit The Voice of Germany und Coach Rea Garvey ein innovatives, reizvolles Format auf ihn zukam. Im Interview mit Michael Stauner spricht der TVOG-Finalist über seine Dänisch-Kenntnisse, seine bevorstehende Tour mit Max Giesinger und seine Live-Auftritte an der Seite seines Mentors.

Hallo Michael, du kommst aus einem kleinen Dorf bei Flensburg. Wie ist es, in Dollerup (ca. 1.000 Einwohner laut Wikipedia) aufzuwachsen?
„1.000 sogar noch, echt? Aufgewachsen bin ich in Lindau an der Schlei. Das ist ein noch kleineres Dorf mit nur ein paar Hundert Einwohnern. Mit elf bin ich nach Dollerup gezogen. Ich bin’s gewohnt, auf dem Dorf aufzuwachsen und hatte eine schöne Kindheit. Ich lebe hier mit Angeln und Natur. Jetzt bin ich 21, mache Musik und komme viel herum. Da es dafür ein bisschen ungünstig ist, in einem kleinen Dorf ganz im Norden zu wohnen, wo die großen Städte weit entfernt sind, ziehe ich bald nach Berlin.“

Du hast Abitur in Schleswig-Holstein an der Grenze zu Dänemark gemacht. Du sprichst fließend Dänisch, nehme ich an?
„Ich habe mein Abitur an einer dänischen Schule gemacht. Hier oben im Norden gibt’s eine dänische Minderheit, sodass ich in einen dänischen Kindergarten gekommen bin, später auf eine dänische Schule und ein dänisches Gymnasium. Da sprechen wir in der Schule nur Dänisch, dementsprechend spreche ich fließend Dänisch.“

Schon daran gedacht, Songs auf Dänisch aufzunehmen?
„Ich würde selbst keine dänischen Songs schreiben, aber ich habe schon einen Song auf Dänisch auf youtube aufgenommen. Ich dachte, einmal müsstest du auf jeden Fall einen dänischen Song covern und das war „Smuk som et Stjerneskud““.

Hier ist Michaels Cover-Version der Olsen Brothers, die mit der englischen Version dieses Liedes den Eurovision Song Contest 2000 gewonnen haben:


Wann startest du in den dänischen Charts durch oder tourst durch Dänemark?
„Musikalisch habe ich mich noch nicht Richtung Dänemark bewegt. Erstmal schauen, dass hier in Deutschland alles so klappt, wie ich mir das vorstelle. Da steht im September die Tour mit deinem TVOG-Kollegen Max Giesinger an. Längerfristig ist der dänische Markt natürlich naheliegend.“

Stichwort Tour: Im September und Oktober gibst du zusammen mit Max Giesinger zwölf Konzerte. Flensburg und Karlsruhe sind für euch obligatorisch, aber wie passt Burglengenfeld in euren Tourplan, der ansonsten nur Großstädte vorsieht?
„Das macht die Konzertagentur. Die schaut: Wo passt’s zeitlich, wo ist eine Halle verfügbar und wer hat da Lust auf Max Giesinger und Michael Schulte? Da war scheinbar auch Burglengenfeld eine Option. Warum nicht? Die Vorverkaufszahlen sehen dort gut aus.“ [Anmerkung: Die Hallen im Rahmen der Tour umfassen nach Angaben von Michael Schulte in der Regel um die 800 Zuhörer, zweimal rund 1.200]

Du hast TVOG zwar nicht gewonnen, dir aber gemeinsam mit Max Giesinger eine riesige Fangemeinde erspielt – und zwar mit youtube-Videos. Eure Version von Gotyes „Somebody that I used to know“ hat inzwischen mehr als 3,4 Millionen Klicks. Eure beste Zusammenarbeit?
„Das haben wir damals vor der ersten Liveshow gemacht. Der Song war Anfang Januar noch ganz neu und frisch, da dachten wir: Den könnten wir doch mal covern. An Neujahr haben wir ihn hochgeladen und er ist super angekommen. Ich glaube, dass uns das im weiteren Verlauf von The Voice of Germany ein bisschen geholfen hat, weil wir uns dadurch ein paar Zuhörer und Fans mehr an Land ziehen konnten, die in der Show für uns gevotet haben.“

Warum hast du nicht bei DSDS oder X-Factor mitgemacht, sondern dich für TVOG entschieden?
„Vor The Voice habe ich nirgendwo teilgenommen, auch nicht beim Supertalent. In die Show kommen ja nicht nur Leute, die zu den Castings gehen, sondern man wird auch dazu eingeladen. Da schauen sich Talent-Scouts unter anderem nach Musikern im Internet um. Wenn du da mit Videos präsent bist, schreiben sie dich an, was bei mir sehr häufig der Fall war. Bisher war ich nie so richtig begeistert davon, hatte nicht die Lust, da teilzunehmen. Aber als die Anfrage eines Talentscouts von The Voice kam, fand ich das Format interessant und habe mir auch die Version aus Amerika und den Niederlanden angeschaut. Dann habe ich erfahren, dass Xavier Naidoo, Nena und Rea am Start sind und vermutet, dass das eine gute Sache wird. Also bin ich im Juni 2011 zu einem ersten Vorcasting gegangen und war begeistert von der Atmosphäre, der Stimmung und dem Team.“

Der Rest ist Geschichte. Rea Garvey hat bei den Blind Auditions für dich gedrückt und du bist ins Finale eingezogen. Wie war die Zusammenarbeit mit Rea? Was hat er dir beigebracht?
„Ich wollte unbedingt zum Rea, weil ich ihn schon vorher kannte und seine Musik seit zehn Jahren höre und ihn als Musiker sehr schätze. Deswegen war ich sehr glücklich, dass er sich dann umgedreht hat. Dass ich in seinem Team der letzte Verbliebene war, ist natürlich der Oberknaller. Rea hat mir ganz viel beigebracht. Erstmal musikalisch, weil er das schon jahrelang macht und viel Erfahrung hat. Aber auch Bühnenpräsenz, wie man mit dem Publikum zu interagieren hat. Ich war ja ein sehr schüchterner Musiker, habe auf der Bühne nicht viel geredet, war aufgeregt. Das haben wir im Lauf der Wochen bei The Voice alles in den Griff gekriegt. Ich habe wahnsinnig viel von ihm gelernt und durfte danach mit ihm auf Tour gehen.“

Wie war das für dich, mit deinem TVOG-Coach bei dessen Konzerten gemeinsam vor einem großen Publikum mit bis zu 3.000 Zuhörern live zu spielen?
„Da habe ich dann noch mehr gelernt, weil die Bühne bei The Voice of Germany anders ist als einen Monat lang bei über 20 Konzerten eine Live-Bühne zu bespielen. Für jemanden wie mich, der noch nicht viel live gespielt hat, war das eine super Sache vor tollem Publikum in einem tollen Team. Ich bin irgendwann im Main Act auf die Bühne gehüpft und wir haben ein paar Songs gespielt. Unter anderem „Feeling good“ aus dem Finale. Rea ist dann von der Bühne runter und ich habe „Carry me home“ mit seiner Band gesungen. Jetzt kann es auf jeden Fall auch mit einer eigenen Tour im Herbst klappen.“

Wie viel Persönliches von dir steckt in „Carry me home“?
„Von Rea und mir steckt da gleichermaßen viel drin, da wir ihn zusammen vor dem Halbfinale geschrieben haben.“

Wann kommt deine nächste Single in die Plattenläden oder auf youtube und wie heißt der neue Song?
„Das weiß ich selbst noch nicht. Aber ich habe drei Wochen Songwriting hinter mir, habe 25 neue Songs geschrieben. Das wird jetzt durchgehört. Die stärksten kommen aufs Album. Noch weiß ich aber nicht, ob zuerst das Album rauskommt oder die zweite Single oder beides gleichzeitig.“

Eine Frage, die unsere weiblichen Leser interessiert: Hast du eine Freundin oder bist du solo unterwegs?
„Ich bin single, habe keine Freundin.“

Vielen Dank für das Interview!Ausführliche Infos zu The Voice of Germany 2012/2013!
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